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Die geheinmisvollen Schriftzeichen
des Diskos von Festós

Der Diskos von Festos als Souvenir

Der Diskos von Festos als Souvenir

Im Archäologischen Museum von Iráklion wird in einer gesonderten Vitrine eine kleine tönerne Scheibe ausgestellt, deren kulturhistorische Bedeutung auf den ersten Blick kaum ersichtlich ist. Die zwei cm dicke Scheibe mit einem Durchmesser von 16 cm ist auf beiden Seiten mit bildhaften Zeichen und Symbolen versehen, die von der Fachwelt zu den ältesten Schriftzeichen der Welt gezählt werden. In spiralförmiger Weise sind von außen nach innen in den noch feuchten Ton mit einer Art Stempel Zeichen eingeritzt worden. Insgesamt 45 verschiedene Symbole können unterschieden werden, senkrecht eingeritzte Striche trennen einzelne Gruppen von Symbolen voneinander. Ein Teil der Symbole ist sehr bildhaft, ja realistisch gehalten, so z.B. der Kopf eines Menschen mit außergewöhnlichem Haarschmuck, eingeritzte Männer und Frauen, Vögel und Pflanzen. Andere wiederum sind mit unseren heutigen Sehgewohnheiten nur schwer deutbar, so z.B. stilisierte Pfeile, Werkzeuge oder Andeutungen von Gefäßen. Da dieser in Festós entdeckte Diskos - Wissenschaftler datieren seine Entstehungszeit auf vor 1600 v. Chr. - bislang ein einmaliges Fundstück darstellt und eine vergleichbare Zeichenschrift kaum zur Verfügung steht, ist es nicht verwunderlich, dass zahlreiche, mehr oder weniger ernst zu nehmende Deutungs- und Übersetzungsversuche vorliegen, von denen sich jedoch bislang keiner in der Fachwelt durchzusetzen vermochte. Da einzelne Symbole gehäuft auftauchen - so der Mann mit Kopfschmuck oder sieben Punkte in einem Kreis - schließen manche auf eine rhythmische Anordnung der Zeichen und damit auf eine Art religiösen Hymnus. Andere wiederum versuchten, den Zeichen phonetische Laute zuzuordnen und damit die minoische Sprache zu rekonstruieren. Die Bildhaftigkeit der Zeichen läßt jedoch eher vermuten, daß sie unmittelbar für die dargestellten Objekte und Personen standen und noch keine abstrakten Zeichen für menschliche Laute darstellten. Einflüsse aus dem ägyptischen und semitischen Sprachraum sind wahrscheinlich.

Einer der vielen Übersetzungsversuche stammt von Victor J. Kean, dessen Deutungsversuch "Der Diskus von Phaestos" im kretischen Buchhandel auch in deutscher Sprache vorliegt. Wenngleich vielleicht nicht besonders ernst zu nehmen, so verdeutlicht doch die Auseinandersetzung mit den einzelnen Schriftzeichen und ihre in manchen Fällen kaum noch nachzuvollziehende Interpretation die Schwierigkeiten, das Rätsel dieser Hieroglyphen zu entziffern. Die Zusammensetzung zu einer Geschichte eines Mannes, der als Seßhafter sich auf den Weg macht, um die immer noch umherziehenden Nomadengruppen davon abzuhalten, die Viehbestände der Niedergelassenen zu töten und deren Feldfrüchte zu rauben, kann veilleicht trotzdem als phantasievolles Produkt zu eigenen Deutungen anregen. Doch solange es nicht gelingt, diesen Fund in seiner Funktion für die minoische Gesellschaft zu erklären, wird es bei mehr oder weniger nachvollziehbaren Spekulationen bleiben. Solange wird der Diskos also ein Rätsel bleiben, und die besitzen bekanntermaßen ja eine magische Anziehungskraft.

 

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