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Reiseführer Amsterdam

Hallo Amsterdam!

Es gibt, daran zweifeln selbst eingefleischte Skeptiker nicht, keine andere Stadt in Europa, die sich so häufig und konsequent neu erfindet wie Amsterdam. Würde man die jüngste Entwicklung der Stadt an der Amstel im Zeitraffer betrachten, käme ihr Wandel einer großartigen Kulissenschieberei gleich. Weg vom Schmuddelimage, hin zur Kunst-, Architektur- und Ausgehmetropole par excellance. Ohne dabei jedoch ihren individuellen Charme hinter hochglanzpolierten Sujets leugnen zu wollen.

Diesen Charme, der vom Rhythmus einer bunten und experimentierfreudigen Gesellschaft lebt, und der seine Prägung auf verblüffend unkomplizierte Art in einem Ambiente kuscheliger Gemütlichkeit entfaltet. Gezelligheid ist das Zauberwort, das für herzliche und ehrliche Offenheit steht. Für Kontaktfreude, für die Lust am Neuen, für Rücksichtnahme, Entgegenkommen und Behutsamkeit im Umgang mit Individualiät – jener Maxime, die wie keine andere das Wesen Amsterdams verkörpert.

Amsterdam - Gezelligheid

Gezeeligheid

So gilt es nicht als Widerspruch, dass Amsterdam auch heute wieder von Erneuerung und Innovation lebt, während der Qualm aus tütendicken Joints über die Bürgersteige vor den zahllosen Coffeeshops wabert – seit Rauchverbot auch in allen Kneipen gilt, ist man auch hier eben von drinnen nach draußen gezogen. Das geschieht, ohne dass jemand Anstoß daran nimmt, auch in der Nachbarschaft eines superschicken Designclubs, wo möglicherweise ein traditionelles Bruin-Café nicht weit ist und auch nicht die schummrig beleuchteten Fenster eines Bordells, in denen sich die Damen des Sexgewerbes ausstellen – in Sichtweite einer Reihe nobler Hotels.

Amsterdam - Coffeeshop

Gezeeligheid am Coffeeshop

All diese Eindrücke vermitteln sich in der Kulisse spitzgiebeliger Grachtenhäuser, in deren Höfen sich Gärten entfalten, Traumlandschaften gleich. Das ist Amsterdam. Heimat für Einwanderer aus aller Welt, Mekka für Flaneure, Kunst- und Kulturliebhaber, für Architektur- und Designfreaks, für Connoisseurs und Gourmets und – Ausdruck purer Lebenslust.

Amsterdam - typische Grachtenhäuser

Amsterdams typische Grachtenhäuser

Seit tausend Jahren Stück für Stück dem Meer abgerungen, war Amstellodamme zunächst eine kleine Ansiedlung für Fischer, Bauern und Handwerker. Jede weitere Ausdehnung erforderte zahllose Eichenpfähle, die in das Meer getrieben wurden – ein mühseliges Unterfangen, bis derer eine Million zusammengekommen waren. Dass man auf diesem Untergrund keine wuchtigen, prachtvollen Bauten errichten konnte, bestimmte das Bild des frühen Amsterdam.

Erst im 17. Jh. gedieh dieser Stadt, die mittlerweile zum Zentrum einer dominierenden Handels- und Kolonialmacht avanciert war, ein repräsentables Flair im Stil der Herrenhäuser reicher Regenten und Händler. Jene hatten ihr Vermögen in der Mehrzahl mit dem Heringshandel gemacht – aus diesem Grund sagt man noch heute, dass „Amsterdam auf Heringsgräten erbaut“ wurde.

Amsterdam - De Gouden Bouw

De Gouden Bouw - hier wohnten einst die reichsten Händler der Stadt

Dem großbürgerlichen Ambiente von Anno Dazumal stehen heute die erbauten Ambitionen einer selbstbewussten Architektengeneration gegenüber. Die, ohne das Alte zu ignorieren, der Stadt an der Amstel auch nach außen hin ein neues Gesicht geben – Amsterdam erfindet sich neu, einmal mehr und gründlich wie immer.

 

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