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Vorbemerkung
Ein Ausflug zum grandiosen
mittelalterlichen Gebirgskastell St. Hilarion ist für jeden Besucher
Nordzyperns ein unbedingtes "Muß". Dafür spricht
nicht allein seine atemberaubende Lage auf einem steilen Kalkfelsen, der
hoch über Girne wie eine Kanzel aus der Gebirgskette hervorspringt.
Seine Mauern, Türme und Palastruinen fügen sich überdies
zu einer einzigartigen, das Geschehen einer unruhigen Epoche widerspiegelnden
historischen Stätte. Hier waren Belagerungen zu durchleiden, tobten
sich blutige Rachezüge aus, lastete quälende Fremdherrschaft.
Und wenn die Bedrohung einmal nachließ, entfaltete sich sogleich
der ganze Prunk höfischen Lebens.

St.
Hilarion
Erbaut unter schwierigsten topographischen Bedingungen, oft den Besitzer
wechselnd, aber nie im Kampf zerstört, von Venedigs Machthabern schließlich
geschleift und danach in einen jahrhundertelangen Dornröschenschlaf
versinkend, zeigt sich St. Hilarion dem Besucher unserer Tage in einem
Zustand des "gedrosselten Verfalls": die mittelalterlichen Ruinen
wurden vermessen und gedeutet, abgestützt und konserviert, aber nicht
rekonstruiert. Anders als bei den zahllosen, aufwendig restaurierten Burgen
in unseren Breiten, veränderte man den ruinenhaften Charakter der
Wehrbauten auf den Höhen des Besparmak-Gebirges kaum. So mag es hier
und da an unmittelbarer Anschauung fehlen, doch gerade das Unfertige,
das Verlorengegangene beflügelt die Phantasie, läßt Raum,
sich auszumalen, wie es gewesen sein könnte.
St. Hilarion ist bequem mit Leihwagen oder Taxen zu erreichen. Von Girne
folgt man der Straße Richtung Lefkosa und biegt auf der langgezogenen
Paßhöhe nach etwa sieben Kilometern (Wegweiser !) rechts in
eine gut ausgebaute Nebenstraße ein, die sich in engen Kehren einen
Hang hinaufwindet, einen Sattel quert und dann in ein Hochtal einmündet.
Die Straße endet nach ca. vier Kilometern auf dem Parkplatz unterhalb
der Burg. Ein kleiner Kiosk bietet hier Erfrischungen an, dazu einheimisches
Kunsthandwerk, Ansichtskarten, würzigen Waldhonig u.a.
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