Reiseführer Rostock

Kloster zum Heiligen Kreuz

 

Rostock - Kloster zum Heiligen Kreuz

Links der Südflügel

In unmittelbarer Nachbarschaft des denkmalgeschützten Hauptgebäudes der Universität Rostock liegt das Kloster zum Heiligen Kreuz. Das Zisterzienserrinnenkloster wurde 1270 gestiftet. Einer Legende nach war die dänische Königin Margarete die Stifterin, aber es ist wahrscheinlicher, dass wohlhabende Rostocker Bürger einen nicht unerheblichen Anteil an der Gründung des Klosters hatten, denn die ersten Nonnen kamen aus wohlhabenden Familien der Stadt. Belegt ist allerdings eine Schenkung der dänischen Königin an das Kloster im Jahre 1272. Dabei ging es auch um Landflächen außerhalb der Stadtmauern, die sie 1269 dem mecklenburgischen Fürsten Waldemar abgekauft hatte, etwa das Areal mit dem damals dort befindlichen Dorf, wo heute der Warnowtunnel bei Schmarl in der Erde verschwindet. Dank derartiger Stiftungen war das Kloster recht wohlhabend und zeitweise so beliebt, dass nicht jede Interessentin aufgenommen werden konnte. Ein Grund für die Beliebtheit mag auch die Lage des Klosters in der Stadt direkt hinter der starken Wehrmauer gewesen sein, ein Umstand der für Zisterzienser allerdings durchaus ungewöhnlich war, denn eines der Prinzipien des Ordens war es, Klöster möglichst abgeschieden und fern von menschlichen Behausungen und Wegen zu errichten.

Um 1300 begannen die Nonnen die bis heute erhaltenen Gebäude der Klausur zu errichten. Süd- und Westflügel mit Dormitorium, Kapitelsaal, Sommer- und Winterrefektorium und weiteren Räumen entstanden wohl ab 1307. Das lässt sich aus dem Ergebnis der Analyse eines Balkens schließen, die während der letzten Sanierung 2002 durchgeführt wurde und den Balken auf 1307 datiert. Im 15. Jahrhundert wurden an den Gebäuden bauliche Veränderungen vorgenommen und weitere kamen hinzu. In dem Kloster lebten etwa 40 bis 100 Nonnen und einige Laienschwestern, dass die Zahl der Bewohnerinnen schwankte, hing auch mit bischöflichen Entscheidungen zusammen, denen sich das Kloster unterzuordnen hatte.

Rostock - Kloster zum Heiligen Kreuz - Klosterkirche

Klosterkirche

Die Klosterkirche, eine dreischiffige Basilika, wurde 1360 fertiggestellt. Die neogotische Innengestaltung bekam die Kirche allerdings im Zuge einer grundlegenden Renovierung 1898/99 durch den Architekten Gotthilf Ludwig Möckel, der auch das Ständehaus entworfen hat. Die Kirche wird heute von der benachbarten Universität genutzt. Im Rahmen einer weiteren umfassenden Renovierung von außen und innen in den Jahren zwischen 1997 und 2002 erhielt der Bau auch ein neues Dach. Auch wenn die Kirche im Inneren ihr ursprüngliches Aussehen verloren hat, gibt es doch noch einige historische Teile zu sehen, etwa den Hochaltar aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts, sowie den Laien-Altar, den Kreuzigungs-Altar und 49 überwiegend aus dem Mittelalter stammende Grabplatten. Viele weitere Gebäude, die damals auf dem Klostergelände standen, wie Waschhaus, Brauhaus und Stallungen, haben die Zeit nicht überdauert, dennoch gilt die Klosteranlage heute als eines der letzten geschlossenen historischen Ensembles in der Hansestadt.

In der Reformationszeit wurde das Kloster in ein Frauenstift umgewandelt (1584) und 1920 vom Freistaat Mecklenburg-Schwerin enteignet und aufgelöst. In dem Kloster ist heute das Kulturhistorische Museum untergebracht.

Michaeliskloster

Rostock - Michaeliskloster - Fraterhaus

Blick auf das Fraterhaus

Auf einem etwas abseits gelegenen Klostergrundstück, bauten 1462 die „Brüder vom gemeinsamen Leben“ ihr Fraterhaus, das Michaeliskloster. 1475 begannen sie als Erste mit dem Buchdruck in der Hansestadt. Während der Reformation wurde das Fraterhaus aufgelöst und anderweitig genutzt bis der Bau in der Altbettelmönchstraße nach dem Bombardement durch die englische Luftwaffe 1942 komplett ausbrannte. Erst 1994 war die Rekonstruktion der Außenfassade nach historischem Vorbild komplett abgeschlossen. Im Inneren sind heute Teile der Universitätsbibliothek untergebracht.

 

Reisemagazin schwarzaufweiss

 

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