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Reiseführer Nordzypern

Baden

Badestrand Karpaz

Dünensandstrand auf der Karpaz-Halbinsel

Wir sind am warmen Mittelmeer, an Europas von der Sonne verläßlich beheizter Freiluftbadewanne, deren Ufer von immer mehr badelustigen Massen mit Beschlag belegt werden. Daß von dieser unerfreulichen Entwicklung die nordzyprischen Küsten verschont blieben, ist ebenso wenig bekannt, wie das Reiseziel Nordzypern selbst, das neben seligen Urlaubsfreuden an einem unvergleichbaren Meer seinen (noch immer) nicht sehr zahlreichen Besuchern viel Sehenswertes zu bieten hat.

Es sind etliche hundert Kilometer nordzyprischer Küstenlinie, die auf Sonnenfreunde und Badefans warten. Mit runden, von der Meeresbewegung glatt geschliffenen Kieseln übersäte Strecken begegnen den Strandgängern häufig und immer wieder öffnen sich kleine, versteckte Buchten mit einem Saum aus feinem Sand, umschlossen von steilen, zerfurchten Felsmassiven, an die sich kilometerlange Sandstrände anschließen. Und natürlich verfügen auch die am Wasser liegenden Hotels über ihren eigenen Strand unterschiedlicher Größe und Güte.

Hotelgäste, die des eingefahrenen Strandrituals überdrüssig sind und fern der ordentlich aufgereihten Sonnenliegen nach Strandabenteuern Ausschau halten, finden dazu jede Menge Gelegenheiten, die wir im Folgenden vorstellen wollen.

Ehe wir uns auf den Weg machen, muß daran erinnert werden, dass die in der Regel naturbelassenen Strände so auch aussehen: Tang kann sich abgelagert haben, alle Arten von Holz und leider eben auch Plastikmüll werden angeschwemmt, es fehlt an Schatten, zumeist ist man allein an „seinem“ Strand und von Bewirtschaftung kann in vielen Fällen auch nicht die Rede sein. Deshalb sollten bei einem Ausflug zu unbekannten Stränden Sonnenschirm, Getränke und Verpflegung stets mit von der Partie sein.

Zu den Stränden im westlichen Landesteil

An der weiten, den vorherrschenden Westwinden ausgesetzten Bucht von Güzelyurt erstreckt sich bei Akdeniz einer der längsten Strände der Insel. Es ist eine einsame Gegend, nicht unbedingt spektakulär, mit einem flachen, dicht mit Pinien bewachsenen Hinterland, das von den Engländern im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts aufgeforstet wurde, um die immer weiter ins Binnenland vordringenden Sanddünen zu bändigen. Hier kann man herrliche Strandspaziergänge unternehmen, in den Dünen lagern und natürlich auch baden, wobei zu beachten ist, dass der Strand zunächst flach ins Wasser führt, dann aber steil abfällt und Schwimmer eine nicht ungefährliche Nord-Südströmung zu spüren bekommen. Bauern befahren zur Abkürzung den Strand gelegentlich mit ihren Traktoren, was so manchen Leih-Jeep-Fahrer dazu animiert, sein Gefährt mit viel Juchhe und Tempo den Strand entlang und durch das aufspritzende Flachwasser zu jagen.

Rund 15 km westlich der kleinen Distriktmetropole Güzelyurt erreicht die Straße wieder die Küste und hier bieten sich für eine Erfrischung zwischendurch einige öffentliche Strände, aber auch schöner gelegene, zum Teil kiesselige Badebuchten an, die manchmal nur nach einem kurzen Fußmarsch zu erreichen sind (zum Beispiel unterhalb von Vouni).

Baden in und um Girne

Bei der Rückfahrt in Richtung Girne, kurz bevor die Nordküste in Sicht kommt, zweigt eine schmale Straße zur nordwestlichen Inselspitze ab. Hier entdeckt man schon nach wenigen Kilometern Badebuchten, wo man garantiert alleine ist. Deutlich belebter (aber nie überfüllt) sind die naturbelassenen Sandstrände und natürlich die öffentlichen oder zu Restaurants gehörenden, bewirtschafteten Strandabschnitte der Dörfer Güzelyali, Lapta, Alsancak und Karaoğlanoğlu im westlichen Vorfeld von Girne. Hervorzuheben sind die in dieser Gegend liegenden, gepflegten Sandstrände der Hotels „Mare Monte“ und „Deniz Kizi“, die gegen eine kleine Gebühr auch von „non-residents“ besucht werden können. Auch „Escape Beach“ verdient eine besondere Erwähnung. Diese sandige Bucht liegt unterhalb des martialischen Landungsdenkmals, etwa 8-9 km vor Girne. Sie bietet einen flach abfallenden, für Kinder idealen Strand und alle Einrichtungen einschl. Restaurant, die man am Strand gerne um sich hat.

Hotel Olive Tree in Catalköy

Baden vor einer herrlichen Bergkulisse im Hotel Olive Tree in Catalköy

Girne selbst ist allemal einen (auch längeren) Urlaub wert. Das Baden allerdings beschränkt sich auf die immer zahlreicher werdenden Pools der Hotels. Empfehlenswerte Strände gibt es nicht. Sie liegen alle außerhalb, entweder, wie eben beschrieben im Westen der Stadt oder östlich, die wir jetzt in Augenschein nehmen wollen.

