Reisemagazin schwarzaufweiss

Tour 3

Eine schmale Brücke, eine Blaue Brücke, aufwändige, bescheidene und fröhliche Lebensarten, Antiquitäten, berühmte Museen, großartige Plätze und ein wunderschönes Kino

Dauer: Ein Tag

Ausgangspunkt: Magere Brug, gegenüber der Stopera am Waterlooplein

Auch wenn die Magere Brug sehr alt aussieht – diese schmale, hölzerne Zugbrücke wurde erst 1969 gebaut, als Kopie des Vorgängermodells von 1670 allerdings. Die Ansicht passt hervorragend in jenes Bild, das man sich vom „Goldenen Jahrhundert“ der Grachtenstadt macht und weil dazu ein Gutteil Romatik gehört, erzählt man sich eine rührende Geschichte zur Entstehung der Magere Brug: Demnach lebten einst zwei Schwestern, beide aus der Familie Mager, beide gesellschaftlich angesehen, aber beide in ihrem Zorn unerbittlich. So begab es sich, dass Zwistigkeiten die beiden gegeneinander aufbrachten.

Amsterdam - Magere Brug

Kleine Nachbildung der Magere Brug

Also zog die eine auf diese Seite der Amstel, die andere auf die Gegenüberliegende. Doch wie die Zeit auch bei unerbittlichen Seelen wirken kann, heilte sie sogar die Zerwürfnisse der Mager-Schwestern. Weil dies jedoch nicht dem strengen Ruf der beiden Damen zu Ehren gereicht hätte, musste man einen Ausweg finden, einen, der sie den Schein in ihren weit auseinander liegenden Häusern wahren ließ, andererseits aber… Also ließ Leen vom diesseitigen Ufer eine Brücke zum Haus ihrer Schwester bauen. Und wenn sie nicht gestorben wären, würden sie sich weiterhin auf der Magere Brug zum Ratschen treffen.

Amsterdam - Blauwbrug

Flanieren an der Blauwbrug

Die Szenerie kann man sich von der Blauwbrug aus gut vorstellen. Elegant lässt sich die Amstel auf dieser Brücke überqueren, über deren Geländer sich die Skulpturen von Meeresgöttern, Schiffen und Fischen tummeln und die ihren Namen aufgrund des königlich blauen Anstrichs ihrer hölzernen Vorgängerin erhielt. 1883 musste jene, anlässlich der Weltausstellung, einer steinernen Ausführung weichen.
Und auch das Panorama der Blauen Brücke ist ungewöhnlich. So erblickt man nach rechts und geradeaus jeweils sechs Brücken, nach links, zur Amstel hin, zwei, und dann ist da noch diese auf der man steht und den „15 Brücken-Blick“ genießt.

Amsterdam - Herengracht

Blick auf die Amstel

Einblicke in die häusliche Welt der Schönen und Reichen im 19. Jahrhundert des vornehmen Amsterdam, ergeben sich im Museum Willet-Holthuysen (www.willetholthuysen.nl), in dem feinen Grachtendoppelhaus mit der Nummer 605. Nahezu das gesamte Interieur ist erhalten und der Lebensstil der Holthuysens mit aufwändigen Bällen, exquisiten Literaturabenden, mit Soirées und Konzerten spiegelt sich in der Großzügigkeit der Räumlichkeiten wider.

Über den Thorbeckeplein wandert es sich gemütlich an der Herengracht entlang. Der Platz, der nach dem bekannt liberalen Stadtregenten J. Rudolph Thorbecke (1798-1872), benannt ist, übt kaum Anziehungskraft aus, wohl aber die prächtige Bebauung der Herengrachtufer mit diesen großzügigen Villen, deren ausladende Sandsteinfassaden dem Stil französischer Noblesse entstammen. Ihre Rückseiten sind von Parks umgeben, die so groß sind, dass sie gar Sommerhäusern Platz bieten.
Jene aufwändige Ausstattung war den Stadtplanern des 16./17. Jahrhundert das adäquate Mittel, die Macht und das Ansehen der Stadt darzustellen. Berühmtester Verfechter dieser Methode war der Architekt Philip Vingboons, der sich im Weberviertel (s.u.) ein Renommée als Ästhet des sozialen Wohnungsbaus errungen hatte.
Das Haus mit der Nr. 497 nennt sich Kattenkabinet (www.kattenkabinet.nl), ein Begriff, den Katzenfreunde wohl zu definieren wissen. Der „Kleinen Kulturgeschichte der Katze“, wegen, die im liebevoll gestalteten Inneren gezeigt wird.

Open Tuindagen – Tage der offenen Gärten

An jeweils drei Tagen Ende Mai und Ende Juni öffnen Privatleute an der Heren-, Keizers- und Prinsengracht ihre Gärten für Jedermann.

Wann und wo: www.amsterdamsegrachtentuin.nl

Tour 3
Seite 1 / 2 / 3

 

Reisemagazin schwarzaufweiss

 

Das könnte Sie auch interessieren

.