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Reiseführer Nordzypern

Bulgur

Wer in die Länder am Rande des östlichen Mittelmeeres gereist ist, wird ihm schon begegnet sein - als Beilage oder Vorgericht oder zu krossen Köfte verarbeitet. Unter Einheimischen sichtlich beliebt, ist für Gäste aus anderen kulinarischen Breiten die Bekanntschaft mit Bulgur nicht immer eine "Liebe auf den ersten Biß". Das mag vielleicht daran liegen, dass sich nicht so recht ergründen lässt, was Bulgur eigentlich ist. Manche fühlen sich an die Couscous-Gerichte ihrer letzten Marokko-Reise erinnert, was so falsch auch gar nicht ist, denn Weizen ist die Grundlage beider Gerichte. Bei Couscous ist es Hartweizengries, der mit Mehl, Salz und Wasser auf rotierender Unterlage zu unterschiedlich feinen Körnchen gerollt und anschließend getrocknet wird. Bulgur entsteht, wenn Weizenkörner gekocht, geschält und getrocknet, schließlich zu Granulaten (grob, mittel, fein) zerkleinert werden. In Tüten abgepackt, kann man ihn hierzulande beim "Türken um die Ecke", in Naturkostläden und in gut sortierten Lebensmittelgeschäften kaufen.

Bulgur

Bulgur schmeckt nicht nur gut, er ist auch gesund, enthält er doch eine Reihe wichtiger Mineralstoffe wie Mangan (wirkt als Aktivator von Stoffwechselreaktionen), Phosphor (stärkt den Knochenaufbau), Eisen, das u. a. am Transport von Sauerstoff im Blut beteiligt ist. Vitamin E mit seiner wahrscheinlichen Schutzfunktion vor schweren Erkrankungen und die für den gesamten Stoffwechsel und die Energiegewinnung wichtigen Vitamine der B-Gruppe sind andere wertvolle Wirkstoffe im Bulgur.
Schriftliche Überlieferungen (z. B. in der Bibel) und die archäologische Erforschung alter Siedlungsplätze dokumentieren die weite und schon sehr frühe Verbreitung dieses Weizenprodukts. So lässt sich seine Verwendung bis in das China des dritten vorchristlichen Jahrtausends zurückverfolgen. Hethiter, Babylonier, Juden und Ägypter kannten es, auch die Römer und die Horden des Dschinghis Khan. Ebenso fanden Osmanen und Türken Gefallen an dem Getreidegericht, das sie auch nach Zypern mitbrachten, wo einheimische Köche neue Bulgur-Variationen erdachten. Das Vorgericht "Kisir" ist eine davon und Bulgur-Pilav mit Fleisch ("Bulgur Pilavi") eine andere.

 



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