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Deutsche Spuren auf Kreta

Denkmal für die von den Deutschen Ermordeten vor Ano Vianos

Denkmal für die von den Deutschen Ermordeten vor Ano Vianos

Der Balkanfeldzug des faschistischen Deutschland war praktisch abgeschlossen, im April 1941 war das griechische Festland von der deutschen Armee eingenommen worden. Nur Kreta blieb noch von alliierten Truppen - Engländer, Neuseeländer, Australier - besetzt. Als bedeutsame strategische Ausgangsbasis für die Kämpfe im östlichen Mittelmeer und auf dem afrikanischen Kontinent galt die Besetzung Kretas daher als wichtige Operation.

Aufgrund der alliierten Überlegenheit auf See entschloss sich die deutsche Wehrmachtsführung zu einer Operation aus der Luft. Als 'Unternehmen Merkur' ging es in die Geschichte ein, mehr als 20 000 deutsche Soldaten waren daran beteiligt. Was als Handstreich geplant war und am 20. Mai 1941 begann, endete in einer verlustreichen Besetzung der Insel mit tausenden von Toten. Ein Teil der alliierten Truppen konnte über die Südküste Kretas nach Ägypten evakuiert werden.

Von 1941 bis 1945 hielten deutsche Truppen Kreta besetzt, und wie überall hinterließen sie eine blutige Spur des Terrors. Ein dunkles und bislang unzureichend aufgearbeitetes Kapitel deutsch-griechischer Vergangenheit. Die deutsche 'Abwehr' hatte einen relativ friedlichen Empfang der Deutschen durch die kretische Bevölkerung vorausgesagt. Doch welche Fehleinschätzung! Die Einheimischen kämpften energisch und mit hohem Einsatz gegen die Eindringlinge, der Partisanenkampf hielt bis 1945 an. 1943 wurde auf höchster Ebene festgehalten: " Es besteht kein Zweifel, dass die Masse des griechischen Volkes auf der anderen Seite steht. Wir müssen die Folgerungen daraus ziehen und die Griechen als unseren Feind betrachten".

Die deutsche Antwort auf den kretischen Widerstand war die Erschießung Denkmal vor Ano Vianosunschuldiger Zivilisten im Verhältnis 1:10, d.h. für einen toten Deutschen mussten 10 Kreter ihr Leben lassen. Dutzende von Dörfern und Kirchen wurden zerstört und geplündert, in manchen Dörfern wurden einfach sämtliche Einwohner, derer man habhaft werden konnte, erschossen. Das Dorf Kandanos wurde dem Erdboden gleichgemacht, über 400 Einwohner des Bergdorfes Ano Vianos als angebliche Partisanen erschossen, in einer Tagesmeldung des Oberkommandos der Heeresgruppe E zynisch als Banditen bezeichnet. Dem Schriftsteller Nikos Kazantzakis, der Kreta im Sommer 1945 bereiste, erzählten die Einwohner des Dorfes Alikianos: "Am 2. Juni exekutierten sie auf dem Kirchhof 42 Männer, vor den Augen ihrer zum Zuschauen gezwungenen Frauen, als Sühnemaßnahme für die während des Angriffes getöteten Fallschirmjäger. Die Todgeweihten mussten mit eigener Hand ihre Gräber ausheben. Nachdem die Deutschen ihnen das Geld, ihre Ringe und Uhren abgenommen hatten, erschossen sie sie in Zehnergruppen und warfen ihnen jeweils - anstelle von Gnadenschüssen - noch eine Handgranate hinterher. Viele sind lebendig begraben worden. Augenzeugen berichten, dass sich die auf die Erschossenen geworfene Erde noch von den Todeszuckungen der so Begrabenen bewegte." (Eberhard Rondholz in Zeit-Punkte 3/95). Wahrscheinlich 3000 Exekutierte und insgesamt 9000 getötete Zivilisten - die Bilanz eines vierjährigen deutschen 'Gastspiels' auf Kreta. Noch im Mai 1944 wurden alle in Chania ansässigen Juden evakuiert und auf ein Schiff Richtung Piräus verfrachtet. Das Boot kam dort nie an, sein Schicksal bleibt bis heute ungeklärt.

Im April 1944 war einem englischen Kommando in Zusammenarbeit mit kretischen Partisanen ein filmreifes Husarenstück geglückt. Der deutsche General Karl Kreipe wurde auf dem Heimweg von seinem Hauptquartier in Archanes gekidnappt und mit Hilfe ortskundiger Führer in einem zwei Wochen dauernden Marsch bis an die Südküste gebracht, wo er an einem unbewachten Strand von einem U-Boot nach Ägypten verfrachtet wurde.

 

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