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Reiseführer Münsterland

Radtouren im Münsterland

Nicht nur an der Werse entlang:
Von Warendorf zu den Rieselfeldern von Münster

 

Über Freckenhorst mit seiner sehenswerten romanischen Stiftskirche führt der Weg nach Everswinkel. Dabei nutzen wir teilweise den ausgewiesenen Kultur-Parcours mit seinem Sonnenradlogo. Nicht nur die St.Magnus-Kirche, sondern auch das Mitmach-Museum Up’n Hof sind willkommene Zwischenstopps, ehe es zum Drostenhof nach Münster-Wolbek und dem dortigen Westpreußischen Landesmuseum weitergeht. Angelmodde und die dortige Kirche St. Agatha ist das nächste Etappenziel, ehe wir an die Werse gelangen. Diesem Flüsschen folgen wir, um nach Gelmer und zum Dortmund-Ems-Kanal sowie zu den Rieselfeldern zu gelangen.

Münsterland: So lebte man früher in Warendorf: Besuch in einem Gadem

So lebte man früher in Warendorf: Besuch in einem Gadem

Wer sich für Sakralarchitektur begeistern kann, der muss in Freckenhorst Station machen und sich die dortige romanische Stiftskirche anschauen. Mithilfe des münsterländischen Wabenetzes für Radfahrer und ausgewiesener Radwege verlassen wir Freckenhorst, um nach Everswinkel zu radeln. Dabei kommen wir auch am Spargelhof Hengemann vorbei, bevor wir Everswinkel erreichen. Hier sollte man kurz Rast einlegen, um sich die St.Magnus-Kirche näher anzuschauen: An der Südseite der Kirche sieht man nicht nur einen dicken Eber, sondern auch einen Menschenkopf. Zudem kann man am Traufgesims ein geflügeltes Echsenwesen mit buschigem Schwanz ausmachen. Ob die Eberskulptur mit dem Namen des Ortes E(b)verswinkel zu tun hat oder als ein heidnisches Fruchtbarkeitssymbol anzusehen ist, bleibt rätselhaft.

Münsterland: Am Mitmachmuseum Up'n Hof

Am Mitmachmuseum Up'n Hof

Von der Kirche aus dem verwinkelten Radwegeverlauf folgend, gelangen wir schließlich zum Mitmach-Museum Up’n Hof. Gerade für Familien mit Kindern ist dies ein lohnenswertes Zwischenziel. Einblick in die landwirtschaftliche Arbeitswelt bietet die Sammlung landwirtschaftlicher Maschinen. Obendrein werden Programme wie „Vom Korn zum Brot“ angeboten, die das Landleben hautnah erfahrbar machen. Zudem gibt es aber auch Themenangebote wie „Mit Muckefuck und Schmand“, bei dem nachvollziehbar wird, wie aus Milch Schmand und Butter gewonnen werden.

Nun radeln wir auf der Alverskirchener Straße nach Alverskirchen und von dort auf der 100-Schlösser-Route zum Drostenhof Wolbeck.

Münsterland: Auf geht's, die Werse zu erkunden

Auf geht's, die Werse zu erkunden

Nur zwei Kilometer müssen wir vom Ortskern von Wolbek aus zurücklegen, um die Werse und Angelmodde zu erreichen. Dem Flüsschen Werse, an dem eine Beschilderung mit einer blau-grünen Welle auf gelbem Grund auf den 122 Kilometer langen Werse-Radweg verweist, folgen wir für nun im weiteren Tourenverlauf. Dabei schauen wir Kanuten zu, die ihre Boote zu Wasser lassen und auf dem ruhig dahinfließenden Fluss den Tag genießen.

Entlang dieses Flüsschens finden sich zahlreiche Infoblöcke und auch Aussichtstürme. Bei Angelmodde wird auf das verschwundene Haus Angelmodde hingewiesen, das 1906 abbrannte. Wirtschaftsgebäude und Remise, die zum Anwesen gehörten, verschwanden beim Abbruch 1970. Ursprünglich war dies der Landsitz der Fürstin Gallitzin, die eine wichtige Persönlichkeit des 18. Jahrhunderts war. Zu ihrem Freundeskreis zählten Wolfgang von Goethe, Matthias Claudius, der Freiherr Fürstenberg und der Graf zu Solberg.

