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Buffavento

Burgplan
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Oberburg und Gipfel

"Der Aufstieg ist so anstrengend und gefährlich, wie ich es noch nirgendwo erlebte. Meistens mußten wir unsere Hände und Füße zu Hilfe nehmen und wohin wir auch unsere Blicke richteten: was wir sahen, ließ uns die Haare zu Berge stehen..." Die Hände sollte man auch heutzutage beim Hinaufkraxeln zu Hilfe nehmen - ein stabiler Handlauf bietet sich dafür an. Daß dem Besucher unserer Tage wie einst 1683 dem flämischen Maler und Weltreisenden Cornelis de Bruyn "die Haare zu Berge stehen" werden, ist aber eher unwahrscheinlich, hat doch der Aufstieg zum Gipfel durch eine solide, mit einem Geländer gesicherte Treppe seine so oft kolportierten Schrecken verloren. Natürlich können Abgründe und Steilwände und eine grenzenlose Sicht in alle Himmelsrichtungen mulmige Gefühle auslösen. Wer sich nicht zum Gipfelstürmen zwingt, wird sich in guter Gesellschaft wiederfinden . . .

Buffavento

Blick über den Kamm des Besparmak
in westlicher Richtung


140 Stufen führen hinauf und überwinden 25, vielleicht 30 m nahezu senkrechten Fels. Dann ist das enge Gipfelplateau mit seinen brüchigen, mittelalterlichen Bauten und hinreißender Fernsicht erreicht, wie sie Zypern nicht ein zweites Mal zu bieten hat. Spielt auch das Wetter mit, bleiben Dunst, aufliegende Wolken oder gar Regen aus, zeigt sich jenseits der rund 80 km breiten Meeresstraße, der Karamanischen See, das türkische Taurus-Gebirge mit schneebepuderten Gipfeln, während sich im Rücken die sonnenverbrannte Mesarya-Ebene ausbreitet, Nicosias Häusermeer und das breit hingelagerte Troodos-Massiv umschließend. Und zu beiden Seiten des Buffavento krönt ein bizarrer Gipfel hinter dem anderen die küstennahe, handtuchschmale Gebirgskette.


Im Zentrum des Plateaus, auf einem mannshohen Felspodest, stehen die Überreste eines Bauwerks, das vermutlich Angehörigen der königlichen Familie als Unterschlupf diente, wenn unten im Lande Unfrieden herrschte. Bescheidene dekorative Elemente am Bau und unscheinbare Spuren von Putz und Wandmalereien lassen jedenfalls den Schluß zu, daß dieses Gebäude nicht nur rein militärischen Zwecken diente. Ob auf diesem höchstgelegenen Bau der Burg die von Estienne de Lusignan erwähnte Beobachtungsstation lag und Signalfeuer entzündet wurden, ist nicht überliefert: "Jede Nacht wurde auf Buffavento eine Wachmannschaft postiert, die, sobald sie Schiffe erspähte, Signalfeuer oder Fackeln entzündete, um die Nachricht nach Nicosia und Kyrenia zu übermitteln..." An diesem "Frühwarnsystem" mit Hilfe weitreichender Feuersignale war auch die 48 km östlich gelegene Burg Kantara beteiligt.


Nur noch die Grundmauern des angrenzenden Gebäudes sind geblieben, vermutlich war hier die Kaserne für die Wachmannschaft der Oberburg. Auf der anderen Seite zieht sich eine verfallenen Zeile von vier Räumen über dem Abgrund entlang. Ihre in charakteristischer Backsteintechnik gerahmten Eingänge und Fensterleibungen und überall umherliegende Backsteine verweisen auf ihren Ursprung in byzantinischer Zeit.


Die nördliche Spitze des Plateaus (wurden vielleicht hier die Signalfeuer gezündet?) liegt wie eine Aussichtsterrasse über dem Steilhang. Erst auf den zweiten Blick entdeckt man unterhalb, in das steinige Gelände eingepaßt, eine weitere Zisterne. In dieser Berglandschaft ohne Bäche und Quellen waren es die beiden großen Zisternen und die vielen Kleinreservoirs in den Kellern, die ein Überleben an diesem extremen Ort für eine gewisse Zeit möglich machten.