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Reiseführer Hannover

Rund um den Maschsee

Ein beliebtes Ausflugsziel mitten in der Stadt ist der Maschsee, der künstlich angelegt wurde und ohne die fleißigen Hände von Arbeitslosen nie entstanden wäre. Segeln kann man auf dem Gewässer ebenso wie auf einem Auflugsdampfer herumschippern. Skater sind ebenso wie Radler an schönen Tagen in Massen rund um den See unterwegs.

Bei Kindern sehr beliebt: der Riesenfisch am Maschsee in Hannover

Bei Kindern sehr beliebt: der Riesenfisch

Südlich an den Maschpark anschließend dehnt sich der zwischen 1934 und 1936 künstlich angelegte Maschsee aus. Heute wirken die Worte der Festschrift anlässlich der Eröffnung des Maschsees recht schwülstig: „Glückliche Stadt! In den ruhenden Kranz deiner Wiesen und Wälder, der deine Arbeit umschließt und die Sinne der Menschen erquicket, schmiegt sich nun glitzernd der See, den die Bürger lange erträumten, eilende Seglern zu Lust und durchschnitten vom Rhythmus der Ruderer.“ 2400 Meter ist der See lang und an der breitesten Stelle misst er 565 Meter. Zwei Jahre brauchte man für die eigentliche Arbeit des Ausschachtens. Eingesetzt wurden dabei1600 Arbeitslose, denen harte Arbeitsvorgaben gemacht wurden, wie man beim Rundgang durch das Historische Museum erfährt: Ein Mann musste pro Stunde eine Lore mit Abraum befüllen! Trotz des Einsatzes von Arbeitslosen mussten 2,3 Mio. Reichsmark für das Projekt Maschsee aufgebracht werden.

Entlang des Ufers des Maschsees haben zahlreiche Skulpturen ihren Platz, darunter auch der Hellebardenträger von Alexander Calder, schon wegen der leuchtend roten Farbe der Skulptur ein Hingucker.

An die olympische Idee erinnert dieser Fackelträger am Maschsee in Hannover

An die olympische Idee
erinnert dieser Fackelträger am Maschsee

Der Ritt auf dem Fisch
Sehr beliebt bei Kindern ist der Riesenfisch mit reitender Putte, der am Ufer seinen Platz unweit des Schiffsanlegers hat. Von hier aus verkehren die modernen Schiffe der uestra von Karfreitag bis Ende Oktober. Der neue Star unter den Ausflugsschiffen ist ein Edelstahlkatamaran, der mit umweltfreundlichem Solarantrieb über den See dahingleitet. Das Hauptlinienboot hingegen ist die „Deutschland“.

Unser Weg führt vorbei am Sprengel Museum und dem dreischiffigen, durch Höfe strukturierten NRD-Landesfunkhaus. Eine Besonderheit ist der große, blockhafte Sendesaal, der gleichsam über einem gläsernen Foyer „schwebt“. Südlich davon steht die Bronzefigurengruppe „Menschenpaar“ von Georg Kolbe. Einige Spötter meinen angesichts des nackten Paares, dass es sich hier um ein vom Finanzamt heimkehrendes Paar handelt.

Maschsee

Segelboote am Pier 51

Segeln oder baden – das ist hier die Frage
Der Maschsee ist ein beliebtes Segelrevier, sodass es nicht verwundert, auf dem Rundgang um den See auf das Clubhaus des Hannoverschen Yacht-Clubs zu stoßen. Wer zum Segeln nach Hannover kommt oder es erlernen möchte, hat dazu in der Segel- und Yachtschule am Sprengel Museum ebenso Gelegenheit wie an der Yachtschule Hannover von Hannes Bondersen – und das Schulungsrevier liegt gleich vor der Haustür der Schule.

Läuft man am Maschseeufer gen Süden, so trifft man auch zwei bronzene Löwen, die zu brüllen scheinen und die auf ihrem Rücken reitenden Kinder gerne abwerfen würden. Gestaltet hat dieses Werk der von den Nazis geschätzte und sehr stark geförderte Bildhauer Arno Breker, eine überaus umstrittene Figur unter den deutschen Bildhauern des 20.Jahrhunderts. Keinen besseren Ort als das Strandbad Maschsee kann man sich für Erich Haberlands Schwimmer vorstellen. Mit der Vollendung des Maschsees wurde auch das Strandbad fertiggestellt. Auffallend ist das aus Travertin erbaute monumentale Portal. Dieses wird von zweigeschossigen, mit Holz verschalten Bauten eingerahmt. An diese schließen sich rechtwinklig die lang gestreckten Umkleidekabinen an. Während andere Freizeiteinrichtungen aus der Nazi-Ära längst verschwunden sind, hat das Strandbad die Zeiten überdauert. Neben dem Strandbad liegt das Restaurant Die Insel. Hier kann man sich Norwegische Jakobsmuschel in der Schale gebacken mit Gänsestopfleber und Trüffelduxelles oder ganze Baby-Languste mit Clementinen-Karottenjus und orientalischem Salat munden lassen, wenn man das nötige „Kleingeld“ dafür aufbringen will, da das Restaurant als hochpreisig einzustufen ist.

An einem der Haltepunkte der Maschseeschifffahrt entdeckt man drei Skulpturen als Teil des „Globalen Steinbandes“ von Wilfried Behre. Über die farbig gehaltene Papageienbrücke, welche die Leine quert, setzen wir unsere Maschsee-Runde fort. Unterwegs auf der Seufzerallee kommen wir an das Nordufer des Sees, wo sich der Musikpavillon und das Casino befinden. Dieses hatte 1988 im Rahmen der Spielbankaffäre weit über Hannover und Niedersachsen hinaus für Schlagzeilen gesorgt. Im Zuge der Aufdeckung der Affäre musste der damalige Innenminister der Regierung Albrecht seinen Hut nehmen. Bei einem kurzen Abstecher gelangt man zum ehemaligen Niedersachsenstadion, das 1954 vollendet wurde. Heute firmiert das Stadion als AWD-Arena, benannt nach einem ortsansässigen Finanzdienstleister. Dass Hannover Feste feiern kann, erlebt man unter anderem am Maschsee, wo jährlich zwischen Ende Juli und Mitte August das Maschseefest begangen wird. Dann strömen Zehntausende an das Ufer des Sees und genießen Kleinkunst und Live-Musik satt.

 



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