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Reiseführer Madrid

Praktische Tipps

Da wir vor allem während des ersten Teils unserer Tour einige der unumstrittenen touristischen Höhepunkte Madrids zu sehen bekommen, empfiehlt es sich, die typischen Touristenfallen zu vermeiden. In den Stadtvierteln Latina und Lavapiés wiederum sind die interessantesten Anlaufpunkte aufgrund der verwinkelten Straßenzüge nicht immer einfach zu finden. Wir geben Ihnen einen kurzen Leitfaden zur Hand, mit dem Sie beide „Gefahrenquellen“ (Touristenfallen und stundenlanges Herumsuchen) umgehen können.

Der Autor
Der Historiker und Philologe Thomas Büser ist seit 2003 in der spanischen Hauptstadt als Leiter und Koordinator des Projekts „Bellavista Madrid“ tätig. Zusammen mit mehreren freiberuflichen Stadtführern konzipiert und realisiert er Rundgänge durch das historische Zentrum, Museumsführungen (u.a. im Prado) sowie Exkursionen nach Kastilien und Extremadura.
Anfragen und Reservierungen unter www.bellavista-madrid.com


  • Madrilenische Spezialitäten

Wie nicht anders zu erwarten ist die traditionelle Gastronomie Zentralspaniens ausgesprochen fleischlastig. Erwarten Sie in einem typisch madrilenischen Restaurant keine Paella, denn das ist eine Spezialität aus dem Mittelmeerraum. In einem richtigen madrilenischen Lokal verzehrt man vor allem Spanferkel (cochinillo), Lamm (cordero) sowie diverse andere Spezialitäten, die bei den meisten mitteleuropäischen Besuchern ganz zu Unrecht für angewidertes Naserümpfen sorgen: gebratenes Schweineohr (oreja a la plancha), Stierschwanz (rabo de toro) etc. Die Spezialität Madrids schlechthin ist aber der Cocido, eine Art Schlachtplatte, die zusammen mit Gemüse und einer Suppe verzehrt wird. Von dem mittlerweile überall bekannten Chorizo bis hin zur spanischen Version der Leberwursst (morcilla) oder einem deftigen Stück Schweinespeck findet sich auf diesem Teller alles, was das Herz eines Fleischliebhhabers höher schlagen lässt. Essen Sie den cocido aber möglichst nicht abends, denn Sie werden aus dem Restaurant direkt ins Hotelzimmer rollen und dort vermutlich keinen Schlaf finden.


  • Madrid und Fisch

Viele Madrid-Besucher wissen nicht, dass sie sich kulinarisch gesehen in einer Fischmetropole befinden. Dies ist auf den ersten Blick sicher überraschend, liegt die Stadt doch mitten im Zentrum der iberischen Halbinsel und damit mehr als vier Stunden vom nächsten Hafen entfernt. Doch wird der gesamte Frischfisch von allen Küsten Spaniens zum Madrider Fischmarkt gebracht. Aus diesem Grund ist Madrid nach Tokio der zweitgrößte Fischumschlagplatz der Welt. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie selbst in ganz traditionell anmutenden Madrider Lokalen Fischspezialitäten wie in Essig eingelegten Stockfisch (boquerones en vinagre) vorfinden. Ganz zu schweigen von den zahllosen erstklassigen Fischrestaurants, die die Stadt zu bieten hat.


  • Essenszeiten

Die meisten Reisenden, die den Mittelmeerraum öfter besuchen, wird das Thema Essenszeiten vertraut sein. Von den ausschließlich auf Touristen spezialisierten Restaurants abgesehen, werden Sie also kaum Lokale finden, in denen Sie bereits um 12 Uhr zu Mittag bzw. um 18 Uhr zu Abend essen können. In Madrid sind die Lokale zwischen 13 Uhr und 16 Uhr am Mittag und zwischen 20 Uhr und 24 Uhr am Abend geöffnet. Außerhalb dieser Uhrzeiten werden Sie nicht selten eine kalte Küche vorfinden. Um derartige Unannehmlichkeiten zu vermeiden, sollten Sie sich den hiesigen Gepflogenheiten zumindest ein bisschen anpassen.


  • Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit

Um das Unwesen jugendlicher Massenbesäufnisse unter freiem Himmel zu bekämpfen, haben viele spanische Städte auf Drängen von Anwohnerinitiativen teilweise sehr rigide Verordnungen bezüglich des Alkoholkonsums erlassen. In Madrid bedeutet dies konkret: Sperrstunde für die meisten Bars (2 Uhr), kein Alkoholverkauf in Kiosken und Tankstellen nach 22 Uhr, und vor allem kein Alkoholkonsum auf der Straße oder in der Metro. Seien Sie also vorsichtig mit dem Bier zum Mitnehmen, ein schlecht gelaunter Polizist kann eine Geldstrafe von 200 Euro verhängen.


  • Vorsicht Taschendiebe!

Madrid ist keine gefährliche Stadt. Aggressive Szenen auf offener Straße werden Sie selten zu sehen bekommen. Wie in jeder anderen Touristenmetropole auch, sind aber immer wieder Banden von Taschendieben unterwegs. Seien Sie also vorsichtig mit ihren Wertsachen, wenn Sie sich vor Touristenattraktionen wie dem Prado oder dem Palacio Real befinden. Auch in der Metro oder auf dem Rastro-Flohmarkt ist Vorsicht geboten. Einige südosteuropäische Banden geben sich zur Zeit als zerstreute Touristen aus und fragen andere Touristen mit einem Stadtplan in der Hand nach dem Weg. Das ist natürlich nur ein Ablenkungsmanöver.

 

  • Metro, Nahverkehr und Taxis


Vom Flughafen ins Stadtzentrum und quer durchs Stadtzentrum

Metro/ Stadtbusse

Seit 2007 ist auch der neue Terminal 4 des Flughafens Barajas über die Metrolinie 8 mit dem Stadtzentrum verbunden. Reisende, die mit der spanischen Fluggesellschaft Iberia in Madrid ankommen, können so in ca. 20 Minuten die zentral gelegene Metrostation Nuevos Ministerios erreichen.

Während ein normales Metroticket 1.- € pro Fahrt kostet, muss für die Fahrt von und zu allen Flughafenterminals allerdings nochmals ein Aufpreis von 1.- € (Suplemento) bezahlt werden. Das zugehörige Ticket ist an den jeweiligen Automaten in den Metrostationen der entsprechenden Terminals zu lösen.

Hier die Tarife auf einen Blick:
Einfache Fahrt (Sencillo MetroMadrid): 1.- €
Einfache Fahrt + Aufschlag zum Flughafen (Sencillo + Suplemento Aeropuerto): 2.- €
Zehnerticket für Metro und Stadt-Autobusse im Stadtzentrum (Metrobus 10 viajes): 7,40.- €
Zehnerticket für Metro und Autobusse im gesamten Stadtgebiet (Combinado 10 viajes): 14,50.- €
Touristenticket für den Innenstadtbereich (Abono turístico Zona A): 5,20 € (1 Tag), 8,80 € (2 Tage), 11,60 € (3 Tage), 17,60 € (4 Tage), 23,60 € (5 Tage), 50 % Rabatt für Kinder unter 11 Jahren, Kinder unter 4 Jahren reisen kostenlos.

Generell können die Metrotickets entweder an den Automaten oder an den Verkaufskabinen in allen Metrostationen bezogen werden.
Zum Erwerb des Touristentickets ist außerdem ein gültiger Personalausweis vorzulegen.
In Anbetracht der normalen Verweildauer von Reisenden in Madrid empfiehlt sich jedoch eher der Kauf eines Zehnertickets, es sei denn Sie sind ausgesprochene Vielfahrer.
Auch wenn fast alle der oben genannten Tickets nur im Zentrum gültig sind, so deckt dieser Radius doch einen großen Teil des touristisch relevanten Stadtgebiets ab.
Die Metrotickets berechtigen auch zur Benutzung der roten Stadt-Autobusse, in denen sie an den Automaten seitlich der Fahrerkabinen entwertet werden.


