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Der Dom

Das dem hl. Ägydius geweihte Gotteshaus nimmt sich bescheiden aus. In Graz steht eben kein Ulmer Münster und kein Kölner Dom, sondern ein wuchtiger gotischer Sakralbau, dessen Ursprünge bis ins 12. Jahrhundert zurückreichen. Gleichzeitig mit dem Bau der Stadtburg in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts begann der Neubau der Kirche, die durch einen Übergang mit der Burg verbunden war. Über den Fortgang des Kirchenbaus geben eingravierte Jahreszahlen Auskunft, die in der ehemaligen Sakristei, in der Mensa des Oratoriums und am Westportal zu finden sind.

Betrachtet man den Dom von außen, so fällt seine gedrungene Gestalt auf. Blockhaft erscheint der Bau mi seinem breit gelagerten Dach. Über dem Portal findet sich Kaiser Friedrich III. mit seinem Wappenschild. Das portugiesische Wappen wurden zu Ehren der Kaisergattin angebracht. 1480 wurde das Gottesplagenbild an der Südseite des Doms gestiftet, und das mitten in Notzeiten, als die Pest die Stadt heimsuchte und die Türken Graz bedrohten. Das Fresko zeigt unter anderem die heilige Dreifaltigkeit, Maria und Johannes den Täufer, eine Engelsschar sowie den thronenden Papst, den heiligen Franziskus sowie den geistlichen und weltlichen Stand. Unter einem trennenden Spruchband sind einfallende Türken, die Pestkranken und Heuschreckenschwärme auszumachen.

Österreich - Reiseführer Graz - Dom

Das Langhaus gliedert sich in drei Schiffe. An das Mittelschiff schließt sich der Chor an, der durch einen Triumphbogen vom Mittelschiff getrennt ist. Das gotische Raumkonzept wird durch barocke Umgestaltungen – man betrachte die Orgelempore und Seitenkapellen –„aufgehoben“. Nur noch Fragmente frühgotischer Fresken wie die Darstellung des Christopherus und die Anbetung der drei Könige sind im Kircheninneren zu sehen. Auffällig ist die neben  dem Chor erbaute Herrscherempore. Nach wie vor ein Juwel der Tafelmalerei ist das Kreuzigungsgemälde von Conrad Laib in der Friedrichskapelle.

Ganz wesentlich haben die Jesuiten zwischen 1577 und 1773 die barocke Überformung der Kirche bestimmt. Dazu gehört auch der figurenreiche Hochaltar aus verschiedenen Marmorarten, der einem heiligen Theater gleicht. Im Mittelpunkt des Altars steht das Bildnis des hl. Ägydius im Benediktinerornat nebst sich nähernder Hirschkuh. Auch die 1710 entstandene Kanzel ist Ausdruck der Vorliebe der Jesuiten für den Barock. Nach Verlagerung des Bischofssitzes von Seckau nach Graz wurde die Kirche zum Dom.

Graz-Dom
Burggasse 3
8010 Graz
Tel. 82 16 83

weitere Kirchen: Barmherzigenkirche / Dom / Franziskanerkirche Mariä Himmelfahrt / Kalvarienbergkirche zum heiligen Kreuz / Leechkirche Mariä Himmelfahrt / Mariahilferkirche / Pfarrkirche zum heiligen Blut / Stiegenkirche / Wallfahrtskirche Mariatrost

 

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