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Reiseführer Nordzypern

Meerzwiebel

Meerzwiebel, NordzypernSie liebt den Blick aufs Meer. Sandstrände und küstennahe, trocken-sandige Felshänge sind ihre bevorzugten Standorte. „Urginea maritima“, so ihr botanischer Name, entwickelt eine voluminöse bis zu zwei oder gar drei Kilo schwere knollenartige Zwiebel, die als Wasser- und Nährstoffspeicher dient. Meistens lugt sie einige Zentimeter aus der Erde hervor. Um sie herum, dem Boden angedrückt, gruppieren sich zehn bis zwanzig breit-lanzettliche Blätter. Zur Blütezeit im September/Oktober sind sie bereits zu unscheinbaren Resten vertrocknet und nur der Blütenschaft zeugt noch von der Überlebensfähigkeit der zur Familie der Hyazinthengewächse (Hyacinthaceae) zählenden Pflanze auf kargem Boden. Am Ende des bis zu 150 cm hohen aufrechten Blütenschafts reihen sich mehr als fünfzig weiße, sternförmige Blüten zu einer dichten, wunderschönen Traube auf.

Die Gattung „Urginea“ mit ca. hundert Arten von Zwiebelpflanzen hat ihre Heimat im tropischen Afrika. Einige wenige wie die Meerzwiebel haben sich auch im Mittelmeergebiet, auf den Kanarischen Inseln und in Portugal angesiedelt.

Rattengift und Heilpflanze

Daß die Meerzwiebel Giftstoffe enthält (heute weiß man: es sind Steroid-Glykoside), die in geringer Dosierung eine Heilwirkung entfalten, war schon im Altertum bekannt. Aus dem bitter-scharfen Saft der Zwiebel wurden Mittel gegen Gelbsucht, Asthma und Krämpfe gemixt. Das Gebräu galt als schleimlösend und auswurffördernd. Man setzte es ein, um den Harn zu treiben und die Wassersucht zu bekämpfen, was sich positiv auf die Herzfunktion auswirken sollte. Das herzwirksame Glykosid der Meerzwiebel wird auch heute noch bei leichten Formen der Herzinsuffizienz und verminderter Leistung der Nieren verabreicht.

Ihr hoher Gehalt an dem Nervengift Scillirosid, das allein bei Nagetieren tödlich wirkt, machte die Zwiebel in früheren Zeiten zum willkommenen Lieferanten eines natürlichen Rattengifts, das entweder in Wasser gelöst wurde oder man schälte (wie in Portugal) die Zwiebel, trocknete die Schalen, hackte sie und mischte Mehl darunter.

 



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