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Die Tragödie von Arkádi

Am 1. Mai des Jahres 1866 versammelten sich Aufständische gegen die osmanische Herrschaft im Kloster Arkádi und wählten Vertreter für jede der kretischen Provinzen. Für Réthimnon war das der Abt des Klosters Arkádi, Gabriel Marinakis. Das Kloster wurde zu einem Zentrum der revolutionären Aktivitäten.

Dies blieb den osmanischen Behörden nicht lange verborgen und so forderte der türkische Pascha den Abt auf, das Kommitee der Aufständischen aufzulösen, andernfalls würde das Kloster zerstört werden. Bereits im Juli des gleichen Jahres verwüsteten türkische Truppen Teile Arkádis, ohne dass dies jedoch zu einer veränderten Haltung des Abtes führte. Im September erneurten die osmanischen Behörden die Warnung und drohten, beim nächsten Angriff das gesamte Kloster zu zerstören.

Im selben Monat landete ein griechischer Oberst auf der Insel, Panos Koroneos. Dieser erfahrene Offizier erkannte bald, dass eine erfolgversprechende militärische Verteidigung der Klosteranlage unmöglich sei. Er riet dazu, wenigstens die Ställe vor dem Kloster abzureißen, um dem Feind keinen zusätzlichen Vorteil zu verschaffen. Darüber hinaus sollten Bienenstöcke aufgestellt werden, deren Angriffe die türkischen Truppen schwächen sollten.

Doch seine mahnenden Worte blieben erfolglos, und so zog er mit seinen wenigen Soldaten wieder ab.

Am 7. November 1866 hatten sich insgesamt 964 Menschen im Kloster versammelt, darunter 259 bewaffnete Männer. Die meisten waren Frauen und Kinder aus umliegenden Dörfern, die aus Angst vor den türkischen Truppen hier Zuflucht gesucht hatten. Am Morgen des 8. November rücken 15 000 türkische Soldaten gegen Arkádi vor. Sie forderten die hinter den Klostermauern Verschanzten ein letztes Mal zur Kapitulation auf, doch die Antwort bestand aus mehreren Gewehrsalven. Ein ungleicher Kampf begann, dessen Sieger schon von Anfang an fest stand. Den ganzen Tag über dauerten die Schießereien an, auf beiden Seiten gab es zahlreiche Tote. Der Klosterhof war von Leichen überdeckt, Frauen und Kinder beteiligten sich nach Kräften an der Verteidigung.

In der Nacht beschloß man, zwei Männer nach Hilfe auszuschicken. Sie gelangten unerkannt durch die türkischen Reihen, doch von Erfolg war ihre Mission nicht gekrönt. Am Morgen des 9. November entbrannte der Angriff aufs Neue, die Kanonen der türkischen Truppen brachten schließlich das Westtor zum Einsturz, die Soldaten konnten ins Kloster eindringen.

Daraufhin wurde beschlossen, sich ins Arsenal zurückzuziehen und dort Feuer zu legen, um nicht in die Hände der Türken zu fallen. Viele flohen dorthin und als sich zahlreiche Angreifer vor der verschlossenen Tür des Arsenals versammelt hatten, schoß einer der Verteidiger, Konstantinos Giaboudakis, mit einer Pistole in die aufgehäuften Pulverfässer. Die darauf folgende immense Explosion tötete Dutzende von Verteidigern und Angreifern gleichermaßen.

Die Kämpfe waren daraufhin bald beendet, die türkischen Truppen nahmen 114 Gefangene, nur drei oder vier der Verteidiger konnten entfliehen. Unter den Toten befand sich auch Abt Gabriel. Die Verluste der Türken sollen weitaus größer gewesen sein, von 1500 gefallenen Angreifern ist die Rede.

Militärisch gesehen war die Verteidigung des Klosters sinnlos. Das Gemetzel trug jedoch zweifellos dazu bei, der Weltöffentlichkeit das Schicksal des kretischen Freiheitskampfes auf drastische Weise näher zu bringen. Ob allerdings die Losung 'Freiheit oder Tod' in diesem Fall moralisch zu rechtfertigen ist, das sei zumindest dahingestellt.

 

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