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Sehenswürdigkeiten in Berlin

Schinkelsche Bauakademie

Die Bauakademie auf der Spreeinsel in unmittelbarer Nachbarschaft zur Friedrichwerderschen Kirche setzte mit einer kubischen Gestalt einen Schlusspunkt unter die barocke und klassizistische Stadtlandschaft der Mitte Berlins. Der Baumeister selbst schrieb über seinen Bau: „ Das neue Gebäude der allgemeinen Bau-Schule ist auf einem Platze ringsum frei gelegen in quadratischer Grundform mit vier gleichen Fassaden und einem inneren Hofe, der den Abfall der Dächer in sich aufnimmt. ... Der Bau wird in Backstein ausgeführt und bleibt in seinem Äußeren ohne Übertünchung und Abputz. ...“.

Berlin: Schinkeldenkmal vor der ehemaligen Bauakademie

Schinkeldenkmal vor der ehemaligen Bauakademie

Mit diesem Bau entstand 1836 der erste profane Ziegelbau Preußens. Dabei wurde bei der Errichtung auf serielle Bauweise zurückgegriffen. Charakteristisch für den Kubus der Alten Sachlichkeit sind die vier Geschosse, die acht Fensterachsen und zwei Portale an der Nordseite.

Der Bau, eine Verbindung aus märkischer Backstein- und englischer Fabrikarchitektur auf quadratischem Raster, diente nach seiner Vollendung dazu, die Allgemeine Bau-Unterrichtsanstalt und die Oberbaudeputation aufzunehmen, der Schinkel bis zu seinem Tod vorstand. Schinkel arbeitete nicht nur in der Bauakademie, sondern hatte hier bis 1841 auch seine Wohnung. Außerdem waren im Sockelgeschoss Läden untergebracht.

Nach Schinkels Ableben war vorübergehend das Schinkelmuseum in der Bauakademie untergebracht, nachfolgend wurden die Räume von unterschiedlichen Bildungseinrichtungen, darunter des Auslandswissenschaftlichen Instituts genutzt.

Nur wenige Jahrzehnte nach Schinkels Tod wurde der Bau umgestaltet, das zentrale Treppenhaus in den dann überglasten Hof verlegt. Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem das Gebäude schwer beschädigt wurde, sollte in den 1950er Jahren der Wiederaufbau erfolgen. Nach dem Richtfest im November 1953 wurden die weiteren Aktivitäten auf der Baustelle jedoch eingestellt. Das Baufragment musste dem Neubau des DDR-Außenministeriums (1967-1995) weichen. Nach dessen Abriss wiederum bemüht sich ein rühriger Förderverein um die Finanzierung der behutsamen Rekonstruktion.

Bis heute verbirgt sich hinter der Plastikfassade gegenüber dem Außenministerium ein Rudiment des Schinkelbaus. Über ein Nord-Ost-Mauereckfragment und einen ersten Saal sowie eine Schaufassade (2004 fertig gestellt) ist der Wiederaufbau bisher nicht hinausgekommen. Auf rund 25. Mio. Euro schätzt der Architekt und spiritus rector des Wiederaufbaus, Hans Kollhoff, die Kosten, die das Projekt verschlingen wird. Ob bis 2010 der Wiederaufbau realisiert sein wird, wissen nur Optimisten. Zu diesen gehört auch Hans Kollhoff, der in der neuen Bauakademie ein internationales Forschungszentrum zur Architektur etablieren möchte.

 

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