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Reiseführer Riga

Schloss

Schloss, Riga

Das Schloss mit einem seiner erhalten gebliebenen Rundtürme,
im Hintergrund ist die kleine Kirche Mater Dolorosa zu erkennen

Bis ins Jahr 1330 reicht die Geschichte des Rigaer Schlosses zurück, damals wurde der Grundstein gelegt für das neue Ordensschloss des Livländischen Zweigs des Deutschen Ordens. Ende des 15. Jhs. in den Auseinandersetzungen zwischen Riga und dem Orden komplett zerstört  erfolgt kurz darauf der Wiederaufbau, dem in etwa seine heutige Gestalt entspricht. Aus dieser Zeit, Anfang des 16. Jhs., stammen die beiden heute noch vorhandenen Rundtürme, der Heiliggeistturm im Westen der Anlage und der so genannte Bleiturm direkt gegenüber. Der höchste Turm des Schlosses, der schlanke Drei-Sterne-Turm, wurde erst 1939 errichtet. Größere bauliche Veränderungen erfuhr das Schloss noch einmal im 18. Und 19. Jh., über die Jahrhunderte hinweg war es jedoch immer Sitz politisch-administrativer Organe, ob die jeweiligen Herren nun polnisch, schwedisch oder russisch waren.
Auch heute dient das Schloss wieder staatlicher Repräsentation, es birgt die Räume des Staatspräsidenten und seiner Kanzlei.

Darüber hinaus sind in dem Komplex gleich drei Museen untergebracht: Das Museum für ausländische Kunst, das Museum der Geschichte Lettlands sowie das Museum für Literatur, Theater und Musik.

Das Museum der Geschichte Lettlands nennt fast eine Mio. Exponate sein eigen, die Sammlung ist in fünf Abteilungen gegliedert. Schwerpunkt der archäologischen Abteilung sind Funde aus Lettland, die bis ins 9. Jahrtausend v. Chr. zurückreichen und das Leben der Liven und Letten in den vergangenen Jahrtausenden näher bringen. In der ethnologischen Abteilung erfährt man anhand von Werkzeugen, Instrumenten und Kleidungsstücken viel über Alltag und Leben vom 17. bis ins 20. Jh. Fotografien aus dem zweiten Hälfte des 19. Jhs. bilden einzigartige Zeugnisse von Leben und Arbeit in jener Zeit.

Das Museum für ausländische Kunst präsentiert Exponate ganz unterschiedlicher Epochen und Herkunftsorte. Da gibt es Originale aus dem alten Ägypten ebenso wie eine mit mehr als 1000 Bildern reiche Gemäldesammlung europäischer Provenienz, im Zentrum dabei die Holländische Kunst des 17. und 18. Jhs. und  deutsche Kunst des 19. Jhs. Darüber hinaus finden sich hier noch graphische Arbeiten verschiedenster Jahrhundert, eine Skulpturensammlung mit mehreren hundert Objekten sowie Gebrauchskunst unterschiedlichster Herkunft.

Der Schlossplatz direkt vor dem Schloss ist in seiner heutigen Gestalt ein Produkt des 18. Jhs., nachdem der einstige Burggraben zugeschüttet worden war. Bauten im Stil des Klassizismus rahmen ihn ein, darunter das  Lyzeum (Nr. 2) und das so genannte Peterburger Hotel (Nr. 4), in dem 1921 der Friede von Riga geschlossen wurde, der den russisch-polnischen Krieg beendete.

Am Rande des Platzes, zur Linken des Schlosses, erhebt sich die kleine Kirche Mater Dolorosa, deren historisierender Stil auf ihren Umbau Mitte des 19. Jhs. verweist. Ursprünglich war das katholische Gotteshaus im 18. Jh. errichtet worden.


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