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Reiseführer Münsterland

Steinfurt

 

Nur wenige wissen, dass in Steinfurt der älteste frei stehende Konzertsaal Europas zu finden ist. Es handelt sich um die Bagno-Konzertgalerie inmitten der weitläufigen Bagnoparks. Von dem einstigen Lust- und Vergnügungspark sind heute nur noch Überbleibsel zu sehen. Dazu gehört das sogenannte Bagnoquadrat ebenso wie die mit Kastanien und Linden bepflanzte Große Allee. Dass zur inszenierten Natur auch eine Insel mit einer Ruine gehörte, sei an dieser Stelle angefügt. Die Parkanlage Bagno ist gleichsam das Bindeglied zwischen dem im 14.Jahrhundert mit Stadtrechten ausgestatteten Burgsteinfurt und der „Textilarbeiterstadt“ Borghorst.

Münsterland: Das Burgschloss von Steinfurt

Das Burgschloss von Steinfurt

Eine der ältesten münsterländischen Schlossanlagen steht auf dem Steinfurter Stadtgebiet. Die Burg, deren Anfänge bis ins 10.Jahrhundert zurückreichen, wird noch heute von denen zu Bentheim und Steinfurt bewohnt. Daher können die von Wassergräben umgebene Vorburg und Hauptburg auch nicht besucht werden. Allein vom imposanten Torhaus und von der Straße aus kann man die Anlage anschauen.

Münsterland: Der Bagno-Park unweit der Konzertgalerie

Der Bagno-Park unweit der Konzertgalerie

Der Traum eines Grafen

Das, was Graf Karl Paul Ernst zu Bentheim-Steinfurt einst für seinen Landschaftspark hatte erbauten lassen, einen Ägyptischen Turm, einen Chinesischen Salon und eine Türkische Moschee, hat die Zeit nicht überdauert. Auf einem Rundweg kann man dennoch den Spuren dieser Gartenkunst nachgehen, da an entsprechenden Orten Text- und Bildtafeln aufgestellt sind. Vom Geist der Antike geleitet, ließ der Bauherr des Parks einen Merkurtempel und Kolonnaden mit ionischen und korinthischen Säulen erbauen – doch auch diese sind längst verschwunden. Gleiches gilt auch für das Große Wasserrad, mit dem der Wasserbehälter des 63 Meter hohen Ägyptischen Turms gefüllt wurde. An die Zeit gräflicher Jagden erinnert im Wegenetz ein so genannter sechsstrahliger Jagdstern. Von der einstigen Ruineninsel mit aufgetürmten Kaskaden sind auch nur noch Reste zu erahnen.

Noch vorhanden sind die klassizistische Neue Wache und die anstelle des Gardehauses erbaute Bagno-Gaststätte, beide in unmittelbarer Nähe zum Bagno-Quadrat und zum Bagnosee. Das Gardehaus diente aufgrund der gräflichen Erlaubnis von 1780 wie heute die Bagno-Gaststätte der Bewirtung der Parkbesucher. Wie das Gardehaus einst aussah, kann man heute dank eines Nachbaus im Neuen Garten in Potsdam sehen. Was wir heute statt des alten Gardehauses sehen, ist ein siebenachsiger, zweigeschossiger Bau mit mittigem Zugang. Erbaut wurde die Gaststätte nach dem Abbruch des Vorgängerbaus in der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts.

Münsterland: Die Konzertgalerie im Bagnopark

Die Konzertgalerie im Bagnopark

Als Flaniermeile zu erkennen ist die ehemalige barocke Achse, die auf die Konzertgalerie zuführt. Bei der Konzertgalerie handelt es sich um eine Art Gartensaal, die den Geist von Versailles atmet. Hier ist heute die klassische Musik zuhause, spielten bereits die Oistrach-Philharmonie und die Schwestern Labèque oder die Wiener Streichersolisten.

Münsterland: Prächtig verziert ist das Innere der Konzertgalerie im Bagnopark (Steinfurt)

Prächtig verziert ist das Innere der Konzertgalerie

Der Bagno-See mit seinen Inseln wie der Rosen- und der Ruineninsel sowie der Knüppel- und der Kettenbrücke ist das Ergebnis der Umgestaltung der französischen Gartenanlage in einen englischen Landschaftspark. 1819 erhielt der See die Form, die er auch heute noch hat. Zu den historischen Wegen im Park gehören die Große Allee und die dazu im rechten Winkel verlaufende Flussallee, die im Südteil bis zur Aa verläuft.

Münsterland: Alleen bestimmen die Gartengestaltung des Bagnoparks

Alleen bestimmen die Gartengestaltung des Bagnoparks

Reste des französischen Gartens finden sich an der Burgstraße und der Aa. Der Garten war im 18.Jahrhundert durch geometrischen Heckenschnitt, eine Orangerie, schmale Wassergräben und Blumenbeete sowie einem Paterregarten bestimmt. Heute sehen wir an deren Stelle einige Baumsolitäre, die typisch für den englischen Landschaftspark sind. Außerdem erblicken die Besucher Staudenbeete und weiß blühende Kirschbäume.

Trutzburg an der Aa

Überqueren wir die Steinfurter Aa, so stehen wir an der Schlossmühle. Diese weist einen steinernen Sockel und ein vorspringendes Fachwerkobergeschoss auf, auf dem ein ausladendes Walmdach ruht. Gegenüber der Mühle befindet sich das Wasserschloss, eine ringförmige Anlage mit Vor- und Hauptburg, die im 16.Jahrhundert zu einem Renaissanceschloss umgebaut wurden. Dabei ist der trutzige Charakter der Anlage nach außen unverändert erhalten geblieben. Das in Fachwerk gestaltete Torhaus bildet den Zugang zum Schloss, dessen Kern über eine doppelbogige Brücke, die die Aa überspannt, zu erreichen ist. Mächtig ist der im 12.Jahrhundert entstandene, 30 Meter hohe Torturm, der dem Schutz der Oberburg diente.

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