Enkomi
Das bronzezeitliche Enkomi, die erste Siedlung städtischen Charakters auf Zypern, verdankte ihren Aufstieg zum wichtigsten Industrie- und Handelsplatz im Osten der Insel ihrer überragenden Kupferindustrie. Die dynamische Stadt am Ende der fruchtbaren Mesarya-Ebene war wirtschaftlich und politisch so einflußreich, daß sie zu einem gewissen Grade auch die Kupferproduktion und -verarbeitung in anderen Landesteilen bestimmen konnte. Um 1200 v. Chr. setzte ihr Niedergang ein. Rund einhundert Jahre später verließen die letzten Bewohner den Ort, um sich im aufblühenden Salamis niederzulassen. Die tote Ruinenstadt, zweieinhalb Kilometer westlich von Salamis, bedeckt eine Fläche von mehr als drei Quadratkilometern. Für Besucher ist das eintönige Gewirr allenfalls schulterhoher Mauerfragmente, die sich an holprigen Gassen entlangziehen und den Blick auf unzählige Fundamente alter Häuser freigeben, zunächst ernüchternd. Kaum vorstellbar, daß diese Stadt einst 15.000 Menschen beherbergte und einen märchenhaften Reichtum anhäufte, wie die Funde belegen, die in dem kleinen Grabungsareal ans Tageslicht kamen - noch immer liegt der größere Teil Enkomis unter Sandschichten begraben. Archäologen könnten hier fündig werden und eines Tages ein deutlicheres Bild dieser frühen "Industriestadt" mit ihren bemerkenswerten Kontakten nach Ägypten und in den Nahen Osten, ihrer kosmopolitischen Bevölkerung und den Hintergründen des Niedergangs entwerfen. |