Münsterland: Eine typische münsterländische Dorfkirche: St. Agatha in Angelmodde

Eine typische münsterländische Dorfkirche:
St. Agatha in Angelmodde

Nächster Halt ist der Dorfkern von Angelmodde und die weiß geschlämmte Kirche der hl. Agatha. Bei diesem Sakralbau handelt es sich um eine aus verputzten Bruchsteinen erbaute Saalkirche des 12.Jahrhunderts. Die bis heute sichtbare Architektur ist typisch für die Dorfkirchen des Münsterlandes aus der Zeit der Romanik.

Der sich durch die Landschaft schlängelnde Fluss ist nun unser Begleiter. Auf unserem Weg gelangen wir zum Auwald Stapelskotten – auch dieser ist durch einen Infoblock ausgewiesen. Bei diesem Auwald handelt es sich um ein ausgewiesenes Naturschutzgebiet mit Erlen- und Eschenbestand. Auf den so genannten Niederterrassen stehen Eichen und Hainbuchen. Auf der Werse sehen wir teilweise große Schwimmblattdecken mit Gelben Teichrosen. Sehr viel Glück muss man haben, will man den seltenen Eisvogel zu Gesicht bekommen, der seine Brutröhren in die Steilwände des Flüsschens gräbt.

Insbesondere an sonnigen Wochenenden ist die vor den Toren Münsters gelegene Werse ein beliebtes Ausflugsziel für Scharen von Radlern, die sich auf schmalen Pfaden entlang des Flusses bewegen. Auch die Pleistermühle, die wir als nächstes Ziel erreichen, wird von ungezählten Münsteranern aufgesucht, die ein Kanu für eine Bootstour auf der Werse ausleihen wollen. Damit das Wehr an dieser Stelle für die Fische kein Hindernis mehr ist, wurde vor Jahren der Umgehungsbach angelegt. So können Gründlinge, Rotaugen und Flussbarsche wieder flussaufwärts schwimmen.

Münsterland: An der Werse

An der Werse

Bei der Fortsetzung der Tour müssen wir glücklicherweise die vielbefahrene Warendorfer Straße nicht queren - ein Tunnel macht es möglich. Wer groß gewachsen ist, sollte bei der Fahrt auf seinen Kopf Acht geben. Vor dieser Querung sind wir an einem weiteren Kanuverleih vorbeigekommen. Unterwegs sind wir die ganze Zeit nicht nur auf dem Werse-Radweg, sondern auch auf der 100-Schlösserroute. Nächstes Ziel ist Haus Dyckburg. Doch ehe wir dieses Herrenhaus erreichen, queren wir die Werse und stehen dann vor einem sterbenden Naturdenkmal, der so genannten Boniburgbuche, einer Blutbuche, die um 1870 gepflanzt wurde. 6,6 Meter Stammumfang besitzt dieser Baummethusalem, der allerdings den zunehmenden Trockenperioden nichts entgegen zu setzen hat. Lacksporling, Brandkrustenpilz und Hallimasch „nagen“ an der Baumsubstanz und führen zum fortschreitenden Baumsterben.

Die Boniburgbuche ist Teil des Landschaftsparks Boniburg. Einst war dieser Park und eine dort errichtete Villa das Anwesen von Bonifazius Reichsgraf von Hatzfeld-Trachtenberg. Nach dessen Tod erwarb die Stadt Münster das Areal und eröffnete das Kurhaus Schloss Boniburg. Doch dieses ist längst verschwunden und auch die meisten exotischen Bäume des Parks existieren nicht mehr, sieht man unter anderem von einem Tulpenbaum einmal ab. Im Rahmen der Regionale2004 wurde der Park in seiner heutigen Anlage am Ufer eines Werse-Altarms umgestaltet. Das Rasenplateau und die angepflanzten Kirschbäume markieren den Grundriss der einstigen Villa Boniburg.

weiter zu Teil 2 ...

 

 

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