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Blick auf das ehemalige Beamtenhaus am Kreuzpfuhl

Blick auf das ehemalige Beamtenhaus am Kreuzpfuhl

Weiter geht es zum Pistoriusplatz (3) mit seiner einheitlichen Platzbebauung. „Zickenwiese“ wurde der Platz im Volksmund genannt. Hellrote Klinkerbauten, teilweise mit Arkaden, entstanden hier in den 1920er Jahren.

Erinnerung an einen Nazigegner

Erinnerung an einen Nazigegner

Gegenüber steht das ehemalige Beamtenhaus, das ein Entwurf des Architekten Carl James Bühring ist. Dieser war zudem verantwortlich für das sogenannte Munizipalviertel rund um den Kreuzpfuhl (4) , heute eine kleine Parkanlage mit See. Zwischen 1908 und 1912 entstand hier ein Bauensemble u. a. aus Oberrealschule, Pumpstation, dem erwähnten Beamtenhaus, Sportplatz und Stadthalle. Auch in diesem Ensemble dominieren rote Ziegel als Gestaltungselement, so die vertikalen Schmuckbänder des Giebels des Beamtenhauses. Auch die Wohnanlage in der Woelckpromenade – mit Fünf- und Sechs-Zimmer-Wohnungen für zahlungskräftige Mieter gedacht und teilweise mit Jugenstil-Dekors versehen – ist gleichfalls aus hellroten Ziegeln errichtet worden. Am Eingang der Parkanlage rund ums Kreuzpfuhl erinnert eine Gedenkplatte an das KPD-Mitglied Erich Boltze, der in der Pistoriusstraße 28 lebte, ehe er wegen seiner Untergrundaktivitäten gegen das NS-Regime 1937 verhaftet und zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Nach Haftverbüßung wurde er ins KZ Sachsenhausen überstellt, wo er 1944 hingerichtet wurde.

Die Woelckpromenade im Munizipalviertel

Die Woelckpromenade im Munizipalviertel

Roter Ziegelsockel, rote Ziegellaibung der Fenster und rote Dachziegel – daraus besteht die ehemalige Stadthalle im Kreuzpfuhlpark, von der aufgrund von Kriegszerstörung lediglich ein Teil erhalten geblieben ist. Dass hier einst Wannen- und Brausebäder sowie ein Fechtsaal existierten, das gehört zur Stadtteilgeschichte Weißensees. Von Graffiti verschmiert ist unweit von dort die sitzende Figur eines Lesenden.

 

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