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Reiseführer Münsterland

Klosteranlage Clarholz

 

Diese Klosteranlage mit seiner weitläufigen Gartenanlage liegt an der Grenze zwischen Ostwestfalen und dem Münsterland. Die ehemalige Klosteranlage ist teilweise von einer mittelalterlichen Gräfte umflossen. Von der barocken Gräfte ist nur ein Zug längs des Labyrinths erhalten geblieben. Zum Ensemble gehören überdies die Pfarrkirche St.Laurentius, ein nunmehr zu Wohnzwecken genutztes Wirtschaftsgebäude, die ehemalige Zehntscheune, das ehemalige Propsteischloss und das Konventhaus. Die ausgedehnten Gartenanlagen umfassen den formalen Propsteigarten, den kleinen Konvent-, den Insel- und den Krautgarten.

Münsterland: Einst ein Prämonstratenserkloster: Kloster Clarholz

Einst ein Prämonstratenserkloster: Kloster Clarholz

Bereits 1133 wurde das Kloster von Prämonstratensern gegründet und in den nachfolgenden Jahrhunderten zu einer repräsentativen Barockanlage umgestaltet. Im Mittelpunkt steht das heute als Museum und zu Wohnzwecken genutzte mehrachsige Propstei-Schloss mit Ehrenhof, das 1701 erbaut wurde. Ältestes Bauwerk des Ensembles ist die Stiftskirche, die im 14.Jahrhundert zu einer gotischen Hallenkirche umgebaut wurde. Nach der Aufhebung des Klosters im Jahr 1803 fiel die Anlage teilweise an das in Rheda ansässige Fürstenhaus Bentheim-Tecklenburg.

Münsterland: Blick vom Ehrenhof auf den Eingang der ehemaligen Klosteranlage Clarholz

Blick vom Ehrenhof auf den Eingang der ehemaligen Klosteranlage

Ein Kloster mit Dienerschaft

Wie das Schloss so geht auch die Zehntscheune auf das 18.Jahrhundert zurück. Im Zuge der Erweiterung des Klostergrundes gen Westen kam eine zweite Gräfte hinzu, die heute nur noch als Rudiment sichtbar ist. Die Wirtschaftsgebäude deuten darauf hin, dass die Chorherren des Klosters Eigenversorger waren. Demut und Armut als oberste Gebote schienen zeitweilig keine Rolle im Klosterleben zu spielen. Das Kloster verfügte über eine Vielzahl von Bediensteten und die Stiftsherren ließen sich von eigenen Dienern umsorgen. Die Seelsorge überließen sie den Mitgliedern anderer Klöster, wie man Unterlagen des Jahres 1788 entnehmen kann.

Das Kloster im Laufe der Zeit

Dass der ursprüngliche Kreuzgang nicht mehr Teil der Anlage ist, liegt daran, dass nach der Klosterräumung Gebäude abgerissen wurden, so auch 1810/11 der Kreuzgang. Bis heute bilden die Löwentore die markanten Zugänge zum Wirtschaftsbereich und zum Ehrenhof des Klosters. Nicht zu übersehen sind der vorspringende dreiachsige Mittelteil des Schlosses und die doppelläufige Treppe. Über dem Portal des Mittelteils sieht man zwei reliefierte stehende Löwen die ein „Medaillon“ halten.

Münsterland: Im Labyrinthgarten von Jan Vercruysse (Kloster Clarholz)

Im Labyrinthgarten von Jan Vercruysse

Neue Alte Gärten

Dank des Regionalprojekts „Neue Alte Gärten“ konnten die Gärten in ihrer jetzigen Form gestaltet werden. Aus Mangel an Plänen der Gartenanlagen wurden die Gärten im Sinne der Gartenarchitektur der Barockzeit wieder hergestellt. Mit Buchsbaumhecken eingefasst ist der kleine Krautgarten, der an die frühere Nutzung erinnert. Zu einem Fischteich erweitert wurde die mittelalterliche Gräfte, die einst das gesamte Areal umschloss und heute nur noch im Westen und Süden des Ensembles vorhanden ist. Das Wegenetz des ausgedehnten Propsteigartens im Süden des Propsteischlosses ist heute noch sichtbar, doch Laubengänge und Bosketts sind weitgehend verschwunden. Bosketts sind wesentlicher Teil von Barockgärten und bestehen aus Reihen beschnittener Büsche oder Bäume auf geometrischem Grundriss, bisweilen auch in Form eines Irrgartens. Diese Form hat der belgische Künstler Jan Vercruysse bei der Gestaltung seines Labyrinthgartens aufgegriffen. Entstanden ist in Clarholz eine aus Taxushecken bestehende Gartenanlage, in der man rotblühende, an Bewehrungseisen gebundene Stockrosen und eine Magnolie, aber auch einen Brunnen sowie Steinbänke findet. Es ist kein Labyrinth im klassischen Sinn, sondern eher eine Rauminszenierung in Form eines „umschlossenen Gartens“ und zugleich ein Ort der Ruhe.

Weitere Informationen

Garten_Landschaft OstWestfalenLippe
www.gartenlandschaftowl.de

 

 

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