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Wildziegen, Steinadler und Lämmergeier

Kretische Ziege

Kretische Ziege

Von den Flußpferden und kleinen Elefanten, die Kreta einst bevölkerten, ist keine Spur mehr vorhanden. Und auch von den wilden Schafen, die früher durch die Bergwelt der Insel zogen, sind keine Exemplare am Leben geblieben. Einzig und allein die kretische Bergziege, auch Agrimi oder Kri Kri genannt, konnte dank besonderer Schutzmaßnahmen überleben. Die bis zu 70 cm langen, stark gebogenen Hörner der männlichen Tiere, die an einigen Stellen Verdickungen aufweisen, sind das Wahrzeichen dieser wilden Ziege. Einst verwendete man sie zur Herstellung der berühmten kretischen Bögen. Abbildungen auf Münzen und Siegeln aus minoischer Zeit lassen vermuten, daß die agrimi vor einigen Jahrtausenden als heilige Tiere verehrt wurden. Eine im Archäologischen Museum Iráklions ausgestellte Fayencearbeit stammt aus Knossós und zeigt eine säugende Wildziege. Auch in den griechischen Mythos hat die Wildziege Eingang gefunden. So soll Zeus in der Idäischen Höhle von der Wildziege Amalthéa ernährt worden sein, deren Milch von den Nymphen Ida und Adrastéa in ein Horn gefüllt worden war. Dieses "Füllhorn" gilt noch heute als Symbol für Reichtum und Überfluß. Die frühe Bewunderung für diese behenden Sprungkünstler ist verständlich, bis zu 10 Meter breite Schluchten sollen sie überwinden können. Ihr sicheres Bewegen in steilen Felswänden ließen die Jagd auf diese Tiere jedoch zu einem anstrengenden Unterfangen werden. Doch das schmackhafte Fleisch der Wildziege machten sie bis in unsere Tage zu einer begehrten Beute. Heute stehen Wildziegen unter strengem Schutz, allein im Bereich der Samariá-Schlucht wird ihr Bestand auf 2000 Exemplare geschätzt. Auf drei unbewohnten Inseln vor Iráklion und Agios Nikólaos werden die Agrimi seit einigen Jahren gezüchtet, so daß das Fortleben dieser Art mittlerweile gesichert erscheint. Doch in freier Wildbahn sind sie selten geworden. Die bräunliche Farbe dieser bis zu knapp einem Zentner schweren Tiere - die etwas größeren männlichen Tiere sind an ihren schwarzen Barthaaren zu erkennen - bietet eine gute Tarnung. Nur zu den Wildhütern der Samariá-Schlucht haben einige der Ziegen Zutrauen gefaßt, da sie hier bisweilen Futter erhalten.

Wer oben in den Bergen unterwegs ist, kann neben Falken und Bussarden auch noch Lämmergeier und Steinadler entdecken, die majestätisch am Himmel Kreise ziehen und als "Gesundheitspolizei" mit dem Aufspüren verendeter Schafe und Ziegen eine wichtige ökologische Funktion erfüllen.

 

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