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Leineschloss und Niedersächsischer Landtag

Niedersächsischer Landtag in Hannover

Niedersächsischer Landtag, eine Architekturikone der Nachkriegszeit


Ab 1636 diente das Leineschloss Herzog Christian Ludwig als Wohnsitz. Im Laufe der Zeit wurde der herzogliche Residenzsitz sechsmal umgestaltet. Weitreichend und bis heute sichtbar sind die klassizistischen Überformungen, die der Baumeister Georg Ludwig Friedrich Laves verantwortet. Laves war nicht nur der geistige Vater des klassizistischen Palastes an der Leine, sondern auch an der Gestaltung der Aegidienkirche, des Opernhauses und des Palais Wangenheim federführend beteiligt. Nach dem Vorbild des Londoner Carlton Housse ließ er einen von Säulen getragenen Vorbau als Eingangsbereich des Leineschlosses erbauen. Nicht durchsetzen konnte sich Laves mit dem Ausbau des Schlosses zu einer symmetrischen Anlage.

Wie auch bei anderen historischen Bauwerken der Stadt markierte das Jahr 1943 eine Zäsur. Nur der Kammerflügel des Schlosses blieb bei Bombardements der Stadt erhalten. Den Wiederaufbau des Schlosses legte man in die Hände von Dieter Oesterlen. Ihm ist zudem der Neubau des Plenarsaals zu verdanken, der auf einem hellen Steinsockel ruht. Glatter dunkler Naturstein und hohe Fenster sind die weiteren Charakteristika der Gestaltung. Dank Oesterlen vereinen sich nun im Leineschloss Barock, Klassizismus und Moderne. Doch unterdessen wird ernsthaft über Neubaupläne nachgedacht. Zu diesem Zwecke wurde ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Erster Preisträger wurde der Kölner Architekt Eun Young Yi, der ein transparentes Plenarsaalgebäude entworfen hat. 45 Mio. Euro soll dieser Neubau kosten, für den der Oesterlen-Bau abgerissen werden muss. Das stößt auf heftige Kritik und Widerstand in der Stadt, zumal auch die Investitionssumme noch zu stemmen wäre, und das in Zeiten der Krise. Linkspartei und Grüne im niedersächsischen Parlament lehnen die Pläne ab, auch wenn die Finanzmittel seit Ende 2009 zur Verfügung stehen. Verschwinden würde mit dem Abriss ein wesentlicher Meilenstein der westdeutschen Nachkriegsmoderne, der zwischen 1957 und 1962 gebaut wurde. Ungemach droht auch von den Erben des Architekten Oesterlen: Eva Oesterlen, die Witwe des Architekten, droht mit Klagen gegen jede „entstellende Veränderung“ des Baus. Bei der Debatte um Neubau oder Umgestaltung wird aktuell übersehen, dass es bereits einen Wettbewerbsentwurf von 2002 gibt, den das in Hannover ansässige Büro Koch/Pause gewann. Auch deren Entwurf wurde seinerzeit aus Kostengründen gestoppt. Man darf also auf das weitere Verfahren gespannt sein. Aller Debatten zum Trotz hat der Niedersächsische Landtag am 16. März 2010 mehrheitlich für den Abriss des Landtags votiert. Auf die Folgen darf man gespannt sein.

 

Niedersächsische Landtag
Hinrich-Wilhelm-Kopf-Platz 1
30159 Hannover
Tel. 0511-3030-0
Besucherführungen
http://www.landtag-niedersachsen.de/infothek/besucher/rundgang2.htm


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