Reiseführer Rostock

Steintor

 

Rostock - Steintor Rückseite

Die der Stadt abgewandte Seite des Steintors

Einst hatte das Steintor wohl eine ähnlich imposante Große wie das bekannte Kröpeliner Tor. Das Steintor war im Mittelalter das Haupteingangstor von Süden in die Stadt, der Weg hindurch führte so wie heute über die Steinstraße direkt zum Neuen Markt mit dem Rathaus und der Marienkirche. Nach seiner Errichtung 1279 ersetzte es das noch ältere Kuhtor, ältestes der vier noch verbliebenen ehemals 22 Tore in der alten Rostocker Stadtmauer einige Hundert Meter östlich. Während das Kuhtor, als vielleicht ältestes noch existierendes Stadttor in Norddeutschland, noch steht, wurde das ursprüngliche Steintor im Zuge von kriegerischen Auseinandersetzungen mit Schwerin 1565 mitsamt u.a. Teilen der Stadtmauer und dem Vorgänger des heutigen Lagebuschturms geschliffen, sprich abgerissen und als Baumaterial einer anderen Verwendung zugeführt - zu damaliger Zeit immer wieder ein beliebtes Mittel unterlegene Gegner zu demütigen. Erst nach vertraglichen Vereinbarungen wurden das Steintor, der heutige Lagebuschturm und die fehlenden Teile der Stadtmauer zwischen 1574 und 1577 neu errichtet.

Statt im gotischen Stil wurde der Bau nun im Stil der Niederländischen Renaissance neu gebaut. Schlicht und eher abweisend, mit seinen kleinen tief liegenden Öffnungen in der dicken Mauer, zeigt sich die der Stadt abgewandte Seite, als solle jedem Gegner der Mut zu einem nochmaligen Angriff auf die Stadt schon beim ersten Blick genommen werden. In einem kleinen eingelassen Rechteck sieht man sowohl Stadt- als auch Landeswappen.

Rostock - Steintor - Stadt- und Landeswappen

Anders die der Stadt zugewandte Seite, statt eines schlichten schmucklosen Torbogens, wurde hier ein repräsentatives Portal angebaut. Über dem Durchgang halten Löwen auf Schilden links das Wappen des Fürsten, rechts das dreifarbige hanseatische Stadtwappen jeweils mit Greif, dem mythisches Schutztier der Stadt, sowie in der Mitte mit Stierkopf, dem großen Stadtsiegel. Darunter steht in goldenen Lettern der Wahlspruch Rostocks „Sit intra te concordia et publica felicias.“ (In deinen Mauern herrsche Eintracht und öffentliches Wohlergehen). Dass sowohl Aussehen des Baus, als auch die Inschrift über die Zeit variierten, zeigt die Stadtdarstellung auf der kolorierten Federzeichnung des Krämerburschen oder -gesellen Vicke Schorler, die er von 1578 bis 1586 anfertigte, also kurz nach Fertigstellung des neuen Tores.

Rostock - Steintor - Portal

Auch das Steintor wurde bei den Bombenangriffen 1942 stark beschädigt und ab Anfang der 1950er Jahre wieder aufgebaut. Ohne direkte Anbindung an die Stadtmauer wirkt des Tor heute etwas verloren zwischen Straße auf der einen und Straßenbahnschienen auf der anderen Seite.

 

Reisemagazin schwarzaufweiss

 

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