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Reiseführer Rom

 

Tour 3 durch Rom

Im Schatten des Petersdoms

Zur Engelsburg und in den Vatikan

Schweizer Gardist

Schweizer Gardist

Wo die Schleife des Tiber fast an die Kolonnaden des Petersplatzes heranreicht, verbinden gleich drei Brücken die Flussufer. Die meisten der zum Vatikan strömenden Pilger, Neugierigen und Kunstinteressierten bevorzugen die mit Abstand älteste von ihnen, die Engelsbrücke (Ponte Sant`Angelo) (1). Auf ihren antiken Bögen den Fluss zu überqueren, links und rechts begleitet von Berninis ergreifenden Engelsfiguren, ist ihnen eine willkommene Einstimmung auf das, was sie hinter den Mauern des Vatikan erwarten wird.

Engelsburg

Doch zunächst versperrt das monumentale Mauerrund der Engelsburg (Castel Sant` Angelo) (2) den Blick auf das eigentliche Ziel. Gedacht und anfangs auch genutzt als Grabmal der römischen Kaiser bis ins frühe 3. Jahrhundert, wurden schon bald seine Qualitäten als Verteidigungsanlage erkannt. Kaiser Aurelian, der Rom mit einer nach ihm benannten massiven Mauer umgab, fügte den steinernen Koloss in sein Verteidigungssystem ein. Später, im Mittelalter, entdeckten die Päpste den Nutzen der Burg als sicheren Zufluchtsort und vorübergehende Residenz. Bis in das 19. Jahrhundert spielte die Engelsburg in den Überlegungen kirchlicher und weltlicher Machthaber eine bedeutende Rolle. Und allen, die sie in der Hand hatten, diente sie als Kerker für ihre prominenten Gefangenen, denen man keine Grausamkeiten ersparte. Von außen sieht er wie eine ganz gewöhnliche, hohe Mauer aus, im Innern aber verläuft ein überdachter Fluchtgang, der Passetto di Borgo. Er diente Päpsten, Kardinälen und anderen Kirchenoberen, die sich in den vatikanischen Palästen bedroht fühlten, als sichere und nicht einsehbare Verbindung zur Engelsburg. Die Anlage stammt aus dem späten 13. Jahrhundert und ist noch relativ gut erhalten.

Petersdom

Petersdom

Der Passetto endet an den rechten Kolonnaden des Petersplatzes (3), einem Meisterwerk des genialen Bildhauers und Architekten Gian Lorenzo Bernini. Streng genommen breiten sich zwei Plätze vor dem Portal der Peterskirche aus: Unmittelbar davor die trapezförmige Piazza Retta, die übergeht in die ovale Piazza Obliqua mit ihren gewaltigen Ausmaßen. Eingefasst wird sie von dem Halbrund der Kolonnaden aus mehr als dreihundert Säulen und Pfeilern. Sie tragen eine Balustrade, die mit zahllosen Heiligenstatuen besetzt ist. Auf der Piazza Obliqua, mit zwei großen Brunnen an den Seiten und einem altägyptischen Obelisken in ihrer Mitte, versammeln sich die Gläubigen aus aller Welt zu Gottesdiensten und Generalaudienzen. Wo nach der Überlieferung der im Jahre 64 n. Chr. hingerichtete Apostel Petrus begraben wurde, entstand unter dem ersten christlichen Kaiser Konstantin eine große fünfschiffige Basilika. Häufig restauriert und ergänzt, hielt sie über 1000 Jahre den Belastungen stand. 1506 war es Papst Julius II., der den Auftrag zum Neubau des nun baufälligen S. Pietro erteilte. Das anspruchsvolle Vorhaben geriet zu einer quälend langen, von Rivalitäten, Skandalen, Geldmangel, Fehlentscheidungen geprägten Baugeschichte, an der alle Päpste und namhaften Architekten der Zeit beteiligt waren. Nach 120 Jahren Bauzeit einschließlich diverser Unterbrechungen wurde der neue St. Peter 1626 geweiht, aber noch bis in das 19. Jahrhundert waren Künstler und Handwerker mit der Ausstattung der dreischiffigen Basilika beschäftigt. Links neben St. Peter liegt mit dem Campo Santo Teutonico (4) ein stiller, friedlicher Ort abseits der Besucherströme. Er geht auf eine deutsche Stiftung aus der Zeit um 800 zurück. Ein Priesterkolleg kam hinzu und auch der römische Sitz der Görres-Gesellschaft. Auf dem „Friedhof der Deutschen und Flamen“, so die offizielle Bezeichnung, genießen nur in Rom und Umgebung ansässige flämische und deutsche Katholiken das Begräbnisrecht. Viele prominente Deutsch-Römer fanden hier ihre letzte Ruhestätte.

Eingang zum "Friedhof der Deutschen"

Eingang zum "Friedhof der Deutschen"

Am Campo Santo Teutonico vorbei führt die Route in die Vatikanischen Gärten (5). Sie sind nicht öffentlich zugänglich. Interessierte Besucher sind auf die angebotenen Führungen angewiesen. Die prächtig gestalteten Gärten weisen eine Vielzahl einheimischer und exotischer Pflanzen auf, auch große Rasenflächen, zahlreiche Skulpturen und über das Gelände verstreut eine Reihe sehenswerter Bauten.

Ausführliche Informationen zum Vatikan finden Sie hier

Viele Tage könnte man in den Vatikanischen Museen (6) verbringen, gelten sie doch als eine der großartigsten Kunstsammlungen der Welt. Wollte man alle 50.000 oder mehr Exponate aufsuchen, wären über 7 km zurückzulegen. Die Museumsverwaltung hat vier Rundgänge von unterschiedlicher Dauer (2 – 6 Stunden) ausgeschildert. Der Andrang zu den Highlights, insbesondere zur Sixtinischen Kapelle und den Stanzen des Raffael, ist an jedem Tag und zu jeder Jahreszeit beträchtlich.


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