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Reiseführer Münsterland

Fürs Outdoorvergnügen nach Ibbenbüren

 

Der von Rheine nach Leopoldstal verlaufende 160 Kilometer lange Hermannsweg durch den Teutoburger Wald streift auch Ibbenbüren. Selbstverständlich liegt auch das „Hockende Weib“, diese bizarre Felsformation auf dem Weg durch den Höhenzug des Teutoburger Waldes. Diese Felsen sind Teil des Erholungsgebiets Dörenther Klippen. Wer schon immer einmal zwischen Bäumen herumklettern wollte, findet mit dem Kletterwald Ibbenbüren das richtige Angebot. Taucher von nah und fern schwören auf die künstliche Unterwasserwelt im NaturaGart. Dabei handelt es sich um eine Teich- und Gartenlandschaft aus Folienteichen. Störe kreuzen die Wege der Taucher, die zwischen Felsblöcken und Katzenskulpturen dahingleiten. Wer sich für die Geschichte des Bergbaus interessiert, kommt beim Besuch der Stadt ebenso auf seine Kosten  wie diejenigen, die auf PS-starke Zweiräder schwören.

Münsterland: Künstliche Teiche und Pavillons zum Verweilen im NaturaGard (Ibbenbüren)

Künstliche Teiche und Pavillons zum Verweilen im NaturaGard

In der Bachstraße und in der Alten Münsterstraße erinnern Ackerbürgerhäuser an die Baugeschichte der Stadt, die 1724 Stadtrechte erhielt. Mitten in der Stadt steht die katholische St.Mauritius-Kirche im klassizistischen Stil der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts. In der Kanalstraße stoßen wir auf die evangelische Christuskirche, deren Grundstein 1523 gelegt wurde. Zu den ältesten Baudenkmälern der Stadt gehört das Fachwerkhaus in der Kanalstraße 3, das auf das ausgehende 17.Jahrhundert zurückgeht. Auffallend ist beim Bummel durch die Stadt, dass an fast jeder Straßenecke Kunst zu entdecken ist: In der Bachstraße sind drei Frauen im Gespräch; Seiltänzerinnen beleben die Osnabrücker Straße; aus einem Steinblock herausgearbeitet ist in der Schulstraße ein Saxofonspieler und dem Kreislauf der Kohle widmet sich Jimmi D. Päslers Wandgemälde in der Oststraße. Auch dem „Hockenden Weib“ begegnet der Stadtbesucher, seit Mandir E.Tix 2003 aus zwei Sandsteinblöcken die Sage des Hockenden Weibes der Dörenther Klippen herausarbeitete.

Münsterland: Die Dörenther Klippen vor den Toren Ibbenbürens sind ein besonderes Outdorr-Erlebnis

Die Dörenther Klippen vor den Toren Ibbenbürens
sind ein besonderes Outdoor-Erlebnis

Eine „Wanderer“ von 1910

Am Charme anderer Städte des Teutoburger Waldes und des Münsterlandes kann Ibbenbüren nicht gemessen werden. Doch zwei Museen in den Mauern der Stadt versprechen einen lohnenswerten Besuch: Im Motorradmuseum kann man zweirädrige Oldtimer bestaunen, ob die Wanderer von 1910, den rostroten Goggo-Roller von 1954 oder das Zündapp KS 750 Wehrmachtsgespann von 1942. Nicht nur diese Veteranen des Motorrad- und Mopedbaus, sondern auch eine Schrittmachermaschine aus dem Jahr 1925 und Motorräder aus den 1970er Jahren geleiten den Besucher durch die bewegte Geschichte des Motorrades. Ein besonderes Highlight ist dabei die Münch Mamurt 1200 TTS. Auch historische Motorradbekleidung und Räder mit Hilfsmotoren sind im Museum beheimatet, in dem über 180 Exponate präsentiert werden. Ein Veranstaltungshighlight ist das jährliche Internationale Motorrad-Veteranen Treffen zu Pfingsten.

Münsterland: Sich wie Tarzan zu fühlen ist im Klettergarten von Ibbenbüren möglich

Sich wie Tarzan zu fühlen ist im Klettergarten von Ibbenbüren möglich

Ibbenbürener Steinkohle - das ist ein Begriff. Wie sie einst gewonnen wurde, kann man bei einem Besuch des Bergwerksmuseums erfahren. Dieses befindet sich auf dem Betriebsgelände des hoch modernen Bergwerks, in dem Kohle in einer Tiefe zwischen 1300 und 1500 Meter abgebaut wird. Was es mit Kohlehobel und Dampfhaspel auf sich hat und warum Ibbenbürener Anthrazit so begehrt war und ist, bleibt beim Museumsbesuch kein Geheimnis mehr. Wer möchte, kann auch selbst Hand an den Bohrhammer und andere Arbeitsgeräte legen. Fossilien und Mineralien, die im Nebengestein der Flöze gefunden wurden, sind im Museum ausgestellt. Auch Kunst im Bergbau wird thematisiert.

Münsterland: Soll ich die Fahrt mit dem Flying Fox wagen ? (Klettergarten Ibbenbüren)

Soll ich die Fahrt mit dem Flying Fox wagen ?

