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Gortys

Geschichte

Im kretischen Mythos ist Gortys der Ort, an dem Zeus mit der entführten Europa die Söhne Minos, Sarpedon und Rhadamantys zeugte. Viele der Münzen von Gortys zeigen deshalb auch Europa mit dem Stier.

Kreta: Ausstellungsstück im Museum von Gortys

Ausstellungsstück im kleinen Museum von Gortys

Geschichtliche Bedeutung erhält Gortys mit dem Einfall der Dorer. Im 7. Jh. v. Chr. wurden Tempel für Athena und Apollo errichtet, und aus dem 5. Jh. stammt die berühmte Inschrift des Rechts von Gortys, eine Art Gesetzessammlung, die in ihrer Länge einmalig ist. Die Regelungen betreffen das Staats- und Familienrecht, Erbschafts- und Vermögensfragen sowie Themen wie Ehebruch und Vergewaltigung.

Mit Knossos zeitweise in kriegerische Auseinandersetzungen verwickelt und nach einem Sieg über Festos verfügte Gortys mit Matala und Levin eine Zeit lang über zwei Häfen, von denen aus reger Handel mit den Ländern des südlichen Mittelmeerraums getrieben wurde.

Mit der römischen Herrschaft erlangte Gortys den Höhepunkt seiner Macht. Da es sich von Anfang an auf die Seite der neuen Herren gestellt hatte, blieb es unzerstört und wurde 64 v. Chr. sogar zur Hauptstadt der Provinz ernannt. Apostel Paulus, der kurz darauf in Kreta ankam, hinterließ mit seinem Begleiter Titus den ersten Bischof der Insel, der auch in Gortys seinen Sitz hatte. Unter römischer Herrschaft wurden zahlreiche Bauten errichtet, die teilweise freigelegt wurden und zu beiden Seiten der Hauptstraße besichtigt werden können. Die Reste der dreischiffigen Basilika des Titus aus dem 6. Jh. sowie das Odeon sind dabei die bemerkenswertesten Gebäude. Im 9. Jh. wurde Gortys von einfallenden Arabern zerstört.

Kreta: Titusbasilika von Gortys

Die Reste der Titusbasilika

Sehenswertes

Die Titusbasilika - in ihrer heutigen Gestalt aus dem 6. Jh. - wurde einer Legende zufolge an der Stelle errichtet, an der der von Apostel Paulus eingesetzte Bischof Titus den Tod als Märtyrer fand und auch begraben wurde. Heute ragt noch der Ostteil dieses schlichten Baus eindrucksvoll gen Himmel. Die Kirche war 824 ebenso wie die gesamte Stadt von den Sarazenen zerstört worden.

Kreta: Überbleibsel des Odeons von Gortys

Überbleibsel des Odeons

Nur wenige Schritte sind es von hier aus zum Odeon, einem typisch römischen Theater mit zwei Eingängen, einer halbrunden Orchestra (der Platz zwischen Bühne und Sitzreihen) und immer noch gut erhaltenen Sitzreihen aus Marmor. Gleich dahinter - heute nur noch durch ein Gitter zu betrachten, die berühmten Gesetze von Gortys, die ihren Platz ursprünglich auf der Agora hatten, so dass jeder Bürger der Stadt sie lesen konnte. Auffallend die eigentümliche Anordnung der Zeilen: Die erste Zeile wird von links nach rechts gelesen, die zweite von rechts nach links, die nächste wiederum von links nach rechts usw.

Kreta: Die Gesetze von Gortys

Die Gesetze von Gortys

Wenige Meter hinter der Gesetzessammlung eine immergrüne Platane, wo der Sage nach Zeus mit Europa den späteren König Minos zeugte.

Weitere interessante Ausgrabungsstücke findet man jenseits der Straße, auf schmalen Trampelpfaden zu erreichen. Gleich am Anfang ein Tempel für die ägyptischen Götter Isis und Separis sowie der Tempel des Apollon Phytios, dessen mächtige Statue sich im Archäologischen Museum von Iraklion befindet. Mit seinen Säulen und Statuenresten besonders eindrucksvoll folgt nach wenigen Metern das Prätorium, Sitz des kretischen Regenten und Zentrum des politischen Lebens. Reste eines Amphitheaters, eines Stadions sowie einer frühchristlichen Basilika liegen in unmittelbarer Nähe.

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