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Reiseführer Rom

Konstantinsbogen

Er ist der berühmteste aller römischen Triumphbögen und zählt zu den bekanntesten Wahrzeichen der Stadt am Tiber. Er liegt in unmittelbarer Nachbarschaft von Palatin, Forum Romanum und Kolosseum und so wird wohl jeder Rombesucher einen Blick auf seine prunkvolle Schaufront werfen. Errichtet wurde der Bogen zu Ehren des römischen Kaisers Konstantin d. Gr., der den widerrechtlich an die Macht gelangten Gegenkaiser Maxentius im Jahre 312 ausgeschaltet hatte. Dem Sieger über einen römischen Rivalen ein Denkmal zu setzen, war ein Novum und erklärt sich vielleicht aus der inneren Zerrissenheit des Reiches, das seinen Zenit überschritten hatte und das Ende kommen sah. Schon wenige Jahre nach Errichtung des Monuments verlegte Konstantin den Sitz der Reichshauptstadt nach Konstantinopel.

Konstantinsbogen (Rom)

Dass Rom nicht mehr aus dem Vollen schöpfen konnte, belegen die zahllosen Reliefs, Säulen und Statuen, die älteren Bauten entnommen und am Konstantinsbogen wiederverwendet wurden. Sein Fassadenschmuck ist regelrecht zusammengestückelt.

Der Mangel an Staatsaufträgen im vergangenen Jahrhundert hatte viele Bildhauerwerkstätten in den Ruin getrieben oder dazu gezwungen, sich mit anspruchslosen Arbeiten über Wasser zu halten. So waren überdurchschnittliche Bildwerke im Rom des frühen 4. Jahrhunderts Mangelware.

Im Vergleich mit dem 203 n. Chr. vollendeten Septimius-Severus-Bogen (auch er ein dreitoriger Ehrenbogen) auf dem nahen Forum Romanum wirkt der Konstantinsbogen in seinen Proportionen ausgewogener. Breit gelagert, standfest, die drei Tore harmonisch in den Baukörper eingepasst, übertrifft er in seiner Wirkung den steil proportionierten Septimius-Severus-Bogen mit viel zu schmal erscheinenden Toren und einer schweren, fast erdrückenden Attika darüber.

Der „Attika“ genannte obere Abschluss eines Triumphbogens trägt in der Regel die Widmungsinschrift, die Aufschluss gibt über die Verdienste des hier Geehrten. In der ungewöhnlich ausführlichen Laudatio auf Konstantin heißt es:

Dem Kaiser Caesar Flavius Constantinus Maximus, dem frommen und glücklichen Augustus, widmen Senat und römisches Volk diesen Bogen als Zeichen des Triumphs, denn durch göttliche Eingebung und großen Mut hat er mit seinem Heer den Staat in einem gerechten Krieg zu gleicher Zeit von einem Tyrannen und dessen Anhängerschaft erlöst

Der Konstantinsbogen hat drei Durchgänge. Der große mittlere ist 11,45 m hoch und 6,50 m breit. Er wird flankiert von zwei niedrigeren Durchgängen. Diese bis zu 7 m tiefen Tore bilden mit Säulen, Gesims, Statuen und Reliefs eine bewegte Schaufront, die wir uns genauer ansehen wollen.

Konstantinsbogen (Rom)

Die Schlacht an der Milvischen Brücke im Jahre 312

Postamente, mit den Abbildern von Siegesgöttinen und gefangenen Feinden geschmückt, bilden die Basis der Säulen. Sie sind Bauten des Domitian vom Ende des ersten Jahrhunderts entnommen worden. Flache Pilaster in Höhe der Attika nehmen die vertikale Gliederung auf. Vor ihnen sind, deutlich sichtbar, die Statuen gefangener Daker aufgestellt. Sie stammen aus der Zeit Trajans (reg. 98 – 117). Die Felder und Zwickel über den Bogenrundungen sind über und über mit Reliefs bedeckt. In den Zwickeln der kleinen Durchgänge sind es Darstellungen von Flussgottheiten, und in denen des Hauptdurchgangs haben Viktorien aus konstantinischer Zeit ihren Platz gefunden.

Konstantinsbogen (Rom)

Oben: Dakerschlacht, darunter : die römische Mondgöttin Luna
und: Aufbruch des Heeres von Mailand

Auf den Schmalseiten und unmittelbar über den Bögen der kleinen Durchgänge wird die Geschichte des siegreichen Feldzugs gegen Maxentius, als schmaler, den gesamten Triumphbogen umlaufender Figurenfries erzählt. Beginnend auf der westlichen Schmalseite mit dem Aufbruch des Heeres von Mailand, endet die Darstellung auf der Nordseite mit der Geldverteilung am 1. Januar des Jahres 313. Dieses Reliefband, das den Anlass für die Errichtung des Triumphbogens nachzeichnet, stammt aus der Zeit des Konstantin, dagegen werden die auffallenden acht Tondi (Rundbilder) mit einem Durchmesser von mehr als zwei Metern über den kleinen Durchgängen beider Schaufronten der Zeit des Hadrian zugeordnet (reg. 117 bis 138). Sie zeigen Jagdszenen, deren Held Hadrians jugendlicher Liebhaber Antinoous ist, und Opferhandlungen. Wildschweine werden gejagt, Löwen und Bären, Opfergaben der Diana, dem Herkules und Apoll überbracht. Um die hadrianischen Bildwerke an ihre neue Bestimmung anzupassen, wurden die Konterfeis des Hadrian umgearbeitet und den Gesichtszügen Konstantins angeglichen.

Konstantinsbogen (Rom)

Links: Ansprache des Mark Aurel
Rechts: Opferszene im Feldlager

Große Relieftafeln an der Attika der südlichen wie auch der nördlichen Schaufront zeigen Szenen aus dem Leben des Mark Aurel (reg. 161 – 180). Es sind kriegerische Ereignisse wie seine jahrelangen Auseinandersetzungen mit den Völkern der Quaden und Markomannen, die auch auf der Mark-Aurel-Säule detailliert dargestellt werden.

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