Reisemagazin schwarzaufweiss

Tour 4

Jordaaner Originale, Trödel, Hofjes, ein Platz, Theater, Dwarstraten, Woonbooten und „lekkere“ Restaurants

Dauer der Erkundung: Ein Tag, wenn´s schnell gehen muss, besser aber sind gut zwei Tage, weil´s so viel zu erleben und zu sehen gibt!

Ausgangspunkt: Lauriergracht / Ecke Hazenstraat

Über wieviele Brücken man gehen muss, um den Jordaan zu erreichen? Wer weiß? Die Grachten jedenfalls sind zählbar: Singel, Herengracht, Keizersgracht und Prinsengracht. Entlang ihrer Ufer ankern Hausboote, die hier und dort schwimmenden Villen nicht unähnlich sind – es ist schick, auf dem Wasser zu residieren, mit angelegtem Beiboot und dem parkenden Geländewagen vor der Jetty am Ufer. Über solche Szenerien können jene, die „Hausbootler“ aus Leidenschaft sind, nur den Kopf schütteln. Und jene, die sich ein anderes Wohnen nicht leisten können träumen davon, in einem der Häuser entlang der Grachten zu wohnen.

Amsterdam - wohnen auf dem Hausboot

Wohnen auf dem Hausboot

Wie gut man diesen Wunsch angesichts der Wohnidylle entlang der Lauriergracht doch nachempfinden kann! Wo die Häuser mit ihren schmalen Fassaden, den farbig lackierten hölzernen Eingangstüren und Klappläden, dem alten welligen Glas der Fenster und den Blumenkästen davor aussehen, als hätte jemand sie aus einem Bilderbuch heraus geschnitten. Da lehnen sich die Spitz- oder Treppengiebel wagemutig weit über den Grundriss hinaus – so erweiterten die Erbauer der ehemaligen Handelsdomizile das obere Stockwerk um einen zusätzlichen Meter Raum und bewahrten den Giebel beim Hochziehen von Lasten vor Beschädigungen. Relikten aus altvorderen Zeiten gleich ragen die Kranarme über die Kopfstein gepflasterten Gassen, doch lernen die Bewohner der heute zu Wohnhäusern umfunktionierten Kontore den Wert dieser Lastenträger bereits beim Möbeltransport zum Einzug kennen. Ist doch kaum eine Treppe in diesen Häusern breit genug, auch nur einen Sessel hinauf schaffen zu können. Und hinab schon gar nicht.

Amsterdam - Giebel im Jordaan

Giebelkunst im Jordaan

Noch im 19. Jh. lebten Gerber in diesem Teil Jordaans. Die Elandsgracht zeugt mit ihrem Namen – Eland = Elch = Elchleder – noch von dieser Zunft. Wie dominant deren Handwerk mit infernalischem Gestank und umweltbelastenden Kloaken verbunden war wird klar, wenn man hört, dass die Lijnbaangracht zum Beispiel aufgrund der daraus entstandenen Beeinträchtigungen zugeschüttet werden musste.

Die Händler der Hirsch- und Elchfelle lebten meist an einer der breiten, der repräsentativen Grachten gegenüber, im Jordaan wohnte noch bis ins 20. Jh. hinein der Plebs. Aber mit Stil, wie die Bruine Cafés beweisen, die kleinen, aber proppenvoll mit Blumen bepflanzten Gärtchen auf den Balkonen, die Tante Emma Läden, von denen sich einige erhalten haben, und Johnny Jordaan, dessen und Tante Leen´s Büste auf dem Johnny Jordaanplein an die Liedkunst á la Jordaan erinnern. „Für immer“, wie die Anwohner versichern.

Amsterdam - Bruin Cafe

Ein Bruine Café

Tour 4
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