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Reiseführer Münsterland

Abteikirche Marienfeld

 

Längst werden die Abtei und auch die Wirtschaftsgebäude des im 12.Jahrhundert gegründeten Klosters Unserer Lieben Frau von Marienfeld auch von Seminar- und Tagungsgästen, Gourmets und Hotelgästen genutzt, die auf dem nahen Golfplatz ihrem Freizeitvergnügen frönen. In einem Teil des Abteigeländes jedoch gehen die Brüder des Klosters ihren Gebeten und Gottesdiensten nach.

Münsterland: Von Zisterziensern einst gegründet - die Abteikirche Marienfeld

Von Zisterziensern einst gegründet - die Abteikirche Marienfeld

Zisterzienser waren die „Gründungsväter der Abtei“. Diese Mönche wären nie nach Marienfeld gekommen, hätten nicht sieben westfälische Edelleute die Klostergründung tatkräftig unterstützt, darunter Widukind, der Vogt von Rheda, und Widukind von Schwalenberg. Widukind von Rheda war auch Edelvogt des Stifts Freckenhorst und stiftete mit den anderen Edelleuten dem Kloster ausgedehnte Ländereien.

Symbiose aus Romanik, Gotik und Barock

Das weitläufige Abteiareal ist frei zugänglich. Auch die Abteikirche steht den Besuchern offen. Durch ein Sandsteinportal mit den Symbolen der fünf Wunden Christi betrifft man eine Art Kirchenbezirk, ehe man ins Kircheninnere gelangt. Spätromanik und Gotik sind beim Bau der Kirche eine harmonische Verbindung eingegangen.

 

Münsterland: Die Ausschmückung der Barockkanzel (Abteikirche Marienfeld)

Die Ausschmückung der Barockkanzel

Fenstergewände des Sakralbaus bestehen aus Naturstein, Gewölbe und Wände aus verputztem Backstein. Statt je drei Kapellen zu beiden Seiten des Chores wurde bereits im 14.Jahrhundert ein Chorumgang geschaffen, den wir noch heute vorfinden. Typisch für die Marienfelder Abteikirche sind die steil ansteigenden kuppeligen Gewölbe. Fast alle Gewölbe sind mit Rippen unterlegt, die allerdings keine tragende Funktion haben. Der Raumschmuck ist sehr schlicht und unterwirft sich damit dem Gebot des Gründers der Zisterziensergemeinschaft, Bernhard von Clairvaux. Dieser hatte zeit seines Lebens gegen das bunte Gewirr von Löwen, Menschen und Halbmenschen sowie sonstigen Fantasiewesen in Kirchengemäuern gewettert, da sie nach seiner Auffassung vom Studium der heiligen Schrift ablenken. Auch auf einen Glockenturm verzichteten die „Weißen Mönche“ bei ihren Kirchenbauten. Nur ein Dachreiter mit kleinen Glocken war erlaubt.

Münsterland: Einer der filigran gearbeiteten Altäre der Abteikirche Marienfeld

Einer der filigran gearbeiteten Altäre der Abteikirche

Filigrane Kunstwerke

Unser Blick fällt beim Rundgang auf das Sakramentenhäuschen, eine filigrane Steinmetzarbeit, an deren Spitze ein Pelikan zu sehen ist, Symbol des sich aufopfernden Christus. Meisterwerke der Gelbgießkunst, darunter einen dreiarmigen Leuchter und ein Lesepult, können wir im Chor betrachten. Ein besonderer Hingucker ist der „in Gold getauchte“ Hochaltar aus dem 17.Jahrhundert. Dessen Entwurf geht auf den Hofmaler des Fürstbischofs Ferdinand von Fürstenberg zurück. Die Predella, der kastenförmige Untersatz des Altars, birgt u. a. die Reliquien der hl. Ursula. Die Bildtafeln des berühmten Marienfelder Altars, des Vorläufers des jetzigen Hochaltars, finden wir im Original verstreut in Museen zwischen Moskau und Chicago. Sechs der erhaltenen 15 Tafeln kann man im Landesmuseum für Kunst und Kultur in Münster bestaunen, so auch „Christus erscheint Maria“ und „Darstellung Jesu im Tempel“. Kopien der Bildtafeln sind im Chorumgang zu sehen, darunter die Geißelung Christi und die Grablegung.

Barock muss es sein

Nicht mehr vorhanden ist die monumentale Chorschranke, die im ausgehenden 18.Jahrhundert beseitigt wurde. Zwölf sitzende Apostelfiguren aus dem Lettner kann man allerdings in der Kirche noch auffinden, so auch Petrus und Jakobus. Zu den Kirchenschätzen gehört außerdem der Altar der hl.Familie im gotischen Seitenschiff. Besonders eindrucksvoll sind die „Säulenschnitzereien“, welche die Figuren der hl. Anna, des hl. Joachim und des Jesuskindes einrahmen. Über ihnen thronen zwei Engel. Barock in seiner Vollkommenheit – man betrachte die Korkenziehersäulen mit korinthischen Kapitälen und rankendem Wein sowie Rosen – begegnet dem Besucher mit dem separat gestellten barocken Beichtstuhl.

Die Barockisierung der Kirche setzte ein, als die Abtei neu gebaut wurde. Dies geschah im Zeitraum von 1699 bis 1702. Auch in den nachfolgenden Jahrzehnten wurde die Abtei verändert, so durch den Durchbruch der Chor-Ostwand und den Bau zweier Kapellen für den Ordens- und den Familienaltar. Insbesondere die ursprüngliche Ausstattung wurde im Rahmen dieser Umgestaltung sehr stark verändert, was wohl kaum im Einklang mit den strengen Auffassungen eines Bernhard von Clairvaux steht, sondern dem Zeitgeschmack geschuldet ist. Nur noch ein Altar aus der Renaissance hat diese Umgestaltung unbeschadet überdauert, der Passionsaltar mit seinen meisterlich gestalteten Bildfeldern, darunter die Geißelung Christi und die Kreuzigung.

Weitere Informationen

Bürgerbüro Harsewinkel
www.harsewinkel.de

Hotel Klosterpforte
www.klosterpforte.de

Klosterkeller in der Alten Abtei
Dieses ist nur eines der Restaurants in der Alten Abtei. Darüber hinaus existieren das Klosterstübchen und Rincklake’s. Deftiges wie Schweinehaxe mit Biersauce, aber auch Penne mit Hühnchen, Pfifferlinge in Kräuter-Weinsauce und Flammkuchen mit Tomate, Mozzarella und Ruccola serviert man im Klosterkeller als Hauptspeise. Süßschnäbel genießen Marillenknödel mit Vanillesauce oder Schokoladenmousse mit Fruchtmark als Nachtisch.

 

 

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