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Reiseführer Rom

 

Tour 4 durch Rom

Roms Flaniermeile und ein Ort zum Entspannen

Über den „Corso“ und die Spanische Treppe zur Villa Borghese, Roms grüner Lunge

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An der Piazza Venezia (1) endet die Via del Corso, von den Römern auch kurz „Corso“ (Rennbahn) genannt, nach den früher hier ausgetragenen Wettrennen von Menschen und Vierbeinern. Selbst Kühe und Wasserbüffel wurden über den Kurs gehetzt. Und auch der römische Karneval tobte sich auf den eineinhalb Kilometern zwischen Piazza del Popolo und Piazza Venezia aus – Charles Dickens hat sich darüber ausgelassen und Goethe ihm gleich ein ganzes Kapitel seiner „Italienischen Reise“ gewidmet. Als 1896 Schluss war mit den wilden und nicht ungefährlichen Lustbarkeiten, wandelte sich der Corso zur wichtigen Verkehrsachse und zu einer noblen Einkaufsstraße, die noch heute Käufer und Spaziergänger in Massen anzieht, auch wenn das eine oder andere elegante Geschäft mit großem Namen in benachbarte Straßen abgewandert ist und schon Ramschläden Fuß gefasst haben. Das Eckhaus am Eingang zum Corso mit dem nicht zu übersehenden gedeckten Holzbalkon ist der Palazzo Bonaparte (2), einst Wohnsitz von „Madame Mère“, der Mutter von Napoleon I.

An ihr Zuhause im Exil grenzt die vierstöckige Barockfassade des Palazzo Doria Pamphili, dessen Pracht ein Beleg mehr dafür ist, dass im 17. Jahrhundert der Corso unter den fürstlichen Familien Roms als gute Adresse galt. Eine zu den weltweit bedeutendsten privaten Kunstsammlungen zählende Gemäldegalerie kann in Roms größtem Stadtpalast besichtigt werden. Wir spazieren nun auf der rechten Seite des Corso und im weiteren Verlauf werden wir noch einige Male hinüber- und herüberwechseln. Ziel ist die lang gestreckte Piazza dei Santi Apostoli, wo drei Palazzi und eine Basilika ein reizvolles Ensemble bilden. Die dreischiffige Basilika dei Santi Apostoli wurde ständig umgebaut und erweitert. Sie vereint Elemente der Renaissance und des Barock sowie des Klassizismus. Erst Anfang des 18. Jahrhunderts erhielt sie ihr heutiges Aussehen.

Basilica dei Santi Apostoli

Basilica dei Santi Apostoli

Links der Kirche erhebt sich der Palazzo dei Santi Apostoli. Nicht zufällig ähnelt er dem trutzigen Palazzo Venezia, stammt er doch wie dieser aus der frühen Renaissance, als Stadtpaläste noch eher Stadtfestungen glichen, doch überrascht der Palazzo mit zwei von Säulen gesäumten eleganten Innenhöfen. Die Basilika grenzt an den Palazzo Colonna (3), einen umfangreichen Komplex, dessen Baugeschichte von der Spätrenaissance bis in den Hochbarock reicht und viele Umbauten und Erweiterungen mit sich brachte, wie es typisch ist für die stadtrömische Palazzoarchitektur. Sehenswert auch hier die Innenhöfe und die prächtig ausgestatteten Säle. Der Palast beherbergt die Galleria Colonna, eine wertvolle Kunstsammlung mit Werken des 15. bis 18. Jahrhunderts, wo Goethe „viel Gutes und gründlich Gedachtes über diese Bilder“ von seinem Begleiter Jakob Philipp Hackert erfuhr. Die Gemälde konkurrieren mit der Pracht der Präsentationsräume, ihren Marmorfußböden, venezianischen Spiegeln, Kronleuchtern und Deckengemälden, die den Ruhm des Hauses Colonna feiern.

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Auch der Palast gegenüber, der dem Geschlecht der Odescalchi gehört, ist wie der Colonnapalast ein Bollwerk des römischen Hochadels. Er nimmt fast Dreiviertel der Piazzaseite ein. Bernini war maßgeblich an seiner Fassadengestaltung beteiligt. Und die Familie der Banker, Grundbesitzer und führenden Kleriker sorgte für eine prachtvolle Ausstattung der Innenhöfe und Räumlichkeiten.

