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Reiseführer Rom


Rom an einem Wochenende

 

Rom: Forum Romanum

Forum Romanum

Rom zu erkunden zwischen Freitagmorgen und Sonntagabend – das verlangt nach einem intelligenten Zeitmanagement. Bei aller Unternehmungslust sollte man sich aber darüber im Klaren sein, dass nur ein Bruchteil aus dem schier unerschöpflichen Repertoire römischer Attraktionen zu bewältigen ist. Damit die Spaziergänge durch die wunderbare Stadt am Tiber ohne Hektik und doch zielstrebig verlaufen können, werden wir auf dieser Seite Vorschläge für Touren und einzelne Ziele unterbreiten, zwischen denen man natürlich auch hin- und herwechseln kann.

1.Tag

Beginnen wir mit der glanzvollen Frühzeit Roms, von der man sich nirgendwo eine bessere Vorstellung machen kann als auf dem Kapitol, wenn man von seiner Terrasse auf die Wahrzeichen des antiken Rom herabblickt. Direkt zu seinen Füßen das Forum Romanum, wirtschaftliches und politisches Zentrum des Reiches, linker Hand das Trajansforum mit den Märkten und der berühmten Säule, im Hintergrund das Colosseum und der Konstantinsbogen, rechter Hand der Palatin, wo die römischen Kaiser residierten und dahinter der Circus Maximus, Schauplatz der spektakulären Wagenrennen mit Vierergespannen.

Das Kapitol mit den Renaissance-Palästen, die heute hochkarätige Kunstsammlungen beherbergen, seinem zentralen Platz und der sanft ansteigenden Treppe, beides Werke von Michelangelo, ist auch der Ausgangspunkt für einen weiteren Spaziergang – nennen wir ihn die Fontana-di-Trevi-Tour. Beim Abstieg vom Kapitol kann man bei einem Blick nach links die Bogengänge des Teatro di Marcello sehen, ehe sich das neuzeitliche Marmorgebirge des Monumento Nazionale a Vittorio Emanuele II. ins Blickfeld schiebt, von dem die meisten Betrachter sagen, es passe so gar nicht in die römische Architekturlandschaft. Auf der anderen Seite des verkehrsumtosten Platzes steht wuchtig, fast martialisch der Palazzo Venezia, ein prominentes Werk der römischen Frührenaissance. Hier an der Piazza beginnt mit „dem Corso“ (Via del Corso) eine der berühmtesten Straßen Roms. Früher fanden Wettrennen statt und der Karneval tobte hindurch. Heute ist sie eine stark frequentierte Einkaufsstraße. Wir folgen ihr ein Stück, biegen dann rechts ein, passieren ein paar schmale Straßen und stehen urplötzlich vor der vielbesungenen Fontana di Trevi, rauschender Wasserkunst par excellence.

Rom: Piazza Navona

An der Piazza Navona

Auf der gegenüber liegenden Seite des Corso beginnen wir die Schlussetappe des Tages, die Trastevere-Tour. Vom Barockbau des Palazzo Montecitorio, wo Italiens Abgeordnete  tagen und manchmal auch aufeinander losgehen, hier am Parlament der Republik, bewegen wir uns in südlicher Richtung auf das Pantheon zu, dem allen antiken Göttern gewidmeten Tempel mit der gewaltigen Kuppel. Ein kurzes Wegstück westlich liegt das langgezogene Oval der unter den Römern so beliebten Piazza Navona, den Berninis Vier-Ströme-Brunnen und noch zwei weitere Brunnen, herrschaftliche Palazzi und imposante   Kirchen schmücken. Dann erreichen wir den Marktplatz Campo  dei  Fiori, wo es jeden Vormittag laut zugeht, wenn Obst, Gemüse, Blumen, Fische und vieles mehr über die Tische gehen. Fast um die Ecke erhebt sich einer der größten Paläste der Stadt und ein Meisterwerk der römischen Hochrenaissance, der Palazzo Farnese. Wer jetzt noch Kraft für einen Abstecher hat, könnte noch ein paar Schritte in die Renaissance-Straße Via Giulia hineingehen, um schließlich auf dem Ponte Sisto den Tiber zu überqueren und in das Trendviertel Trastevere einzutauchen, an dessen Gassen und kleinen Plätzen Dutzende von Restaurants vor allem einheimische Köstlichkeiten servieren und einen genussvollen Abschluss eines anstrengenden Tages garantieren. 

2. Tag

Ein morgendlicher Spazierganglässt uns das „Kirchenviertel“ erkunden. Diese Kirchen-Tour bewegt sich über ein relativ kleines Stadtgebiet, das aber gespickt ist mit bedeutenden Kirchen und daher mindestens einen halben Tag in Anspruch nehmen würde, wollte man alle Highlights in gebührender Weise würdigen. Das von uns so genannte „Kirchenviertel“ im Schatten des Colosseums ließe sich gut mit den antiken Stätten der Frühzeit Roms verbinden. San Giovanni in Laterano genießt unter den Kirchen Roms und der Welt eine besondere Stellung als „Mutter und Haupt aller Kirchen der Stadt und des Erdkreises“ und als Bischofskirche des Papstes. Die Emporenbasilika Santi Quattro Coronati aus dem 12. Jahrhundert erinnert an vier Märtyrer und die aus der Antike stammende Kirche San Clemente dokumentiert die weit zurückreichende Bau- und Kulttradition römischer Baudenkmäler. Santo Stefano Rotondo ist, wie der Name ausdrückt, eine Rundkirche, deren Anfänge bis in das 5. Jahrhundert zurückreichen. Noch älter ist Santi Giovanni e Paolo, geweiht den beiden kaiserlichen Offizieren Johannes und Paulus, die zu Märtyrern wurden. Santa Croce in Gerusalemme entstand auf Anweisung des Kaisers Konstantin d. Gr. Das Gotteshaus sollte die von seiner Mutter Helena aus dem hl. Land herbeigeschafften Reliquien aufnehmen. Schließlich San Gregorio Magno. Die Kirche mit der großen Freitreppe, barocker Innen- und Fassadengestaltung geht auf eine Gründung von Papst Gregor d. Gr. in der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts zurück. 