Wie Tarzan

Auf dem Weg zum Kletterwald kommen wir am Heimathaus vorbei, das aus Materialien alter Hofgebäude errichtet wurde. Rund um das Haus haben alte landwirtschaftliche Geräte ihren Platz gefunden. Zwischen März und November kann man zweieinhalb Stunden lang im Kletterwald seine Geschicklichkeit und Fitness testen. Kinder können in einer Höhe von einem Meter über Leitern, Seile und Balken balancieren, während die Eltern den Sprung auf ein gespanntes Seilnetz wagen. Netzbrücken und Schaukeln in einer Höhe von 14 Metern gilt es zu meistern. Wie wäre es denn mit der Fahrt auf der 185 langen Seilbahn, der längsten in Deutschland, wie die Betreiber betonen. Sicherung ist beim Besuch des Kletterwaldes groß geschrieben und jeder bekommt zu Beginn eine ausführliche Einführung über die Verwendung von Seilen, Klettergurten und Karabinerhaken. Doppelt gesichert lautet es stets beim Vergnügen auf den unterschiedlichen Parcours. Wachsame Augen von Mitarbeitern sorgen dafür, dass niemand zu Schaden kommt.

Münsterland: Gartenlandschaft NaturGard

Gartenlandschaft NaturGard

Es muss nicht immer das Rote Meer sein

Vor den Toren des Teutoburger Waldes und von Ibbenbüren liegt der Wasserpark NaturaGart. Anziehungspunkt für Taucher, die weder in der Südsee, im Atlantik vor Norwegen, noch im Roten Meer tauchen möchten, ist der künstlich angelegte See. Die Tauchbasis selbst ist in einem riesigen Glashaus untergebracht. Ohne NaturGart-Vlies wäre dieser See wie auch andere auf dem Gelände nie zustande gekommen. Teichfolie ist nämlich das Produkt, das NaturaGart eigentlich vermarktet. Die Idee einer Teich- und Seelandschaft, in der Folien und Pumpen im Einsatz sind, ist eine vortreffliche Marketingstrategie. Im „Feldversuch“ zeigt man Gartenbesitzern, was man mit Teichfolien alles anstellen kann.

Unter Stören und Rotfedern

„Der See sieht von oben nicht sehr anspruchsvoll aus, aber unter Wasser ist das ein einziges Labyrinth. Wir haben hier drin über 300 Meter Höhlengänge verbaut. Wir haben einen untergegangenen Tempel. Wir haben 41 große Störe hier drin, ein paar Forellen und Tausende von Rotfedern. Natürlich haben wir für die Taucher auch ein Wracklicht versenkt. Für einen Taucher sind das auf 20 mal 60 Meter ganz viele Highlights.“, so einer der Tauchlehrer, den ich am Ibbenbürener Tauchparadies traf. „Ich möchte, dass jeder, der hier taucht, mit einem Grinsen im Gesicht das Wasser verlässt. Aber jeder taucht auf eigenes Risiko, das können wir niemandem nehmen“, fügte mein Gesprächspartner hinzu.


Münsterland: Tauchen im NaturGard


Außerdem standen mir noch zwei Taucher, Florian und Nicole aus Kaiserslautern, über ihre Erfahrungen im künstlichen Tauchparadies NaturaGard Rede und Antwort: „Wir haben ein verlängertes Wochenende und habe das Angebot im Internet gesehen. Zum Auffrischen unserer Taucherfahrungen haben wir gedacht, wir fahren mal hier her. Das ist ja sehr schön hier mit echten Fischen, das wollten wir mal ausprobieren. Wir waren schon in den Alpen tauchen und auch in Ägypten, auf Ibiza und Kroatien. Für uns Anfänger ist es ziemlich schwierig, hier zu tauchen. Trotz der Unterwasserkarte dachten wir oft, wir sind an einer ganz anderen Stelle. Bei einer Sichtweite von zwei Metern muss man bei den engen Gängen hier auch besonders darauf achten, sich nicht zu verlieren. Dann gibt es ja noch die riesigen Fische. Die sind sehr neugierig und umkreisten uns, waren an der Flasche und auch an unseren Köpfen.“

 

Die Ausmaße des Unterwasserparks können sich sehen lassen: Länge 120 m, Breite 60 m und Tiefe etwa 7,5 m. 320 Meter lang ist das Höhlensystem, das wie die Felslandschaft aus Beton geschaffen wurde. Notausstiege sorgen für Licht in den Höhlen. Was künstlich unter Wasser entstanden ist, versucht tropische Korallenriffe nachzuahmen. Wer hier taucht, entdeckt „eine untergegangene Welt der Pharaonen“, und einen Felsenbalkon, durchquert eine Säulenhalle und trifft auf versunkene Tempelwächter. Beluga-Störe zu treffen ist auf jedem Tauchgang möglich. Doch auch wer nicht taucht, kann den NaturaGart-Park genießen, die Narzissen- und Tulpen blühend im Frühjahr erleben, sich zu einer Tasse Kaffee in einem Pavillon am Seerosenteich niederlassen oder seltene Eisvögel beobachten.

 

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