Am Platz St. Ignazio

Am Platz St. Ignazio

Wir wechseln wieder auf die linke Seite des Corso und schlängeln uns ein kurzes Stück durch die Gassen zur Piazza Sant`Ignazio (4), dem kleinen Vorplatz vor der Jesuitenkirche St. Ignazio. Hier stellte sich das Problem, den Platz zu gestalten, ohne ihn von der vergleichsweise riesigen Kirchenfront erdrücken zu lassen. Die Antwort des Architekten war eine ebenso einfache wie elegante Lösung: ein durchlässig wirkendes, bewegtes, konkav zurückschwingendes Ensemble viergeschossiger Häuser, Mietshäuser übrigens!, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen und von der etwas monotonen Kirchenfassade gegenüber ablenken. St. Ignazio ist nach Il Gesù der zweite Großbau der Jesuiten in Rom. Fassade und Innenraum gehen auf Entwürfe des Jesuitenpaters Orazio Grassi und des Architekten Carlo Maderno zurück. Als dritte Persönlichkeit ist Andrea Pozzo, auch er Jesuitenpater, zu nennen. Von ihm stammen die berühmten „trompe-l´oeil“-Fresken der Kirchendecke einschl. der falschen Kuppel, die nie gebaut, aber von Pozzo bildhaft nachempfunden wurde. Von einer im Boden eingelassenen runden Marmorscheibe lässt sich die perspektivische Wirkung am besten wahrnehmen. Ein paar Schritte weiter, an der Piazza di Pietra (5), steht man vor einer gewaltigen Säulenfront aus elf korinthischen Säulen. Sie bildeten die Nordseite des Hadrian-Tempels (Hadrianeum). An den Schmalseiten des Tempels standen jeweils acht der fünfzehn Meter hohen und 1,44 m starken Säulen. Zwei Einrichtungen unserer Zeit, die römische Börse und die Handelskammer, haben in den altrömischen Tempelresten eine noble Unterkunft gefunden.

Hadrian-Tempel

Hadrian-Tempel

Von der Börse zur Politik, die sich schon von weitem durch Lautsprechergedröhn, Fahnen und Transparente ankündigt – bewährtes Zubehör der vielen Demonstrationen vor den Palästen der Macht an der Piazza di Montecitorio (6). Hier tagt das italienische Parlament und gleich daneben amtiert der Ministerpräsident der Republik – im von Bernini entworfenen und von Carlo Fontana vollendeten Palazzo di Montecitorio die Abgeordneten, Deputati, und im fünfgeschossigen Palazzo Chigi der Regierungschef. Eine feste Größe der römischen Kulturszene war jahrzehntelang die Buchhandlung Herder an der Piazza Nr. 120. Sie versorgte nicht nur die Zugereisten mit Rom-Literatur, sie bediente auch zuverlässig Studierende und die zahlreichen römischen Forschungseinrichtungen mit Fachliteratur. Ende 2012 musste sie, die 1935 an diesen Platz gezogen war, aus wirtschaftlichen Gründen schließen – ein weiteres Opfer der Krise des Buchhandels. Seit Mai 2015 versucht der Herder-Verlag einen Neuanfang, nicht am alten Ort, sondern an der Piazza Pio XII. neben dem Petersplatz im ersten Stock der Libreria Benedetto XVI. als "shop in shop" auf zunächst nur 60 m². Der Buchladen gehört der Verlagsbuchhandlung des Vatikans (LEV/Libreria Editrice Vaticana).

