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Agios Nikólaos, Pionier des Fremdenverkehrs

Rund um den kleinen Voulisméni-See an der Mirabello-Bucht gelegen wird Agios Nikólaos, das aufgrund über 40jähriger Erfahrung zu den Fremdenverkehrs-Pionieren auf Kreta zählt, mit seinen 9500 Einwohnern sehr stark vom Tourismus-Geschäft geprägt.

In der Antike lag hier unter dem Namen Lato pros Kamara der Hafen der nicht weit entfernten dorischen Stadt Lató . Mit der Zeit jedoch lief die Hafensiedlung der 13 km landeinwärts gelegenen Stadt den Rang ab. Die Genueser errichteten Anfang des 13. Jh. ein Kastell mit dem Namen Mirabello („schöne Aussicht“), eine Bezeichnung, die schließlich auf die gesamte vorgelagerte Bucht überging. Von den Venezianern ausgebaut, wurde es im Verlauf der türkischen Eroberung Kretas zerstört, so dass heute keine Spuren mehr davon vorhanden sind. An seiner Stelle erhebt sich jetzt die Kreisverwaltung der Stadt.

Erst nach 1870 erlangte der Ort wieder langsam Bedeutung, als sich Bewohner der Dörfer Kritsá sowie Sfakioten aus dem Westen Kretas hier niederließen. Noch im Jahr 1900 lebten hier kaum mehr als 500 Einwohner. Nach einer dem hl. Nikolaus geweihten Kapelle erhielt die Stadt dann ihren neuen Namen.

Trubel bis in den späten Abend

Lebendiges Zentrum von Agios Nikólaos im Sommer ist der 64 m tiefe Voulisméni-See mit seinen Restaurants, Cafes und Bars, wo bis in den späten Abend hinein Trubel herrscht. Mehrere Lokale oberhalb des Sees gewähren einen vorzüglichen Blick auf das Treiben rund um See und Hafen. Noch Mitte des 19. Jh. war dieser neben dem Kournás-See einzige Süßwassersee Kretas abgeschlossen. Heute ist er durch einen Kanal mit dem Meer verbunden und seine Ufer werden von Fischerbooten als Anlegestelle genutzt. Die Ufer fallen steil in die Tiefe ab, so dass es sich wahrscheinlich um keinen vulkanischen Krater handelt, sondern eher um einen unterirdischen Fluß, der sich hier seine Mündung suchte. Ein kleiner osmanischer Brunnen sowie einige Meter weiter ein in den Felsen gehauenes Kirchlein mit alter, von Löwen mit Flügeln verzierter Tür, gehören zu den wenigen historischen Bauten direkt am See.

Agios Nikólaos zählt zu den großen Tourismuszentren der Insel, auch nördlich und südlich der Stadt breiten sich Dutzende von Hotelanlagen aus. Beschaulichkeit sollte man in den Sommermonaten hier also nicht erwarten, eher internationales, pulsierendes Leben.

Die Stadt eignet sich gut als Ausgangspunkt für Ausflüge in den Osten Kretas - Sitía ist 72 km, Ierápetra 36 km entfernt - , und vom Hafen aus können Schiffsausflüge unter anderem zur ehemaligen Leprakolonie Spinalonga unternommen werden (reine Fahrzeit ca. 1 Std). 1994 wurde direkt neben dem Busbahnhof ein neuer Yachthafen eröffnet.

Im Stadtgebiet selber sind nur einige winzige Strände zu finden, die in der Hauptsaison überlaufen sind. Ausweichmöglichkeiten bieten die zahlreichen Strände südlich der Stadt Richtung Sitía, die mit öffentlichen Bussen erreicht werden können, oder die Strände von Eloúnda.

Kultursommer „Lató“

Im Sommer werden unter dem Namen „Lató“ mehrere kulturelle Veranstaltungen durchgeführt, die Kunstausstellungen und Theateraufführungen, Darbietungen von Musik- und Tanzgruppen aus dem In- und Ausland umfassen.

Am Ostersonntag nachts um 24 Uhr findet auf einer Plattform im See die symbolische Verbrennung des Judas statt. Tausende von Menschen versammeln sich mit brennenden Kerzen am Ufer, um diesem Schauspiel beizuwohnen.

Am 31. 12. jeden Jahres findet ein weiteres traditionelles Ereignis statt: Ein alter Mann verläßt auf einem Fischerboot den Hafen und symbolisiert das abgelaufene Jahr. Ein junger Mann auf einem schön geschmückten Fischerboot fährt im Gegenzug in den Hafen ein, das neue Jahr darstellend. Er verteilt Geschenke an die Kinder, von der Menge jubelnd begrüßt.

Auf der kleinen vorgelagerten Insel Agía Pandes wurden wilde kretische Ziegen angesiedelt, die man einst überall in den unzugänglichen Bergregionen fand und die in viele Sagen und Volkslieder Eingang fanden. Mittlerweile haben sie sich so vermehrt, daß es schon zu viele geworden sind. Einmal im Jahr dürfen auch Besucher zum Fest der Kirche der Allerheiligen auf die Insel.

 

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