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Touren auf Kreta (3):
In die Berge nördlich von Agios Nikólaos

Bei diesem Tagesausflug durch die Dörfer nördlich von Agios Nikolaos erleben Sie das ländliche Kreta in seiner kargen Schlichtheit. Zum Teil wird hier im Land der Windmühlen noch mit Ochsen gedroschen.

Traditionelle dörfliche Architektur findet man in Limnes

Zunächst geht es von Agios Nikolaos aus Richtung Iraklion nach Limnes, wo den Besucher eine wunderbare traditionelle Dorfarchitektur erwartet, fernab von jeglichem Touristenrummel. Weiter geht es nach Nikithianos, wo es mitten im Dorf nach rechts, Richtung Fourni, in die Berge geht. Auf der anderen Seite des Tales schmiegen sich malerisch mehrere kleine Dörfer an den Hang. Wir erreichen ein landwirtschaftlich genutztes Hochtal, wo es selbst im Sommer noch grün ist, da sich hier das Wasser von den umliegenden Bergen fängt.

Bei Kastelli (Kreta)

Das Hochtal bei Kastelli

Im ursprünglich gebliebenen Dorf Kastelli mit seiner engen Ortsdurchfahrt sind - ähnlich wie im folgenden Dorf Fourni - alte, zum Teil bis auf die venezianische Zeit zurückgehende Gebäude erhalten geblieben, die zu einem Bummel durch die Gassen verlocken.

Dorf Kastelli (Kreta)

In Kastelli unterwegs

Die anschließende Allee aus Eukalyptusbäumen hat von ihrer einstigen Schönheit einiges eingebüßt, seit die Bäume aus Sicherheitsgründen stark gestutzt wurden. Nach dem Ortsende von Fourni können Sie rechts der Straße dem Atelier Falconi einen Besuch abstatten: ein Familienbetrieb, in dem Vater und Sohn als Ikonenmaler an der Arbeit sind. Der für Kreta seltene Familienname weist auf den italienischen Großvater hin. Hier werden u.a. auch große Ikonen für die Kirchen der Umgebung gefertigt, aber natürlich kann man auch kleinere Exemplare kaufen. Allerdings sind diese handgemalten Arbeiten erheblich teurer als die Drucke in den Touristenläden.

Hundert Meter weiter geht es links ab Richtung Dories. Wir erreichen erneut eine fruchtbare Hochebene, die landwirtschaftlich genutzt wird, eingerahmt von fast kahlen Bergen. Im Frühjahr sind die Wiesen von einem weißen Blumenteppich überzogen, beiderseits der Straße blüht der Ginster, und roter Mohn setzt markante Farbtupfer.

Das Kafenion in Dories lädt zu einer Erfrischung ein. Die Dorfkirche mit ihren alten Ikonen gehörte einst zum Kloster Agios Konstantinos, einst ein bedeutendes kirchliches Zentrum der Region. Überall umgeben in dieser Region mühsam aufgerichtete Steinmauern die Felder und Wiesen, um die Erde hier von der allgegenwärtigen Steinfracht zu befreien. Den vorbeifahrenden Urlaubern wird so die Härte des kleinbäuerlichen Lebens in einer kargen Landschaft - gestern wie heute - anschaulich vor Augen geführt.

Kloster Areti (Kreta)

Kloster Areti

Einen Kilometer hinter Karidio folgt das von mächtigen alten Bäumen umgebene Kloster Areti, einst eines der bedeutendsten und reichsten Klöster Kretas. Es verfügte über ansehnlichen Grundbesitz, barg Werkstätten, eine Ölmühle und eine Kelterei in seinen Mauern. Aufgrund der Wasserknappheit hier oben legten die Mönche riesige Zisternen zum Auffangen des Regenwassers an, die man heute noch vorfindet. Das lange Zeit verlassene Kloster wurde vor einigen Jahren renoviert und erstrahlt heute in neuem Glanz.

Weiter geht es durch eine karge, von Steinen übersäte Landschaft. Bald eröffnet sich ein weiter Blick über die Küste. Hier oben wächst kaum etwas, Schafe und Ziegen ernähren sich vom spärlichen Grün. Selbst Olivenbäume sind nur selten zu entdecken, man trifft lediglich auf einige Mandelbäume. Hier oben hält man nur vereinzelt Kühe, sie dienen weniger als Milchproduzenten denn als Arbeitstiere.

Viele der Ziegen, auf die Sie in solch einsamen Regionen wie hier oben stoßen, gelten für unsere Begriffe als verwildert. Nur unter großen Mühen werden sie manchmal mit Hilfe von Hunden zusammengetrieben, damit einige geschlachtet werden können. Die Ziegen stellen ein großes ökologisches Problem dar, das sie - in einer ohnehin in weiten Teilen zerstörten Landschaft - alles kahl fressen. Doch alle Versuche, die Ziegenhaltung drastisch zu beschränken, sind am Widerstand der örtlichen Bevölkerung gescheitert.

An der nächsten Kreuzung geht es rechts ab Richtung Vrouhas. Wer will, kann in Skinias einen Abstecher zum Meer hinunter nach Vlihadia machen. Hier herrscht Felsküste vor, einige Gewächshäuser dienen dem Gemüseanbau. Die Taverne Vlihadia direkt am Wasser wird nur selten von Touristen aufgesucht. Im Frühjahr erstreckt sich auch hier ein dicker Blumenteppich aus rotem Mohn, gelben Margeriten und wilden Geranien.

Windmühlen auf Kreta

Zurück über Skinias tauchen bei Epano Loumas die ersten Überreste der einst zahlreichen Windmühlen dieser Region auf. In Selles schließlich wartet eine Taverne auf hungrige und durstige Ausflügler. Auch hinter Vrouhas stößt man wieder auf die Reste großer Windmühlen. Von hier oben kann man einen herrlichen Blick auf Elounda und die vorgelagerte Insel Spinalonga mit den Resten ihrer venezianischen Festung genießen.

Der kleine Ort Plaka unten am Meer ist für seine Fischtavernen bekannt. Nach einem erfrischenden Bad in den Fluten geht es weiter nach Elounda, dem lebhaften Touristenort mit seinen zahllosen Hotel- und Ferienanlagen. Oberhalb des Meeres führt die Straße zurück nach Agios Nikolaos.

 

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