Vor dem Palazzo Chigi und direkt an die Via del Corso grenzend liegt die kleine Piazza Colonna (7) mit einem Brunnen des uns schon vertrauten Brunnenbauers Giacomo della Porta, überragt von der namengebenden Colonna di Marco Aurelio, der Säule des Mark Aurel. Spiralförmig den Säulenschaft bedeckende figurenreiche Reliefbänder erzählen von den Feldzügen des Kaisers. Wir queren den Corso und reihen uns in einen immer dichter werdenden Besucherstrom ein, der nur ein Ziel kennt, die spektakuläre barocke Inszenierung der Wasserkunst des Trevi-Brunnens (8) – ein überwältigendes Erlebnis für jeden Rombesucher. Ein paar Gassen weiter hat sich Francesco Borromini mit der Kirche Sant`Andrea delle Fratte(9) ein Denkmal gesetzt, seinem Spiel mit konvexen und konkaven Flächen und seiner Vorliebe für phantasievolle Glockentürme (wie wir schon bei der Kirche St. Ivo feststellen konnten). Sein ewiger Rivale Bernini ist aber auch hier vertreten. Zwei große Engelsstatuen des Ponte Sant`Angelo stehen zu beiden Seiten der Apsis; die Figuren auf der Brücke sind Kopien. Die Schweizer Malerin Angelika Kauffmann, oftmalige Begleiterin Goethes während seiner römischen Zeit, ist in der Fratte bestattet, auch Rudolf Schadow, Bildhauer wie sein berühmterer Vater Johann Gottfried Schadow. Vor dem Altar der dritten Kapelle zelebrierte der polnische Franziskaner-Minorit Maximilian Kolbe seine erste Messe. Er opferte 1941 sein Leben in Auschwitz für einen Leidensgenossen.

Rom, Löwe am Portal von San Lorenzo in Lucina

Löwe am Portal von San Lorenzo in Lucina

Zurück zum Corso, zur Kirche San Lorenzo in Lucina (10) an der gleichnamigen Piazza. Sie zählt zu den ältesten Kirchen der Christenheit. Ihre uralten Grundstrukturen wurden mindestens schon im 3. Jahrhundert als Kultraum genutzt. Zunächst war es wohl ein Privathaus, das frühen, von Verfolgung bedrohten Christen als Versammlungsstätte diente. Später, nach der Legalisierung des christlichen Glaubens, entstand auf den alten Mauern im 5. Jahrhundert ein Kirchenbau, eine „klassische“ dreischiffige Basilika mit Apsis. In den gleichen Dimensionen wurde im 12. Jahrhundert ein Neubau errichtet, nachdem der Normannenherzog Robert Guiscard, den man „Schlaukopf“ nannte, im Jahre 1084 Rom in Schutt und Asche gelegt hatte. Säulenportikus und Campanile entstanden, das Aussehen des Giebels und der heutige Eindruck des Innenraums gehen auf Restaurierungen um das Jahr 1650 zurück. In der Kirche ist der französische Maler des Barock-Klassizismus, Nicolas Poussin, 1665 beigesetzt worden. Die Büste des Gabriele Fonseca entwarf Bernini, den Hochaltar schuf Carlo Rainaldi und Guido Reni malte den gekreuzigten Christus. Zwischen der Piazza und dem Tiberufer steht der mit Abstand größte Palazzo dieses Stadtteils, den man wegen seiner geschwungenen Form im Volksmund „Cembalo“ nennt. Es ist der sich noch heute im Familienbesitz befindliche Palazzo Borghese (11). Der Borghese-Clan zählt zur tonangebenden Oberschicht der römischen Gesellschaft, zum „Schwarzen Adel“ (nobiltà nera), der zuweilen wortreich der „guten alten Zeit“ nachtrauert, als er noch politische Macht besaß.

Innenhof des Palazzo Borghese

Innenhof des Palazzo Borghese

Unter dem Dach des nach außen streng und monumental wirkenden Palazzo lebt die Principessa Alessandra Borghese. Dort trifft sie auf wohlhabende private Mieter und auf die Mitarbeiter der spanischen Botschaft, die im Palazzo eingezogen ist. Unbestrittener Star unter den Mietern ist freilich Il Circolo della Caccia, der allein Angehörigen des „Schwarzen Adels“ vorbehaltene Jagdclub.

Gar nicht weit von hier, nahe der Uferstraße, steht eine leicht wirkende Stahl-Glas-Konstruktion des amerikanischen Architekten Richard Meier. Sie umschließt die Ara Pacis(12), den Altar des Friedens, ein bedeutendes Kunstwerk aus der Zeit des römischen Kaisers Augustus. Eingeweiht wurde der Altar im Jahre 9 v. Chr. als ein „Monument der augusteischen Staatsideologie“, als steinernes Zeugnis einer gekonnten Vermischung politischer, gesellschaftlicher und religiöser Ebenen auf dem Weg in ein „Goldenes Zeitalter“. Der fast quadratische Pavillon aus Carrara-Marmor ruht auf einem Podest. Eine äußere Umfassung, innen wie außen mit großartigen Reliefs geschmückt – floralen Ornamenten etwa, mythologisch-allegorischem Bilderwerk, Darstellungen der kaiserlichen Familie – weist zwei Durchgänge zum Innenraum mit dem eigentlichen Altar auf. Auch der gewaltige, ruinenhafte Mauersockel gegenüber verweist auf die glamouröse Epoche des Augustus. Er war erst Mitte Dreißig, als er einen gigantischen Grabbau in Auftrag gab, eine kreisrunde Anlage mit einem Durchmesser von 90 m und einer ursprünglichen Höhe von 44 m.

