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Reiseführer Rom


Gaius Iulius Caesar

Er war der führende Kopf im Rom der ausgehenden republikanischen Aera, ein machtbewusster Staatsmann und erfolgreicher Feldherr, der die innere Ordnung des Reiches wiederherstellte und die äußeren Grenzen sicherte. Als raffinierter Intrigenspieler, versierter Taktiker und begnadeter Selbstdarsteller hielt er seine zahllosen Neider auf Distanz. Doch als er sich die Krone aufsetzen wollte, schlugen sie zu, ohne freilich die Entwicklung aufhalten zu können, die er in Gang gesetzt hatte – der krisengeschüttelten Adelsrepublik eine monarchische Regierungsform überzustreifen.

Caesar

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Caesar entstammte dem Patriziergeschlecht der Iulier. Es sah in Iulius, Sohn des trojanischen Helden Aeneas, seinen Stammvater. Geboren wurde er im Jahre 100 v. Chr. Seine politische Karriere war vorgezeichnet. Als blutjunger Offizier erwarb er erste Meriten, wich geschmeidig den heimischen Machtraufereien aus und ging stattdessen in Rhodos bei dem berühmten Rhetorik-Lehrer Molon in die Schule, um danach zielstrebig die römische Ämterlaufbahn anzutreten.
Er wird Quaestor, Aedil, Praetor und greift unter dem Protest konservativer Senatoren nach dem Posten des Consuls, dem höchsten Amt im Staat. Um diesem Schritt Nachdruck zu verleihen, schmiedet er ein Dreierbündnis, zu dem er den erfahrenen Haudegen Gnaeus Pompeius Magnus und den immens reichen Marcus Licinius Crassus Dives gewinnen kann. Das nicht unbedingt dem Geist der Verfassung entsprechende Triumvirat beherrscht nun die politische Szene in Rom. Seit dem Jahre 59 Consul, folgt auch Caesar einem  eingespielten Ritual, das ihm selbst Prestige und treue Gefolgschaft und der Stadt neue Herrschaftsgebiete einbringen soll.

Krieg in Gallien

Bevor er das dafür vorgesehene „Unternehmen Gallia“ in Angriff nahm, hatte er wichtige Gesetzesvorhaben durchgebracht z. B. die überfällige Neuordnung der Provinzen in Nahost, die Ansiedlung von Proletariern und Veteranen wurde geregelt und eine Eindämmung von Steuerwucher und Ausbeutung in den Provinzen erwirkt.
Danach brach er nach Gallia transalpina auf, in ein Gebiet, das sich vom Atlantik bis zum Rhein und von den Alpen bis zu den Pyrenäen erstreckte. Die nachfolgende Eroberung dieser Region in den Jahren 58 – 51 war ein Vorgang von großer historischer Bedeutung. In Gallien eingefallene Germanen drängte Caesar über den Rhein zurück, überschritt ihn sogar zwei Mal und demonstrierte auf diese Weise den militanten Stämmen auf dem rechten Rheinufer seine Entschlossenheit. Für ihn war der Rhein die natürliche Grenze zwischen den Germanen und den unterworfenen Galliern. Seine militärische Intervention stellte die Weichen für die Zukunft Galliens (Frankreichs), dessen Romanisierung zu einem vorrangigen Ziel der römischen Politik erklärt wurde, handelte es sich doch um  einen strategisch und ökonomisch bedeutsamen Gebietszuwachs, der das Römische Reich um eine halbe Million Quadratkilometer vergrößerte. In seinem allen Lateinschülern unvergesslichem Kriegstagebuch De bello gallico kommentiert Caesar das Geschehen auf den diversen Schlachtfeldern „ebenso sachlich wie unauffällig für sich werbend“, wie ein Historiker registriert. 
Ein knappes Jahrzehnt (58 – 49) verbrachte Caesar in Gallien. Sein Verbündeter Crassus war derweil im Kampf gegen die Parther gefallen und der Dritte im Bunde, Pompeius, hatte die Seiten gewechselt. Er verstärkte nun die Gruppe der Senatoren, die Caesars Machtfülle unbedingt beschneiden wollten. Doch der überschritt unbeeindruckt den Grenzfluss Rubikon und bewegte sich mit seinen erfahrenen, ihm treu ergebenen Truppen auf Rom zu, ein Entscheidung, die für alle Zeiten sprichwörtlich wurde, nämlich ein riskantes Unternehmen zu starten, von dem es kein Zurück gibt. Und genauso sah es Caesar. Sein Ausspruch alea iacta est = „Der Würfel ist geworfen worden“ meint, dass der Einsatz nun nicht mehr zurückgenommen werden kann. Alles weitere hängt vom Ausgang des Spiels ab und das lief unaufhaltsam auf den Entscheidungskampf um die Herrschaft über die Republik hinaus. Der Gegner hieß Pompeius.
Die Kampfhandlungen fanden zum größten Teil außerhalb Italiens statt, zunächst in  Griechenland und Kleinasien (nach einem schnellen Sieg im nördlichen Anatolien verfasste er seine berühmte Siegesbotschaft für den Senat in Rom: veni, vidi, vici („ich kam, ich sah,ich siegte“), dann in Spanien, Nordafrika und erneut in Spanien. Dank seiner überlegenen militärischen Führungsqualitäten behielt Caesar die Oberhand, Pompeius überlebte das Gemetzel nicht. Auch über den Krieg gegen die Senatorenmehrheit und ihren militärischen Anführer Pompeius verfasste Caesar einen Kriegsbericht, dem er den Titel de bello civili („Über den Bürgerkrieg“) gab.
Erschöpft kehrte Caesar nach Rom zurück, begnadigte seine Gegner, wurde überschwänglich geehrt (der Monat Quintilis hieß nun nach seinem Namen Iulius / Juli) und mit Ämtern überhäuft. Er war Alleinherrscher und seit dem Jahr 44 Diktator auf Lebenszeit (dictator perpetuus). Ihm war bewusst, dass die für den Stadtstaat Rom einst entworfenen republikanischen Grundlagen für die Verwaltung eines Weltreichs nicht ausreichten. Vermutlich sah er in einer absoluten Monarchie die Zukunft Roms, was den Zorn der Anhänger der alten libera res publica (der freien Republik) hervorrief.   
Ohne Widerstände bringt er ein umfangreiches Reform- und Aufbauprogramm auf den Weg: Die Verwaltung und das Rechtswesen werden umgebaut, Sozialfürsorge und Bürgerrechtsverleihung erweitert und modernisiert. Und er führt den nach ihm benannten und noch heute geltenden Iulianischen Kalender ein.  

