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Vom Kunsthaus zur Uni

Graz ist bekannt für seine avantgardistische Architektur, und die sogenannte Grazer Schule hat weltweit einen Namen. So verwundert es nicht, dass die Stadt sich anlässlich der Ernennung zur Europäischen Kulturhauptstadt 2003 ein ehrgeiziges Bauprogramm leistete. Im Rahmen dieses Programms entstand das Kunsthaus, als „friendly alien“ bezeichnet und dank seiner amorphen Form mit bläulicher Hülle ein Hingucker und Besuchermagnet. Ähnlich spektakulär ist die schwimmende Murinsel, ganz zu schweigen von den Universitätsbauten der Stadt.

Österreich - Reiseführer Graz - Murstieg

Der Mursteg - ein Entwurf von Günther Domenig und Hermann Eisenköck - ist auch ein Brückenschlag über die Mur

Beginnen wollen wir den Rundgang auf den Spuren der modernen Stadtarchitektur am Kunsthaus (22) – ein bizarr anmutendes Gebilde mit Plexiglashülle und röhrenförmigen Ausstülpungen hat sich zwischen Eisernem Haus (1848) und Palais Thienfeld ausgebreitet. Dieser neue Tempel der Kunst dient ausschließlich für Wechselausstellungen zeitgenössischer Kunst.

Österreich - Reiseführer Graz - Eisernes Haus

Filigran und floral - die "Eisenhaut" des Eisernen Hauses

Der nur wenige Schritte entfernte Mursteg (23) ist eine über 55 Meter frei gespannte Brücke für Fußgänger und Radfahrer. Wie ein martialisch wirkender Spieß stößt der mächtige Stahlträger durch die Fahrbahndecke. In unmittelbarer Nachbarschaft wurde im März 2003 die Insel in der Mur (24) – eine Idee von Vito Acconi – für die Öffentlichkeit freigegeben: Eine aufgeklappte Riesenmuschel aus Glas und Stahl „schwimmt“ in der Mur und ist bis heute dank eines Cafés und einer Freilichtbühne Treffpunkt und Brückenschlag zugleich.

Österreich - Reiseführer Graz - Murinsel

Was als temporäres Projekt für das Kulturhauptstadtjahr 2003 gedacht war, ist nun zu einem dauerhaften Brückenschlag zwischen Murvorstadt und Altstadt geworden

Wer am weiträumigen Färberplatz den Blick über die Weite der Grazer Dachlandschaft sucht, besucht am besten die Dachterrasse des Cafés M1 (25), 1991 als erster, damals noch kontrovers diskutierter, verschachtelter, turmartiger Neubau entstanden. Jenseits des Stadtparks passiert man auf dem Weg zur Universität die auf einer Anhöhe stehende gotische Leechkirche (26), deren plastisch gestalteten Schlusssteine im Kircheninneren ebenso auffallen wie der von Karl Prantl geschaffene Volksaltar mit einem „Perlenrand“, der den Rosenkranz symbolisieren soll. Zu den interessanten Universitätsneubauten gehören das III. Institutsgebäude G. A. M. A. (27) und das RESOWI (28) zwischen Heinrich- und Schubertstraße. Das G.A. M. A. zeichnet sich an der Straßenseite durch drei kompakt erscheinende Kuben aus – dahinter verbergen sich die Institutsbibliotheken. Ein Blick ins Innere des Instituts sollte man sich nicht entgehen lassen: Die über alle Geschosse reichende zentrale Halle mit Glasdach besitzt eine himmelleiterartige, durchlaufende Treppe, in deren Stufen diagonal Lichtbänder eingesetzt sind.

Österreich - Reiseführer Graz - G.A.M.A.

Das III. Institutsgebäude G.A.M.A.

Der rechtwinklige Block des RESOWI bietet Raum für 14 000 Studenten. Angedockt und eingeschoben wurden in den schmalen Baukörper Mensa, Hörsäle und Bibliothek. Sehenswert ist auch der Botanische Garten (29) und die dort „aus dem aufbrechenden Erdreich“ hervortretenden Gewächshäuser mit ihren charakteristischen Aluminium-Parabelbögen.

Österreich - Reiseführer Graz - Gewächshäuser im Botanischen Garten

Gewächshäuser im Botanischen Garten

 

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