Hotel Acapulco

Pool und Strand Hotel Acapulco außerhalb von Girne

Als erster großzügiger Tummelplatz für Wasserfreunde bietet sich, 11 km von Girne, der Sandstrand des Hotels „Acapulco“ (gegen Gebühr / alle denkbaren Einrichtungen) etwas abseits der Straße an, die uns entlang der Küste in den Osten der Insel bringen wird. Zwei Kilometer weiter erreichen wir „Lara-Beach“, einen kleineren Strand in einer ruhigen Bucht mit einfachen Einrichtungen. Nach einer Fahrstrecke von etwa 20 km (ab Girne) türmen sich unvermittelt die Wanderdünen von Alagadi direkt neben der Straße auf. Vor der Dünenkette senkt sich das Gelände zu zwei langgezogenen Buchten mit flach abfallendem Sandstrand. Die nicht sehr zahlreichen Badelustigen teilen sich das weitläufige Gelände mit Meeresschildkröten, die während der Hochsommermonate nachts an Land kommen, um im warmen Sand ihre Eier abzulegen. Markierungen der Brutplätze sollten unbedingt beachtet werden und ein Autofahrverbot auf dem Strand versteht sich von selbst.

Es folgen viele namenlose Badeplätze – kleine sandige Buchten und kieselbedeckte Strandabschnitte – auf der Weiterfahrt nach Osten. Ein letzter schöner Strand bei Kaplica (nun schon fast 70 km von Girne) verlockt zu einem Sprung ins warme Wasser, dann biegt die Küstenstraße ins Landesinnere ab.

 

Badeziele auf der Karpaz-Halbinsel

Bafra (etwa 40 km von Famagusta) ist ein Dorf mit großen touristischen Ambitionen, das viele Rückschläge einzustecken hatte, aber mit immer neuen Hoffnungen sein Hotelprojekt verfolgt. Der passende Sandstrand jedenfalls ist schon da. Er fällt flach ins Meer ab und erstreckt sich über ca. 2 km. Kumyali, wenige Kilometer weiter an der karpasischen Südküste verfügt nicht nur über einen kleinen Fischerhafen, gleich daneben bietet es auch einen angenehmen Badeplatz, Hotel und Restaurant eingeschlossen.

Wir wechseln hinüber an die Nordküste der langgezogenen Halbinsel nach Yenierenköy (66 km von Famagusta). Das große Dorf ist ein beliebtes Ziel unter Badefans. Hier gibt es gleich zwei gut erschlossene Strandpartien an herrlichem türkisfarbenen Wasser, die viel Freiraum lassen und doch über alles Notwendige verfügen, von Duschen bis zu schön gelegenen Restaurants. Das eine, „Halk Plaji“, ist das „communal bath“ von Yenierenköy. Es liegt rund 3 km hinter dem Ortsausgang und dann ist es nur noch ein Kilometer zum zweiten Strand, der sich „Malibu-Beach“ nennt. Er grenzt an einen winzigen Hafen, in dem eine Handvoll Fischerboote dümpeln.

Und weiter geht die Fahrt, das Meer zur Linken. Hinter Agios Thyrsos könnte man am Wasser eine erholsame Pause einlegen oder auch den ganzen Tag am „Strand der Achäer“ verbringen, sechs, sieben Kilometer vor Erreichen des Ortszentrums von Dipkarpaz (90 km von Famagusta).

Wir durchfahren den Hauptort des Karpaz, setzen die Fahrt jetzt an der Südküste der Halbinsel fort und gelangen einige Kilometer vor dem Apostolos-Andreas-Kloster zu einem der landschaftlichen Highlights Nordzyperns: einem romantischen Gemälde gleich, säumt weit unterhalb der Straße ein goldfarbener Sandstrand (daher „Golden Sands“) das Meer, umrahmt von einem tief landeinwärts reichenden Dünengelände, dessen teilweise haushohe Sandberge von Macchie und Pinien gekrönt werden. Hier ist Badespaß pur angesagt, Platz gibt es in Hülle und Fülle und auch für Essen und Trinken ist gesorgt.

Golden Sands

Golden Sands

An der Nordseite von Zafer Burnu, der äußersten Landspitze der Insel (ca. 120 km von Famagusta), von der aus bei besonderen Wetterlagen das ferne Syrien zu erahnen ist, liegt noch ein fast unbekanntes Strandgebiet und weitere, nicht leicht zu erreichende erstrecken sich zu beiden Seiten von Agios Philon bzw. Aphendrika, den historischen Stätten in der Gemarkung Dipkarpaz.

Strand von Famagusta

Strand in Famagusta mit Blick auf den griechischen Teil

Strände von Famagusta

An die 25 km Sandstrand umsäumen die Bucht von Famagusta nördlich der Stadt, mal breiter, mal schmaler, mal ist der Sand etwas grober, dann wieder staubfein. Er lädt zu ausgedehnten Spaziergängen ein, wie sie nicht alle Tage geboten werden. Überall lässt es sich vergnüglich baden. Gerade für kleine Kinder ist der seicht ins Wasser abfallende Strand ein idealer, gefahrloser Auslauf. Mann kann sich in Höhe der antiken Ausgrabungen von Salamis genauso ins Wasser stürzen (vielleicht nach einer anstrengenden Besichtigungstour) und hier unter Wasser auch interessante Relikte der Vergangenheit ertauchen, wie vor dem unübersehbaren Hotelkomplex (und dabei deren Einrichtungen nutzen) oder an einsamer Stelle irgendwo an diesem endlos erscheinenden Strandparadies.

 



Reiseveranstalter Nordzypern




 

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