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Reiseführer Nordzypern

Frangipani-Baum

Noch ein Exot, der Zyperns Gärten erobert hat! Und was für einer! Dem verführerischen Duft, der seinen ebenmäßigen, wie Porzellan anmutenden Blütenblättern entströmt, werden wahre Wunderdinge nachgesagt. So soll er Gelassenheit schenken, für gute Laune sorgen, die Sinne öffnen und der Kreativität neue Wege weisen. Und das aus der Blüte gewonnene ätherische Öl entfaltet, so wissen Eingeweihte, eine angenehme Wirksamkeit als erotisches Stimulans, beliebt auch in einer Mischung aus so bekannten exotischen „Liebesdüften“ wie Sandelholz und Jasmin.

Frangipani-Baum, Nordzypern

Der bis zu 5 m hoch wachsende tropische Blütenbaum ist in Mittelamerika und auf den karibischen Inseln beheimatet, hat sich aber über die gesamten Tropen ausgebreitet und gedeiht prächtig auch in subtropischen Zonen wie dem Mittelmeerraum. Selbst hierzulande kann man ihn in wohltemperierten Wintergärten als Kübelpflanze halten. Wie der in Zypern häufig anzutreffende Oleander gehört der Frangipani-Baum zur Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae). Im Winter wirft er seine bis zu 30 cm langen, in Büscheln angeordneten Blätter ab und sieht dann wie gerupft aus. Seine verdickten Zweige fallen nun besonders ins Auge und weisen ihn als Sukkulente aus, als typischen Bewohner trockener Gebiete, der die Fähigkeit besitzt, Wasser und Nährstoffe zu speichern.

Farbenprächtige Ketten aus Frangipaniblüten werden traditionell Besuchern der Hawaii-Inseln umgelegt oder man trägt die Blüten als festlichen Haarschmuck wie etwa auf Bali. Dort und in anderen Gebieten Asiens gilt der Frangipani als heiliger Baum, den man Pagoden- oder auch Tempelbaum nennt. Seine Blüten (übrigens in Dutzenden von Farbvarianten) werden den Göttern als Opfergabe gereicht. Sie sind ein Symbol der Unsterblichkeit.

Warum „Pulmeria rubra“, so seine wissenschaftliche Bezeichnung, den Namen des im hochmittelalterlichen Rom zu den einflußreichsten Familien zählenden Adelsgeschlechts der „Frangipani“ trägt, ist nicht eindeutig geklärt. Es heißt, einer der Frangipani-Grafen habe die Blüten gerne in seine Handschuhe gesteckt, um sie zu parfümieren. Vielleicht war er der oft zitierte Parfumeur Frangipani aus dem 12. Jahrhundert, Schöpfer eines seinerzeit begehrten Duftwassers. Oder wurden Blüte und Baum nach Mercutio Frangipani, dem Botaniker, benannt?

 



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