Rom: San Giovanni in Laterano

San Giovanni in Laterano

Anknüpfend an die Kirchen-Tour des Vormittags, verspricht die zweite Tageshälfte noch einen besonderen Höhepunkt mit dem Besuch im Vatikan. Jeder Rom-Besucher wird früher oder später hierher eilen, um den herrlich angelegten Petersplatz und die Basilika St. Peter, der Christenheit größtes und prachtvollstes Gotteshaus mit eigenen Augen zu sehen. Vielleicht will es der Zufall, dass man einer Massenaudienz beiwohnen kann und selbst wenn die Zeit knapp wird, hätte man noch gerne einen Blick auf die Schätze der Vatikanischen Museen geworfen. 

Rom: Petersplatz

Petersplatz

3. Tag

Zwei der ganz großen Museen Roms haben wir schon erwähnt, die im Vatikan und jene auf dem Kapitol-Hügel. Sie sind ein absolutes Muss! Eine nicht gar so zeitaufwendige Museums-Tour führt zu zwei weiteren unbedingt sehenswerten Kunstsammlungen. Sie liegen beide auf dem Gelände des weitläufigen städtischen Parks Villa Borghese. Die eine, das Museo Nazionale Etrusco di Villa Giulia, versammelt einzigartige Exponate von den Fundstätten der einstigen Hauptsiedlungsgebiete der Etrusker in Latium. Es ist     d a s  etruskische Museum schlechthin, das wie kein anderes die immer noch etwas rätselhafte Kultur der Etrusker eindringlich darzustellen vermag. Das andere Museum heißt Museo e Galleria Borghese. Es beherbergt eine großartige Skulpturensammlung sowie eine Gemäldegalerie mit Werken der ganz Großen von Caravaggio über Rubens bis zu Lucas Cranach d.Ä., Giorgione, Tizian und vielen anderen.

Rom: Blick auf die Piazza del Popolo

Blick auf die Piazza del Popolo

Im Borghese-Park lässt es sich angenehm pausieren. Man kann Ausblicke genießen, endlich im Reiseführer etwas nachblättern, lunchen, Kraft schöpfen für die Schlussetappe der Drei-Tage-Tour durch das historische Zentrum Roms.
Dem großen Borghese ist der kleine Pincio mit interessanter Aussichtsterrasse (Piazzale Napoleone) vorgelagert. Man blickt von hier oben auf die weite freie Fläche der Piazza del Popolo herab, erkennt die Zwillingskirchen Santa Maria  dei  Miracoli und Santa Maria in Monte Santo und in der Platzmitte den 24 m hohen, aus Ägypten geraubten Flaminio-Obelisken. Und im nahen Hintergrund überragt die Peterskirche die vielen Kirchenkuppeln ringsum. Am Rande des Pincio führt der Weg an der Villa Medici vorbei, einem Bau der Spätrenaissance, in dem seit 1803 die Académie de France à Rome untergebracht ist. Gleich daneben recken sich die wuchtigen Türme der Kirche Santissima Trinità  d e i  Monti empor. Unterhalb ihres Portals entfalten sich die elegant geschwungenen Läufe der Spanischen Treppe, die sich auch elegant und leichtfüßig beschreiten lässt dank der flachen Travertinstufen. Zu Füßen der untersten Stufen plätschert frisches, kühles Wasser am Barcaccia-Brunnen, aber dann öffnet sich eine andere Welt, Roms „modisches Dreieck“, die Bühne der Alta Moda, wo Italiens Topadressen mit ihren unverschämt schönen und teuren Kreationen versammelt sind von Gucci bis Valentino und Prada und von Ferragamo über Battistoni und Dolce e Gabbana bis Brioni (diese allein in der Via dei Condotti!). Das zieht Massen an, zumal sich in dieser Gegend auch hervorragend speisen lässt. Die kleinen Nebenstraßen sind dicht gepackt mit Restaurants für alle Geschmacksrichtungen und Budgets.

Rom: Via Margutta

Blick in die Via Margutta

Wer es weniger turbulent mag, sei auf die nahe Via Margutta verwiesen, eine ruhige, schmale Straße mit einer kleinen Künstlerkolonie, exklusiven Geschäften und einigen Restaurants. Hier lässt es sich in entspannter Atmosphäre bei einem kühlen, strohgelben „EST!EST!!EST!!! di Montefiascone“ aus der Gegend nördlich von Rom und einer typischen römischen Vorsuppe, der Stracciatella alla romana, gut ausharren und weiteren Köstlichkeiten entgegensehen, etwa der Saltimbocca alla romana (Kalbsschnitzel, Schinken, Salbei), begleitet von Carciofi alla giudia (Artischocken auf jüdische Art), gefolgt von Semifreddo und einem kleinen Cafè und viel Wehmut, denn das Abenteuer Rom neigt sich seinem Ende zu.

 

 



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