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Reiseführer Hannover

Kestner-Museum

 

Kestner-Museum Hannover


Vor dem Neuen Rathaus und dem Kestner-Museum befindet sich der zu einer Grünanlage umgestaltete Trammplatz. Inmitten von Büschen steht als Kunst im öffentlichen Raum Moritz Gaggers „Bogenschütze“. Zudem stoßen wir auf den „Großen verletzten Kopf“ von Rainer Kriester. Es handelt sich um einen gewaltigen Kopf über den sich, die Augen verdeckend, zwei riesige Hände gelegt haben, so als wollten sie eine schwere Schädelverletzung verdecken. Auch hinter dem Kestner-Museum ist Kunst im öffentlichen Raum präsent: „Große Familie“ lautet das mehrteilige skulpturale Werk, das von Eugène Dodeigne stammt. Dieser Künstler ist außerdem mit einer weiteren Skulpturengruppe auf der sogenannten Skulpturenmeile vertreten, die am Georgengarten endete. Der Platz von dem hier die Rede ist, ist nach dem Bauherrn des Neuen Rathauses, dem Stadtdirektor Heinrich Tramm benannt.

Die Hülle des Kestner-Museums besteht aus Wabenbausteinen und eingesetzten Glasvitrinen. Dabei umschließt diese vorgesetzte Fassade Teile der erhaltenen historischen Museumsfassade. Das ursprünglich Ende des 19.Jahrhunderts erbaute Museum überlebte den Zweiten Weltkrieg nur schwer beschädigt. Daher wurde ein Neubau notwendig.

»Jahrtausende unter einem Dach« ...
... verspricht das Museum: Und tatsächlich finden wir Kleinkunst der antiken Kulturen des Mittelmeerraums sowie altägyptische Kunst vom 4. Jahrtausend bis in die römisch-christliche Zeit des vierten nachchristlichen Jahrhunderts. Zeugnisse zyprischer Kunst aus Terrakotta und Kalkstein sind ebenso zu sehen wie etruskische Bronzen. Italienische Majolika, Meißner und Fürstenberger Porzellan, Fayencen aus Delft, Braunschweig und Hannoversch Münden sowie Kunsthandwerk vom Mittelalter bis zur Gegenwart vervollständigen die Sammlungen des Hauses.

Münzen, Medaillen und antike Kulturen
Das Museum umfasst heute die Abteilungen Münzen und Medaillen mit einem Bestand von etwa 80 000 Münzen, Ägyptische Kunst, Antike Kulturen sowie Angewandte Kunst und Design vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Einen der Sammlungsschwerpunkte der Abteilung Angewandte Kunst bilden niedersächsische Fayencen aus den Manufakturen in Braunschweig, Hannoversch Münden und Wrisbergholzen, darunter eine Deckelterrine mit Streublumen (um 1780) und zwei Doppelhenkelvasen mit Blaumalerei (1754). Aber auch wertvolles Porzellan aus Meißen und Fürstenberg beherbergt das Haus.

Ägyptische Schätze
Wer sich für das Alte Ägypten und die Antike interessiert, sollte das Museum ebenso aufsuchen wie Liebhaber modernen Designs: Zu sehen sind Reliefs wie das »Ehepaar vor der Baumgöttin«, Stelen und Grabsteine von Privatpersonen und Pharaonen wie Echnaton, aber auch Kultgerät und Weihgaben wie ein bemaltes Totenbuch aus West-Theben (ca. 1420-1400 v. Chr.) und Totenstatuetten wie die aus Zedernholz gearbeitete des »Schreibers der Getreideabrechnungen Ije« (um 1340 v. Chr.). Besonders stolz ist man auf die ausgestellte Mumie einer jungen Frau (um 300 v. Chr.), die mittels der modernen Gerätemedizin untersucht wurde. Die entsprechenden Untersuchungsergebnisse sind an einem Computerarbeitsplatz abzurufen. Nicht minder sehenswert sind die antiken Schätze des Museums: »Orpheus unter den Tieren«, ein Bodenmosaik aus Nordsyrien (2. Hälfte 4. Jh. v. Chr.), ist ebenso ein besonderer Blickfang wie die bronzene Bildnisbüste des Kaisers Trajan (um 197/8 n. Chr.). Etruskische Bronzestatuetten wie die des Herkules finden ihre Bewunderer wie auch der etruskische »Make-up-Koffer« aus Palestrina (Ende 4. Jh. v. Chr.) oder die Halsamphore mit abgebildeten Löwen und Hirschen (650-600 v. Chr.), ganz zu schweigen von den antiken Tonlampen oder einer zyprischen Schnabelkanne (um 1800-1700 v. Chr.).

Kunstgewerbe gestern und heute
Vorbei an der Designabteilung – sie zeigt Designs des 19. und 20. Jahrhunderts: vom rohrbespannten Schaukelstuhl über den von Alvar Aalto entworfenen Teewagen Modell 98 (1936) und dem Sofa „Marilyn“ in Kussmundform bis hin zu Dieter Rams Entwürfen für den Phonofabrikanten Braun – kommen wir zum Herrenzimmer von Dr. Paul Erich Küppers, das in seiner kubischen Form wahrscheinlich von Frits Spanjaard entworfen wurde. Anschließend erblicken wir einen für die Sonderausstellung ausgewählten Kabinettschrank aus Birnbaumholz, der mit Ornamenten aus getriebenem Silber verziert ist. Danach wird unser Blick auf eine Buckelschale mit der Darstellung von Adam und Eva gelenkt sowie auf eine Vitrine mit vier Majolikaschalen, von denen drei durch Platzierung auf rotem Plexiglas hervorgehoben wurden. Links und rechts des Durchbruchs zum nächsten Ausstellungsraum stehen zwei meisterlich gearbeitete Kabinettschränke mit Elfenbeineinlagen, die Pflanzen und Vögel, aber auch anderes Getier wie Heuschrecke, Frosch und Pelikan zeigen. Beide Schränke stammen aus dem Empfangszimmer im Palazzo Tomati. Die Vorliebe des Hausherrn für die Antike unterstreichen Einlegearbeiten, die u. a. Herkules und Hydra, aber auch Theseus mit dem Gorgonenhaupt zeigen.

 

Kestner-Museum Hannover
Trammplatz 3
30159 Hannover
Tel.: 0511 / 16 84 21 20
Öffnungszeiten
Di., Do.-So. 11-18 Uhr, Mi. 11-20 Uhr
http://www.kestner-museum.de


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