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Von Ort zu Ort
Wer
aus dem Raum Girne der Küstenstraße nach Osten folgt,
passiert nach vielen kurvenreichen Kilometern beim Dorfe Kaplica die
Auffahrt zur Burg Kantara und biegt wenig später ins Landesinnere
ein. Büyükkonuk ist der nächste Ort, Zentrum eines bedeutenden
Olivenanbaugebiets mit eigener, mehr als fünfzig Jahre alter Olivenpresse.
Im Ort führen Lois und Ismail Cemal ihr Geschäft "Delcraft",
wo traditionelle zyprische Handwerksarbeiten ausgestellt und verkauft
werden: Schöne Stickerei-, Web-, Flecht-, Knüpf- und Holzarbeiten,
auch landwirtschaftliche Produkte wie Honig und Olivenöl. Auf
Nebenstraßen geht es nach Sazliköy, einem kleinen Dorf,
in dessen Nähe sich die Kapelle Panagía tis Kyrás an den Fuß eines langgestreckten Hügels schmiegt.
Fischer in Bogaz Besucher
aus dem Raum Famagusta und aus Lefkosa (Nicosia-Nord) werden über
Bogaz die Halbinsel erreichen und vielleicht in Çayirova ihre
Fahrt unterbrechen. Hier wurde vor einigen Jahren in einem restaurierten
Schulhaus ein Zentrum für das Studium und die Herstellung der
traditionsreichen Lefkara-Spitze eingerichtet. Aufsehen erregte im
Herbst 2002 der Fund einer Statue männlichen Geschlechts, eines
sog. "kouros" von fast 2 m Größe, den man der kypro-archaischen
Zeit zuordnet. Im Mai 2004 kam erneut eine antike Figur ans Tageslicht,
diesmal war es der steinerne Torso eines noblen Römers. Exkurs: Verborgene Schätze Nach Nitovikla und Kaleburnu Einige Kilometer
folgen wir nun der Hauptstraße, passieren
Kumyali mit seinem kleinen Fischerhafen sowie Bade- und Campingmöglichkeiten
am Sandstrand. Schon im Tabakdorf Ziyamet verlassen wir die Karpazmagistrale
wieder und fahren auf einer Nebenstraße zur Kirche der Panagia
Kanakaria in Boltasli. Weizenfelder, Oliven- und Johannesbrotbäume
bedecken das sanfte Hügelland ringsum. Man weiß von bronzezeitlichen
Siedlungen Richtung Südküste. Das Dorf Avtepe trägt
seinen Namen schon seit dem 18. Jahrhundert, als es von Türken
besiedelt wurde, denen man nachsagte, sie seien in Wirklichkeit sog.
"Linovamvaki" gewesen, Anhänger eines eigenartigen Mischglaubens
aus christlichen und muslimischen Elementen. Das 200 m hoch liegende
Dorf kann etwa einen Kilometer abseits mit einer spektakulären
Sehenswürdigkeit aufwarten, die nichts für Untrainierte
oder Nervenbündel ist. Am klügsten wäre es, sich mit
der Information zufrieden zu geben, dass hoch im Fels eine bemerkenswerte
Grabkammer liegt, die nur unter nicht vertretbaren Risiken zu erreichen
ist. Kuruova, ein kleines Nest mit vielen unidentifizierten antiken
Ruinen in der Nachbarschaft, ist Ausgangspunkt für einen Besuch
der bronzezeitlichen Überreste von Nitovikla, einer Fluchtburg
vermutlich. Um ihr überwuchertes Gelände in unmittelbarer
Meeresnähe überhaupt auffinden zu können, empfiehlt
sich die Mitnahme eines Ortskundigen aus Kuruova und der fahrbare
Untersatz sollte schon Allradantrieb haben.
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