Augustus-Mausoleum

Augustus-Mausoleum

Das Augustus-Mausoleum(13) war als Grablege für Augustus selbst und andere Mitglieder des julisch-claudischen Herrscherhauses gedacht. Goethe lernte es in einer ganz und gar anderen Funktion kennen: „Heute war Tierhetze in dem Grabmal des Augustus“, notiert er am 16. Juli 1787, „Dieses große, inwendig leere, oben offene (…) Gebäude ist jetzt zu einem Kampfplatz, zu einer Ochsenhetze eingerichtet wie eine Art Amphitheater (…) Das Schauspiel selbst hat mich nicht sehr erbaut“. Der kurze Weg zurück zum Corso führt über die Piazza Augusto Imperatore (14) mit einigen während der faschistischen Zeit entstandenen Bauten. Ihre neoklassizistischen Fassaden versuchen an das Rom der Kaiserzeit anzuknüpfen. Mussolini lässt in einer Fassadeninschrift seine Großzügigkeit preisen – es war kein Geheimnis, dass er sich als zweiter Augustus sah.

Via del Corso Nr. 18: Casa di Goethe

Via del Corso Nr. 18: Casa di Goethe

Am Corso Nr. 18, schon ganz nahe der Piazza del Popolo, ist die Casa di Goethe (15) beheimatet. Das Mietshaus Ecke Via della Fontanella war in den 1780er Jahren zeitweise das Domizil des Malers Johann Heinrich Wilhelm Tischbein und einiger Malerkollegen. Goethe und Tischbein unterhielten einen Briefwechsel, waren sich aber persönlich noch nicht begegnet. Da bei Tischbein noch ein Zimmer frei war, holte er Goethe zu sich. Der war begeistert, weil er sein Inkognito wahren konnte als Künstler unter Künstlern und so trug er sich im offiziellen Melderegister als „Signore Filippo Miller, Tedesco di anni 32, professione: pittore“. Als prominentes römisches Kulturzentrum „verwaltet“ die Casa di Goethe die „Italienische Reise“ des Dichterfürsten und kümmert sich um andere deutsch-italienische Themen. Es finden Wechselausstellungen statt und man trifft sich hier zu Kolloquien und Vorträgen. Noch ein paar Schritte und wir stehen auf der weiträumigen Piazza del Popolo (16), früher für alle Reisenden, die aus dem Norden kamen, das spektakuläre Entrée zur Ewigen Stadt. Von der Piazza geht der „Tridente“, der Dreizack, ab. Drei schnurgerade Straßen, von denen wir eine, den Corso, eben erkundet haben und auch die Via di Ripetta haben wir schon beim Besuch der Ara Pacis und des Augustus-Mausoleums ein wenig kennengelernt. Bleibt noch die Via del Babuino, der nördliche Arm des „Dreizacks“. Die in der Renaissance angelegte Straße, heute eine enge, sehr belebte Shoppingmeile für Gutbetuchte, verbindet die Piazza del Popolo mit der Piazza di Spagna. Parallel zur Babuino und nur durch einige schmale, unauffällige Gassen mit ihr verbunden, folgt dem Hang des Pincio die Via Margutta (17), eine stille, fast dörfliche Straße, Rückzugsort für Künstler und Kunsthändler.

Im Café Canova-Tadolini an der Babuino

Im Café Canova-Tadolini an der Babuino

Und dann das: Menschenauflauf auf der Piazza di Spagna (18). Alle Welt scheint sich hier verabredet zu haben und manchmal ist der Rummel nicht zum Aushalten! Und wie kommt`s? Rund um den Platz ballen sich einige touristische Highlights wie die Spanische Treppe, die ihre herrlichen geschwungenen Treppenaufgänge entfaltet, ihre Absätze, Balustraden und Terrassen präsentiert.

