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Reiseführer Madrid

Tour 3: Die Metropole von Konsum, Business und Macht
Das Madrid der Moderne

Madrid, Plaza de Cibeles

Plaza de Cibeles (Foto: © Alexandra Gnatush-Kostenko - Fotolia.com)

Diese Tour startet an der Puerta del Sol, dem sozialen Zentrum Madrids. Unter den Habsburgern im 16. Jahrhundert als Straßenkreuzung entstanden und von den Bourbonen im 18. und 19. Jahrhundert als halbrunder Platz vollendet, beginnt hier die alt ehrwürdige calle de Alcalá mit einigen imposanten Bauwerken des späten 19. Jahrhunderts: ehemalige Zentralen wichtiger Banken und Versicherungen, aber auch diverse Ministerien. Wir passieren die prächtige Palastarchitektur und gelangen zur Plaza de Cibeles, einem nach wie vor neuralgischen Verkehrsknotenpunkt Madrids mit einer Ansammlung erwähnenswerter Bauwerke: spanische Nationalbank, Hauptquartier des Heeres und Kommunikationspalast – letzteres der neue Amtssitz des Madrider Bürgermeisters.

Nach dieser Abfolge ehemaliger und aktueller Machtzentren biegen wir nach Norden ab und gelangen auf den Paseo de Recoletos, der nördlichen Verlängerung des Paseo del Prado. Dieser Teil des Rundgangs ist nicht nur ein historischer Streifzug durch das späte 19. und frühe 20. Jahrhundert, sondern zugleich auch ein Abstecher in ein Stück spanischer Architekturgeschichte. Vom Jugendstil auf der Calle de Alcalá über etliche Beispiele neoklassizistischer und neogotischer Bauwerke an der Plaza de Cibeles bis hin zur Stadtpalastarchitektur auf dem Paseo de Recoletos.

Von hier aus geht es direkt in die Madrider Gegenwart, in das Stadtviertel Chueca mit seinem schier unerschöpflichen Angebot an Schwulen- und Lesbenbars, aber auch an trendigen und immer überteuerter werdenden Läden. Von Stadtpolitik und Hochfinanz bewegen wir uns also schnurstracks zu den neuen Mittelpunkten des Freizeitkonsums, wo wir die modernen Seiten der Hauptstadt kennen lernen. Hierzu biegen wir vom Paseo de Recoletos aus in die Calle Prim ein, die nach etwas mehr als 200 Metern in die Calle Augusto Figueroa übergeht. Diese Straße führt direkt an der fast mythischen Plaza de Chueca vorbei – einst beliebter Schauplatz literarischer und filmischer Rotlichtdramen, heute Mittelpunkt der Kneipenszene des Viertels. Die Calle Augusto Figueroa mündet wenig später in die Calle Hortaleza und direkt dahinter in die Calle Fuencarral, wo alle Kaufwütigen ihr Urlaubsgeld für die angesagtesten Kleidermarken loswerden können.

Linker Hand erblicken wir bereits die Hochhäuser auf der Gran Vía, die abgehackten amerikanischen Wolkenkratzern ähneln. Hiermit ist zugleich der letzte Teil dieses Abstechers eröffnet. Dieser ist nichts anderes als ein abwechslungsreicher Spaziergang entlang dieses verkehrsumtosten Boulevards, dem großen städtebaulichen Projekt im Madrid des frühen 20. Jahrhunderts. Luxusmeile, aber auch Tummelplatz von immer mehr Ramschläden und Schnellrestaurants, ist und bleibt die Gran Vía ein Freilichtmuseum für nahezu alle modernen Baustile. Mit dieser Straße ist der endgültige Durchbruch der architektonischen Moderne in Spanien eng verbunden. Gebäude und Plätze wie das Edificio Telefónica sowie die Plaza del Callao sind die hervorstechendsten Zeugnisse dieser Entwicklung und daher auch obligatorische Stationen.

Unser Rundgang endet an der Plaza de España, dem östlichen Abschluss der Gran Vía und mit ihren beiden monumentalen Hochhäusern aus den fünfziger Jahren zugleich Symbol für die Franco-Diktatur wie auch für den Aufbruch Spaniens in die Moderne. Andererseits wirft die triste Gegenwart dieses Platzes Fragen zur urbanistischen Zukunft in einer Stadt auf, in der die auf dieser Tour gestreiften Zentren von Macht, Business und Konsum zum Teil ihre ehemalige Bedeutung einbüßen oder bereits eingebüßt haben. Sowohl das Edificio España als auch die Torre Madrid stehen zur Zeit leer und verkommen immer mehr zu gespenstischen Kulissen, das ökonomische Herz der Stadt schlägt inzwischen in den neuen Stadtvierteln im Norden. Dort streifen neue Wolkenkratzer die 300-Meter-Marke und dokumentieren hiermit eindringlich, dass Madrid vielleicht zum ersten Mal in seiner Geschichte nicht nur politische und kulturelle Hauptstadt, sondern gleichzeitig auch wirtschaftliche Kapitale des Landes ist.

 



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