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Geschichten um kretische Pflanzen

 

Wer heute durch die kretische Gebirgswelt wandert und zwischen Geröllhalden und Steinwüsten bisweilen nur wenig Grün entdeckt, das einen aussichtslosen Kampf zu führen scheint, mag sich kaum vorstellen, daß diese Insel bis in venezianisch/osmanische Zeit hinein von üppigen, dichten Wäldern bedeckt war. Reisende vergangener Jahrhunderte berichten von riesigen Zypressenwäldern, Feuchtgebiete waren dicht von Platanen bestanden. Davon ist nur wenig geblieben, vor allem in schwer zugänglichen Schluchten erhält man noch eine Ahnung von der einstigen Vielfalt der Natur. Bedenkenlose Nutzung als Bauholz vor allem für die Schiffe der venezianischen Flotte, Brand- Rodung im Zusammenhang mit Grundstücksspekulationen - ein Phönomen, das bis in unsere Tage zu beobachten ist - und vor allem die zu große Zahl an Ziegen und Schafen, die nachwachsenden Pflanzen keine Chancen läßt, bilden den Hintergrund für die heutige desolate Situation. Dennoch ist von der einstigen Pflanzenvielfalt heute noch einiges zu entdecken, wenngleich oft in wenigen Exemplaren und nur für ein botanisch geübtes Auge auffindbar. Annähernd 200 Pflanzen sind endemisch, d.h. sie kommen ausschließlich auf Kreta vor.

Die vielleicht berühmteste ist der kretische Diktamus (Origanum dictamnus L.), eine seit der Antike bekannte Heilpflanze, die bei zahlreichen Beschwerden Anwendung fand und heute noch findet. Das bis zu 20 cm große, mit weißen Haaren dicht bedeckte Gewächs, das im späten Frühjahr Blüten treibt, wird von mehreren antiken Schriftstellern erwähnt. Bereits in Homers Ilias aus dem 8. Jh. v. Chr. und bei Euripides findet man Hinweise auf Diktamus. Aphrodite selbst soll, als sie Geburtswehen verspürte, ins Ida-Gebirge aufgebrochen sein, um mit Diktamus die Schmerzen zu lindern. Hippokrates (460-370 v. Chr.) schlug dessen Anwendung bei Gallensteinen, Lungenkrankheiten und als Pflaster bei Wunden vor. Von Aristoteles stammt die Geschichte, die Wildziegen Kretas, von vergifteten Pfeilen während der Jagd getroffen, würden Diktamus fressen bzw. ihn kauen, damit ihre Wunden lecken und somit das Gift neutralisieren.

Diktamus wächst im Hochgebirge in schwer zugänglichen Felsspalten und kann oft nur mit mühevoller Kletterei gesammelt werden. Eine Unternehmung, bei der früher so mancher zu Tode stürzte. Mittlerweile wird die Pflanze jedoch auch erfolgreich gezüchtet. Diktamus wird heute auf Märkten und in Klöstern als Tee angeboten, probieren Sie doch einmal diesen würzigen Kräutertee!

Zu den auch heute noch häufig wachsenden Heilpflanzen Kretas zählt Salbei, ein beliebter Tee bei Erkältungskrankheiten. Neben dieser buschartigen Pflanze, die in zwei Arten vorkommt, findet man auf Kreta auch sogenannten Apfelsalbei, ein bis zu 1 m hoher Strauch, der seinen Namen von kleinen apfelähnlichen Früchten erhielt, die eßbar sind und als durststillend gelten. Vor allem in größeren Höhen gedeihen verschiedene Arten von Bergminze, eine würzige Heilpflanze, die als Zusatz bei Speisen und als Mittel gegen Erkältungskrankheiten Anwendung findet. In großen Mengen wächst auf Kreta Thymian, kretischer Thymianhonig ist eine aromatische Spezialität, die sich kein Feinschmecker entgehen lassen sollte.

 

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