Buffavento
| Östlich von Girne, in Höhe des großen Dorfes Catalköy, krönt dieBurg Buffavento einen kahlen Kalkkegel des langgezogenen Besparmak-Gebirges. "Die dem Wind Trotzende", wie sie seit Menschengedenken genannt wird, ist nicht einfach zu erreichen: auf der Paßhöhe der Straße Girne-Famagusta zweigt nach Westen ein zumeist nur im Schrittempo befahrbarer Waldweg ab, an dessen Ende sich ein Pfad an steinübersätem Hang steil hinaufschlängelt. Von dem schmalen Absatz, auf dem sich die Gebäude der Unterburg aufreihen, führen rund 140 Stufen in Serpentinen am senkrechten Fels auf das Gipfelplateau. Hier, in 954 Metern Höhe, öffnen sich atemberaubende Ausblicke in alle Himmelsrichtungen. Die ganze Insel liegt dem Betrachter zu Füßen und selbst die Gebirge Anatoliens grüßen bei klarer Sicht von jenseits des Meeres.
Südfassade des Hauptbaus Mag auch das brüchige Gemäuer Buffaventos architektonisch als eher unbedeutend gelten, so kann doch die Kühnheit seiner Anlage auf winzigem Plateau über senkrecht abfallenden Flanken nicht genug gerühmt werden. Hier oben wähnten sich byzantinische Machthaber und die Lusignankönige in Kriegszeiten in Sicherheit. Ihre Gegner ließen sie in den Kerkern Buffaventos verschwinden, nicht selten ereilte sie hier der Hungertod. Ein militärischer Beobachtungsposten überwachte aus der Höhe das Meer und die Mesarya-Ebene. Erspähte er Schiffe oder feindliche Truppen, so alarmierte er mit Signalfeuern die Burgen Kantara und St. Hilarion sowie die Seefestung Kyrenia (Girne) und das befestigte Nicosia (Lefkosa). |