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Christus als Pantokrator (24730 Byte)

Viel Licht flutet durch die zwölf Fenster im Tambour unter der Kuppel herein und lenkt den Blick nach oben, wo auf der den Himmel vergegenwärtigenden Kuppelwölbung Christus als Pantokrator (Weltenherrscher) überlebensgroß dargestellt ist. In der Linken hält er das Evangelienbuch, die Rechte ist segnend erhoben. Eine Kordel in Regenbogenfarben umrahmt das Christusmedaillon. In der Zone darunter strömen Scharen von Engeln, flankiert von Maria und Johannes dem Täufer, auf den leeren Thron zu, von dem aus Christus am Jüngsten Tag Gericht halten wird. Die beiden freistehenden Säulen, zwischen denen die Ikonostase (Bilderwand) den Gemeinderaum vom Altarbereich trennte, tragen Bildnisse der Erzengel: auf der nördlichen Säule Michael, gegenüber, mit zerstörtem Kopf, Gabriel. Beide halten Schriftrollen in ihren Händen. In der Apsiskonche erscheint in einer Szene Maria Orans Vlachernitissa - die betende (orans) Maria, dargestellt nach dem Vorbild in der Marienkirche des Vlachernenviertels von Konstantinopel (Istanbul). Vor tiefblauem Hintergrund zeigt sie sich in einem weiten Gewand in kräftigen Grün- und Goldtönen. Kunstfrevler haben bei dem Versuch, das Haupt von der Wand zu lösen, das Fresko stark beschädigt. Besser erhalten ist eine Szene auf dem Südwestpfeiler. Sie zeigt die Taufe Christi im Jordan. Ein nackter Jesus überquert den Fluß, dabei mit der rechten Hand eine Personifikation des Jordans zu seinen Füßen segnend, während Johannes der Täufer ihm die Hand auf das Haupt legt. Auf der Wand daneben sind Bischöfe und Blutzeugen, Ärzteheilige und Wunderwirker abgebildet. Stark zerstört ist die Darstellung des Jüngsten Gerichts im Nordteil und an der Südwand die Wurzel Jesse, der Stammbaum Christi vom Urvater über Salomon und David bis zu den Eltern von Maria. Eine interessante Figur auf einer der Säulen stellt Romanos Melodos, gekleidet in eine weiße Tunika, dar. Er hält ein aufgeschlagenes Buch mit einem Text, dem spätbyzantinische Notationen einer Melodie angefügt sind: Romanos (mit der Berufsbezeichnung Melodos) war Verfasser und Komponist orthodoxer Hymnen. Ein besonders gut erhaltenes Fresko aus jüngerer Zeit ist die Darstellung von Mariens Geburt am Nordwestpfeiler mit stilistischen Anleihen bei der italienischen Renaissance des ausgehenden 15. Jahrhunderts. Es entstand wahrscheinlich kurz nach der Errichtung der südlich vorgelagerten Loggia.

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