Zu ihren Füßen schwimmt die Steinbarke in der Fontana della Barcaccia, einem Meisterwerk des Bernini-Vaters Pietro. Schräg gegenüber hat man den romantischen englischen Dichtern John Keats und Percy Shelly ein kleines Museum (Museo di Keats e Shelly) gewidmet, das mit seinen Gemälden, Zeichnungen, Büchern und Originalmobiliar an das leidvolle Ende Keats` erinnert und die selbstlose Hilfe, die ihm sein Malerfreund Joseph Severn schenkte und in gleicher anrührender Weise wird des Percy Shelly gedacht, der dreißigjährig ertrank, als ein Jahr nach Keats` Tod sein Schiff im Tyrrhenischen Meer kenterte. Und natürlich ist es die auf den Platz mündende Via Condotti und ihre aufgeputzten Neben- und Parallelstraßen, die für den Trubel mitverantwortlich sind, reihen sich doch hier die Flaggschiffe der Alta Moda aneinander, von Giorgio Armani über Gucci und Prada bis Valentino, Brioni und Battistoni. Auch das Caffè Greco (19), wo schon Mark Twain und Richard Wagner, Goethe, Gogol, Schopenhauer, Stendhal und unzählige andere Berühmtheiten einkehrten, lockt das Publikum in Scharen an. Kein Publikumsmagnet ist dagegen das Welthauptquartier des Souveränen Malteserordens (Palazzo di Malta) in der Condotti Nr. 68, einem Bau aus dem frühen 17. Jahrhundert. Der Orden genießt exterritorialen Status und wird als „nichtstaatliches Völkerrechtssubjekt mit diplomatischen Beziehungen zu über 80 Staaten“ beschrieben. Wie zur Zeit seiner Gründung im 11. Jahrhundert, ist der Orden auch heute dem Dienst am Nächsten verpflichtet.

Die Blickachse ist umwerfend! Man schlendert durch die Condotti, voraus plätschert der Barcaccia-Brunnen, im Hintergrund schwingen sich die Stufen der Spanischen Treppe elegant empor, überragt von einem altägyptischen Obelisken und übertroffen noch von den Glockentürmen der Kirche Santissima Trinità dei Monti. Sie wurde im 16. Jahrhundert von Franzosen gegründet. Noch heute ist sie im Besitz des französischen Staats, französische Geistliche haben hier das Sagen. An der Piazza della Trinità dei Monti entstand um 1600 der Palazzo Zuccari (20). Auftraggeber war der „Malerfürst“ und Präsident der Künstlerakademie di San Luca, Federico Zuccari. Von Beginn an war der Palast Heimstatt zahlloser Künstler, darunter war im frühen 19. Jahrhundert die deutsche Malergemeinde der „Nazarener“. 1913 vermachte die Kunstsammlerin und Mäzenin Henriette Hertz den ihr überlassenen Palazzo einschließlich ihrer kunsthistorischen Spezialbibliothek der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, der Vorgängerin der Max-Planck-Gesellschaft.

Eingang zur Bibliotheca Hertziana

Eingang zur Bibliotheca Hertziana

Die Bibliotheca Hertziana/Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte genießt einen hervorragenden Ruf in der Wissenschaftsgemeinde Roms und weit darüber hinaus. 2013 war der Umbau der Hertziana zu einem wahren „Raumwunder“ abgeschlossen. Eine Viertelmillion Bücher lagert hier um einen Lichthof, „einem fast unsichtbaren, phantastischen Trichter aus Licht, umgeben von einem Schatz aus Papier“. In Höhe der obersten Plattform der Spanischen Treppe führt uns der Rundgang nun zur Villa Medici (21). Ursprünglich war sie eine luxuriöse Stadtvilla, kam später in den Besitz der Grande Nation, deren damaliger Erster Konsul, Napoleon, die Villa 1803 der Französischen Akademie übergab. Seitdem ist der Prachtbau mit seiner strengen Straßenfront und einer opulenten Gartenfassade ein bedeutendes römisches Kunst- und Kulturzentrum. An das Gelände der Villa Medici schließt sich der Park auf dem Pincio (22) an, Roms erster Volkspark mit einer herrlichen Aussichtsplattform, viel Grün und einigen Hundert Porträtbüsten italienischer Patrioten. Folgt man nun der Viale delle Magnolie, öffnet sich das weite Gelände der Villa Borghese (23), Roms grüne Lunge.


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