Die Verschwörung

Dass Caesar den Ohnmachts- und Neidgefühlen der römischen Nobilität wenig Beachtung schenkte, sollte ihm zum Verhängnis werden. Ein geheimes Bündnis von etwa 60 Senatoren und einer Handvoll Unzufriedener aus anderen Kreisen plante das gewaltsame Ende des Alleinherrschers, um die alte Adelsrepublik wieder erstehen zu lassen. Daran führend beteiligt waren Gaius Cassius Longinus und Caesars Vertrauter Marcus Iunius Brutus. Der 15. März 44 war der Tag der Abrechnung. Während einer Senatssitzung   fielen sie über Caesar her und töteten ihn mit 23 Dolchstichen. Wenige Augenblicke vor seinem Ende soll er, an Brutus gewandt, den berühmten Ausspruch getätigt haben: „Auch Du, mein Sohn“.
Die Bevölkerung reagierte panisch auf die Schreckensmeldung. Es kam zu Krawallen und Bluttaten. Für mehr als ein Jahrzehnt stürzten Rom und die Provinzen des Reichs ins Chaos.
Die Ermordung förderte freilich auch den Aufstieg des Mannes, um dessen Erziehung sich sein Großonkel Caesar gekümmert und ihn als 18jährigen zum  Adoptivsohn und Erben bestimmt hatte: Gaius Octavius, dem der Senat 27 v. Chr. den Namen Augustus, der Erhabene, verlieh.

Kleopatra in Stein gemeißelt

In Stein gemeißelt: Kleopatra
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Nachzutragen ist noch die „Causa Kleopatra“, die in allen Darstellungen viel Raum einnimmt. Die tragische Heldin unzähliger Film- und Fernsehschnulzen war die letzte Königin der ptolemäischen Dynastie in Ägypten, die 305 v. Chr. von Ptolemaios I., einem General Alexanders d. Gr. begründet worden war. Für Rom waren die Ptolemäer nützliche Partner am südlichen Ufer des Mittelmeers. Handelsverträge sorgten für einen lebhaften Warenaustausch. Besonders die ägyptischen Getreidelieferungen waren in Rom hoch willkommen. Caesar war es daher ein wichtiges Anliegen, die dynastischen Streitigkeiten im Land am Nil zu schlichten und die dortigen Verhältnisse zu ordnen. Der große Römer und der letzte weibliche Pharao fanden offenbar Gefallen aneinander, es entspann sich eine Liebesbeziehung, die in Ägypten genauso wie in Rom die Spitzen des Staates, seine Nutznießer und das Volk in helle Aufregung versetzte, besonders als ruchbar wurde, dass aus der Beziehung ein gemeinsamer Sohn hervorging. Sie nannte ihn Ptolemaios Caesar, er erkannte ihn als seinen leiblichen Sohn an. Als Caesar nach Rom zurückging, folgte ihm Kleopatra mit Kind. Von September 46 bis April 44 (also bis nach Caesars Ermordung) blieb sie in Rom und hielt dort Hof. Sie wohnte auf dem rechten Tiber-Ufer in „Caesars Gärten“, etwa dort, wo im frühen 16. Jahrhundert die prächtige Renaissance–Villa Farnesina erbaut wurde.

Caesars Name lebt fort in dem deutschen Wort Kaiser, ebenso im Herrschertitel Zar bei Russen, Serben und Bulgaren und der Begriff Caesaren zielt auf die Alleinherrscher während der römischen Kaiserzeit.



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