Reisemagazin schwarzaufweiss

Touren durch Berlin

Tour 7: Der Boulevard des Berliner Westens: Tauentzienstraße und Kudamm

Zwischen Uhlandstraße und Kranzler

Auf dem Weg zum KaDeWe kommen wir auch an der einstigen Filmbühne Wien vorbei, die 1913 am Kurfürstendamm ihre Türen öffnete und seit der Umnutzung einen weiteren Meilenstein in der Geschichte des Kinosterbens markiert. Da der Bau von Nentwich & Simon im Stile des wilhelminischen Klassizismus unter Denkmalschutz steht, musste es auch nach der Umwidmung erhalten bleiben. Bis heute sehen wir daher im Straßenbild des Kudamms eine tempelähnliche Fassade mit vier ionischen Säulen und Dreiecksgiebel sowie einem Anbau mit vier lebensgroßen Figuren.

Nur noch einen historische Fassade, aber kein legendärer Kinopalast mehr: die einstige Filmbühne Wien

Nur noch eine historische Fassade, aber kein legendärer Kinopalast mehr: die einstige Filmbühne Wien

An der Ecke Kudamm/Joachimsthaler Straße haben die Architekten von Gerkan und Marg (gmp) einen Komplex mit welligen und runden Formen geschaffen. Betrachtet man den zehngeschossigen, gestaffelten und runden Baukörper, so meint man, vor einem überdimensionierten Foto-Objektiv zu stehen. „swisshôtel“ ist auf dem Gebäudeabschluss zu lesen. Für die Kunst am Bau sorgte mit Markus Lüpertz ein überaus prominenter deutscher Gegenwartskünstler. Die Figurengruppe „Das Urteil des Paris“ scheint dem Formenkanon des Klassizismus entsprungen, doch wer genau hinschaut, wird die überaus moderne Skulptierung des Dreigespanns der griechischen Mythologie erkennen.

swisshotel am Joachimsthaler Platz / Kudamm mit Kunst am Bau

swisshotel am Joachimsthaler Platz / Kudamm mit Kunst am Bau

Ein Relikt der 1950er Jahre ist die Verkehrskanzel am Joachimstaler Platz. Dieser Bau ist ein Beispiel für die Idee der autogerechten Stadt, sollte doch von dieser Kanzel aus der tosende innerstädtische Verkehr geregelt werden. Der vor allem durch Arbeiten in Chicago bekannt gewordene Architekt Helmut Jahn zeichnet für das Neue Kranzler Eck verantwortlich. Dabei handelt es sich um die Ergänzung des alteingesessen Café Kranzler, das schon beinahe ganz aus dem Stadtbild verschwunden wäre, hätte sich nicht das Textilunternehmen Gerry Weber seiner erbarmt. Markant an dem 16-geschossigen Neubau ist die scharfe gläserne Spitze, die sich gleichsam wie ein transparenter Schiffsbug in den Kurfürstendamm schiebt. Das heutige Café Kranzler hingegen ist eigentlich nur noch ein Torso, verglichen mit dem an gleicher Stelle vom Architekten Hans Dunstmann zu einem Berliner Wahrzeichen gestalteten Kaffeehaus der 1950er Jahre.

Nur noch die denkmalgeschützte Leuchtreklame und das Foyer des am 15. August 1998 geschlossenen Gloria-Palast, künden von der Vielfalt der traditionsreichen Lichtspielhäuser Westberlins, wenn wir in Richtung „Hohler Zahn“ weiterspazieren. Kaufen, kaufen, kaufen ist das Motto, wenn wir auf dem Kudamm und der Tauentzienstraße flanieren, ob nun Zara, Gucci, H&M, adidas oder Saturn ihre Produkte anpreisen. Wir sind halt auf dem Einkaufsboulevard des einstigen Westberlin unterwegs und das ist auf Schritt und Tritt zu spüren.

Information

Shopping Guide
http://www.kurfuerstendamm.de

KaDeWe
www.kadewe.de

Europa-Center
http://www.europa-center-berlin.de
Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche
Bikini-Haus
https://www.bikiniberlin.de

Zoopalast
http://www.zoopalast-berlin.de
Theater des Westens
http://www.stage-entertainment.de/unternehmen/theater-vermietung/berlin/tdw.html

Quasimodo
http://www.quasimodo.de

Vagantenbühne
http://www.vaganten.de/startseite

stilwerk
http://www.stilwerk.de

Schwarzes Café
http://www.cafe-schwarze.de/Cafe_Schwarze/Willkommen.html

 

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