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Das Kunsthaus Graz – gestrandeter Blauwal, Luftblase oder …

Graz und Avantgarde, das passt zusammen, ob in der Kunst oder in der Architektur. So verwundert der Bau des Kunsthauses in der Murvorstadt wenig. Den Londoner Architekten Peter Cook und Colin Fournier wurde die Realisierung des Grazer Tempels für zeitgenössische Kunst übertragen. Massive Einwände gegen den ursprünglich auf dem Schlossberg geplanten Bau führten zur Verlagerung in die Vorstadt. Dadurch sollte zugleich dieses jahrelang vernachlässigte Stadtquartier wieder aufgewertet werden – doch ahnte bei der Bauvergabe wohl niemand, dass sich das Kunsthaus neben dem alten Uhrturm auf dem Schlossberg zu einem weiteren „Wahrzeichen“ der Stadt entwickeln würde.

Österreich - Reiseführer Graz - Kunsthaus

Das Kunsthaus - ein Meilenstein moderner Architektur der Gegenwart

Wer die amorphe Form des Kunsthauses betrachtet, assoziiert mit diesem Bau angesichts dessen bläulicher Hülle am ehesten eine Seifenblase, vielleicht auch eine tief liegende Wolke oder gar einen gestrandeten Blauwal. Hinter der Hülle aus Acrylglas – Skin – verbergen sich zwei stützenfreie großflächige Ausstellungsebenen, die allerdings schwierig zu bespielen sind. Die Wände der modernen Ausstellungskuben fehlen in diesem aufgeblasenem Gebilde. Aus der bläulichen Hülle ragen Trichter heraus, die den abgeschnittenen Fangarmen eines Kraken gleichen. Durch diese dringt ein wenig Tageslicht in das Obergeschoss ein.

Die gläserne Schale des Kunsthauses hat sich behutsam an das „Eiserne Haus“ angelehnt, dessen Gusseisenkonstruktion als älteste Europas denkmalgeschützt ist. Brücken verbinden dieses Kleinod, das die Baukunst des 19. Jahrhunderts hinterließ, mit dem benachbarten Kunsthaus, das keine eigene Sammlung besitzt, sondern sich in wechselnden Ausstellungen mit Ansätzen der Gegenwartskunst befasst.

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Blick ins Innere des Kunsthauses

Die Hülle des im Herbst 2003 eröffneten Kunsthauses wurde aus 1300 unterschiedlich geschnittenen und gebogenen Acrylglasplatten gefertigt. Jede dieser zwei Zentimeter dicken Platten ist maßgeschneidert und passt an keine andere Stelle der Gebäudehaut. Ebenso spektakulär wie die Hülle des Kunsthauses ist die auskragende Glasstruktur, die in 16 Meter Höhe an die Acrylhülle angelegt ist. Von hier aus hat man einen mindestens ebenso beeindruckenden Blick auf die Grazer Altstadt wie vom Schlossberg aus.

Kunsthaus Graz
am Landesmuseum Joanneum
Lendkai 1
A-8020 Graz
Tel. 00 43-316/8017-9200
info@kunsthausgraz.at
Öffnungszeiten Di - So 10:00-18:00 Uhr

weitere Museen: Johann-Puch-Museum / Kindermuseum / Kunsthaus / Tramway Museum / Museumsüberblick

 

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