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Von Minos bis Venizelos

Wer Kreta und die Kreter heute verstehen will, sollte auch einen Blick in die Vergangenheit werfen. Während der letzten zweitausend Jahre war das Geschick der Insel fortwährend von fremden Herrschern bestimmt, deren eigentliches Machtzentrum außerhalb Kretas lag. 67 v. Chr. ging Kreta als Provinz an das römische Weltreich, zwischen dem 1. und 4. Jahrhundert erfolgte die Christianisierung der Insel. Der lange Zeitraum der Missionierung läßt darauf schließen, dass die Bevölkerung nicht umstandslos von den alten Kulten und Göttern lassen wollte, und der berühmte Satz des Apostels Paulus "Alle Kreter sind Lügner, böse Tiere und faule Bäuche" läßt auch nicht gerade auf große Wertschätzung der einheimischen Bevölkerung schließen.

Mit der Teilung des römischen Reiches 395 n. Chr. fiel Kreta an Ostrom, wurde also dem - später so mächtigen - Byzantinischen Reich einverleibt. Die Herrscher in Konstantinopel mußten ihre Besitzungen auf Kreta im 9. und 10. Jh. zeitweilig räumen, weil arabische Eindringlinge sich der Insel bemächtigten. Nachdem 961 die Rückeroberung Kretas gelungen war, wurde ein Großteil des Landes an adlige byzantinische Familien verteilt.

Aus dem Niedergang des Byzantinischen Reiches folgte für Kreta jedoch keineswegs ein eigenständiger Weg. Von 1204 bis 1669 nämlich herrschte das ferne Venedig über die Insel und nutzte ihre wirtschaftlich und strategisch herausragende Rolle im östlichen Mittelmeerraum. Während die Zeugnisse aus früheren Epochen sehr rar sind, belegen zahlreiche Reisende und auch venezianische Quellen den beständigen und immer wieder aufkeimenden Widerstand der kretischen Bevölkerung gegen die venezianische Besatzermacht, nicht selten mit blutigem Ausgang. Doch die italienische Herrschaft wurde schließlich abgelöst - durch eine neue Macht: das Osmanische Reich. Von 1669 bis 1898 ordnete sich das Inselgeschehen den Interessen des riesigen türkischen Reiches unter, soweit nicht lokale Paschas ihre eigenen Vorteile durchsetzten. Blutige Aufstände begleiteten auch diese Epoche, bis der Niedergang des mächtigen Osmanischen Reiches Kreta 1898 zur Autonomie verhalf. 1913 schließlich erfolgte der Anschluß an Griechenland und damit die Einbindung Kretas in die mitteleuropäische Geschichte des 20. Jhs. Doch noch einmal, während des Zweiten Weltkrieges, sollten sich Besatzer hier niederlassen: Deutsche Truppen besetzten im Mai 1941 die Insel. Doch die kretische "Tradition des Widerstands" zeigte auch dieses Mal ihre Kraft und band die Besatzer in erheblichem Maße. Die Blutspur durch Massenerschießungen, die deutsche Soldaten an Unschuldigen in Kreta vornahmen, ja die komplette Ausradierung von ganzen Dörfern, endete 1945.

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