Taxis

Natürlich ist dies die direkte und bequemste Art der Anreise ins Zentrum, vor allem wenn Ihr Hotel nicht in der Nähe der Metrolinie 8 liegt. Mit dem Taxi ersparen Sie sich also das mühsame Umsteigen in den Madrider Metrostationen, in denen die Rolltreppen nicht immer funktionieren.

Für die Fahrten vom und zum Flughafen ist aber auch mit dem Taxi ein Aufpreis von 5,25 € zu bezahlen. An Werktagen müssen Sie für eine Fahrt vom Flughafen ins Zentrum mit einem Preis von ca. 30 € rechnen, an Sonn- und Feiertagen mit über 35 €.

Die Madrider Taxis sind weiß mit einem roten Band. Die Taxihaltestellen an den jeweiligen Terminals sind gut ausgeschildert und daher leicht zu finden. Dort müssen Sie sich in aller Regel in eine Schlange einreihen, die aber meistens schnell vorrückt. Dennoch kann es während der Stoßzeiten immer wieder zu Verzögerungen kommen.

Bitte beachten Sie, dass die Taxis nur eine maximale Zahl von vier Personen befördern.

ACHTUNG: Achten Sie vor dem Besteigen des Taxis genau auf den oben erwähnten roten Farbstreifen und das Stadtwappen der Stadt Madrid (Bär und Erdbeerbaum). Andernfalls können Sie einem illegalen Taxi („Taxi pirata“) ins Netz gehen, in dem Ihnen dann schnell 5 bis 10 Euro mehr pro Fahrt abgeknöpft werden.


Nahverkehr/ Ausflüge in die Region

Die Madrider S-Bahn (Cercanías), die von der staatlichen Firma RENFE betrieben wird, ist eine bequeme und preiswerte Art, die Umgebung Madrids zu entdecken.

Alle Linien fahren vom größten Bahnhof der Stadt, Atocha, in das Madrider Umland. Dabei können attraktive Ziele wie die Residenzstadt Aranjuez im Süden oder der weltberühmte Escorial-Palast im Nordwesten in weniger als einer Stunde und für ca. 10.- € (Hin- und Rückfahrt) erreicht werden.

Für Ausflüge in etwas weiter entfernte Ziele wie Segovia im Norden oder Toledo im Süden empfiehlt sich eventuell die Reise mit dem Hochgeschwindigkeitszug AVE, der Madrid seit 2006/ 2007 mit beiden Städten verbindet. So erreichen Sie Toledo von Atocha aus in 35 Minuten für 13.- € (Hin und Rückfahrt), Segovia in ca. 45 Minuten für ca. 20 € (Hin- und Rückfahrt).

Beachten Sie bitte, dass das Besteigen des AVE ohne Ticket unmöglich ist. Fahrkarten können nicht, wie in Deutschland üblich, im Zug gelöst werden. Außerdem müssen Sie, wie bei Flügen auch, Ihr Gepäck durch eine Gepäckkontrolle schleusen.

Die etwas preiswertere Variante für einen Ausflug sind die Regionalbusse, in vielen Regionen Spaniens immer noch wesentlich verbreiteter als der Zug. Viele touristisch interessante Städte wie Salamanca oder Cáceres sind von Madrid aus nicht oder nur mühsam mit dem Zug zu erreichen, so dass man auf eine der vielen von privaten Firmen betriebenen Buslinien zurückgreifen muss.

Die Busse fahren von den Busbahnhöfen Méndez Álvaro, Plaza Elíptica (Toledo) und Avenida de América (Nordspanien) aus. Alle drei Busterminals sind mit der Metrolinie 6 zu erreichen.

Informationen im Internet



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