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Touren durch Berlin

Tour 7: Der Boulevard des Berliner Westens: Tauentzienstraße und Kudamm

Zwischen Theater des Westens und Savignyplatz

Im ausgehenden 19. Jahrhundert entstand das Theater des Westens als Tempel der leichten Muse. Es ist ein beeindruckender Bau mit einer von Säulen gegliederten Hauptfront und üppiger Bauzier. Schaut man hinauf zum markanten Dreiecksgiebel des Theaterbaus, so erblickt man den „Siegesboten von Marathon“, eine Schöpfung des Bildhauers Max Kruse. Gegenüber vom Theater steht das an seinem auf dem Dach befindliche, bewegliche Dreieckssegel zu erkennende sogenannte Kantdreieck, auch als Kap-Hag-Hochhaus bekannt. In den 1990er Jahren war dieses 54 m hohe Bürohochhaus einer der ersten Büroneubauten in der City-West. Zu den Füßen des Hochhauses ruht auf einem Sockel Markus Lüpertz' Skulptur „Der Tod des Kriegers“, und man fragt sich, warum gerade hier der richtige Ort für eine derartige Skulptur ist. Geschlagen ist der Krieger, der seinen Helm abgestreift hat und sich mit letzter Kraft auf seinem Schild stützt. Doch sein Tod ist unausweichlich, zu schwer ist er verwundet.

Tempel der leichten Muse: das Theater des Westens

Tempel der leichten Muse: das Theater des Westens

Marmorhaus, Gloria-Palast, Filmbühne Wien, das waren traditionsreiche Lichtspielhäuser in der City-West, die nach und nach verschwunden sind. Geblieben ist der Delphi Filmpalast am Zoo neben dem Theater des Westens. Wie auch das Theater des Westens zeichnete für den Entwurf des Filmpalastes Bernhard Sehring verantwortlich. Zunächst wurde in dem späteren Kino ein Tanzlokal betrieben. Einige Jahre nach Kriegsende wurde dieses Kino nach einem umfassenden Wiederaufbau eröffnet. Im Souterrain des Kinokomplexes trafen sich einst die Freunde des Jazz im Quasimodo. Doch heute präsentiert der Musikklub eher Liveacts mit Fusion, Blues und Funk. Die Vagantenbühne neben dem Theater des Westens ist eine der ältesten Privatbühnen Berlins und widmet sich sozialkritischen und zeitkritischen Bühnenstücken von Gegenwartsautoren.

Wer sich für Wohndesign interessiert, der schaut beim weiteren Spaziergang im stilwerk vorbei, dessen Gebäudekomplex wegen seiner geschwungenen, beinah wulstig erscheinenden Glasfassade an der Ecke Uhlandstraße/Kantstraße nicht zu übersehen ist. Das Schwarze Café, nur wenige Schritte vom Savignyplatz entfernt, ist eine Berliner Institution und existiert seit 1978. Ein bunter Neonröhren-Papagei im Fenster ist das Aushängeschild des Cafés, dessen Inneres in Schwarz getaucht ist. Rund um die Uhr heißt das Café seine Gäste willkommen. Es ist für frühe Frühstücksgäste ebenso geöffnet wie für Spätaufsteher und Nachtschwärmer.

Das Schwarze Cafe, eine Berliner Institution seit den 1970er Jahren

Das Schwarze Cafe, eine Berliner Institution seit den 1970er Jahren

Auf den nahe gelegenen Savignyplatz laufen sternförmig insgesamt sieben Straßen zu. Am Südrand des Platzes bildet die S-Bahn mit ihren S-Bahnbögen den Abschluss des Platzes. Hier reiht sich ein Restaurant an das andere. Wir setzen unsere Tour durch die Grolmannstraße fort, um zum Kudamm zurückzugelangen. Auf Höhe U-Bahnhof Uhlandstraße biegen wir nach links auf den Kudamm ab.

 

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