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Die Samariá - Schlucht

Natur, Geschichte und Kultur

Wie ein tiefer Riß gräbt sich die Samariá-Schlucht in die Erde. So nimmt es nicht Wunder, daß alte Sagen erzählen, ein Titan, einer der vorgriechischen Götter, habe hier mit einem Messer die Erde aufgeschlitzt. Die Unzugänglichkeit dieser Region, in der im Winter herabschießendes Wasser Bäume und Geröll mit sich trägt und so ein Durchkommen unmöglich werden läßt, übte trotzdem schon seit jeher eine besondere Anziehungskraft auf die Bewohner der Insel aus. Wenngleich aus ganz unterschiedlichen Gründen. Fast zwei Dutzend Quellen im Bereich der Schlucht sicherten nicht nur die Wasserversorgung auch während der trockenen Sommermonate. Sie waren als heilige Stätten vermutlich auch Orte kultischer Verehrung, wie einige Funde vermuten lassen, die bis in die minoische Zeit zurückreichen. Antike Städte, wie das bei Homer erwähnte Tarras an der Stelle des heutigen AgíaRouméli, blühten aufgrund der geschützten Hafenbucht auf und übten eine Brückenfunktion im Handel mit Ägypten und dem afrikanischen Raum aus.

Später diente die unzugängliche Schlucht als wichtiges Rückzugsgebiet für die einheimische Bevölkerung. Rebellen fanden hier bereits in venezianischer Zeit Zuflucht, und den osmanischen Truppen wurde hier so manch blutige Niederlage zugefügt. Bisweilen genügten wenige hundert ortskundige Männer, um an den engsten Stellen der Schlucht eine vielfache Übermacht abzuwehren. 1867 wurde in Samariá gar eine provisorische Druckerei eingerichtet, in der die Aufständischen eine eigene Zeitung herausgaben. Nach dem Überfall deutscher Truppen auf Kreta 1941 gelang der griechischen Regierung und König Georg über die Samariá-Schlucht die Flucht nach Ägypten.

Doch die nur schwer erreichbare Schlucht hielt die Kreter nicht davon ab, sich auch hier niederzulassen. Noch heute weisen Ruinen verlassener Dörfer, Reste von Ölpressen und Kornmühlen sowie zahlreiche von den Bauern gepflanzte Ölivenbäume den Wanderer auf eine noch gar nicht so weit zurückliegende Vergangenheit hin.

1962 mußten die letzten Bewohner die Region verlassen, damals wurde ein 485 Tsd qm großes Gebiet rings um die Schlucht zum Nationalpark erklärt. Damit konnte - trotz einer in den folgenden Jahrzehnten drastisch ansteigenden Touristenzahl, die die Schlucht durchwandert - eine besondere Flora und Fauna unter Schutz gestellt werden, die bis heute in ihrer Vielfalt zu faszinieren vermag. Uralte Zypressen mit Stammumfängen bis zu 6 Metern - darunter oreia kyparissos, eine schon in der Antike erwähnte Art - und große Platanen können hier noch in großer Zahl bewundert werden. Hinzu kommen Fichten und Olivenbäume, Pinien und Eichen, Kiefern, Zedern und Ahornbäume, ja sogar Feigen- und Maulbeerbäume. Blühende Oleanderbüsche setzen in der steinigen Landschaft farbige Akzente, wohlriechende Kräuter wie wilder Majoran (Oregano), Thymian, Salbei und Bergminze fallen den meisten Besuchern dagegen gar nicht auf. Neben einigen Lämmergeiern, die in den Weißen Bergen heimisch sind, ist es vor allem die kretische Wildziege Kri-Kri , die seit jeher die Schlucht bevölkert. Am ehesten besteht in den frühen Morgenstunden oder am späten Nachmittag die Chance, diese behenden Turner irgendwo in den Felswänden zu entdecken.

 

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