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Reiseführer Oldenburg

 

Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg – die Prunkräume des Schlosses (Teil 2)

Wer das Schloss besucht, taucht in eine feudale Welt ein, besucht den Grünen und den Roten Saal, wirft einen Blick ins Idyllenzimmer und in den Thronsaal – Anton Günther und andere Großherzöge haben uns dies beeindruckende Erbe hinterlassen.

Ludwig Philipp Starck: Ansicht von Birkenfeld, 1815, LMO26.893

Ludwig Philipp Starck: Ansicht von Birkenfeld, 1815, LMO26.893

Betreten wir das Turmzimmer, so stehen wir in einem der ältesten Räume des Schlosses. Unter dem Grafen Anton Günther diente das in Gelb und Himmelblau gehaltene Turmzimmer als gräfliches Arbeitszimmer. Auch der heutige Blaue Salon verweist auf den Fürsten Anton Günther und seine Gemahlin Sophia Katharina. In dem einst mit Goldledertapeten ausgeschlagenen Raum pflegten die Fürsten zu speisen. Seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert ist der Raum mit einer kostbaren Wandbespannung ausgestattet, die auch namensgebend ist.

Der taubstumme Maler Wolfgang Heimbach
Während der Schlossbesichtigung begegnen Besucher dem Werk des Oldenburger Malers Wolfgang Heimbach, der sich der besonderen Gunst des Grafen Anton Günther gewiss war und ein umfangreiches Werk hinterlassen hat. Heimbachs Hauptbegabung lag in der Miniaturmalerei. Er war aber auch als Porträtmaler sehr geschätzt, insbesondere in Italien, wo er sich Mitte des 17. Jahrhunderts aufhielt. Heimbach war kurze Zeit Hofmaler in Oldenburg, ehe er am Hofe des dänischen Königs Friedrich III. tätig wurde. Unter den weltweit bekannten 90 Gemälden Heimbachs befinden sich Arbeiten wie „Wachstube“, „Zwei Männer im Gespräch“, „Fünf Personen am Kaminfeuer“ und „Abendliches Konzert“ in Oldenburg.

Grüner Salon und ...
Noch aus der Zeit des Grafen Anton Günther stammt ebenfalls der sogenannte Grüne Salon. Hier pflegte der Fürst zu nächtigen. Zwischen 1829 und 1853 hingegen tagte in diesem Salon das großherzogliche Kabinett. Was wir heute sehen, ist ein Salon, der einen Eindruck der Wohnkultur des ausgehenden 19. Jahrhunderts vermittelt. Dazu passen einige ausgestellte Gemälde, ob nun Hans Fredrik Gudes „Norwegischer Hafen“ (1873) und Paul Müller-Kaempffs „Hofstelle auf dem Fischland“ (1889).

Gräfliche Hochzeit
Der Thronsaal war der Ort, an dem die Hochzeit von Anton Günther und Sophia Katharina von Oldenburg gebührend gefeiert wurde. 1635 waren 643 Gäste eingeladen, die an 17 Tafeln speisten. Nach dem Tod des Regenten wurde aus dem einstigen Großen Saal der heutige Thronsaal sowie der Rote Salon und das Idyllenzimmer. Auf das ausgehende 19. Jahrhundert geht die Ausstattung des Saals mit goldenen Stuckrahmen, kostbaren Intarsientüren und mächtigen Leuchtern zurück.

Begeben wir uns heute in diesen Saal, so stehen wir den fürstlichen Häuptern der Vergangenheit gegenüber, da der Thronsaal als fürstliche Porträtgalerie fungiert.

Die Farbe Rot
Die rote Seidenbespannung des Raums gibt dem Roten Salon seit mehr als einem Jahrhundert seinen Namen, auch wenn es sich nicht um die Originalbespannung, sondern eine Nachwebung aus den 1960er Jahren handelt. Wer den Fußboden betrachtet, glaubt angesichts der verschlungenen Mäander aus Holz, der bekannte holländische Grafiker Maurits Cornelis Escher habe hier seine Handschrift abgegeben. Ein vollbusiger Engel schmückt den weißen Kachelofen. Ein Kristallleuchter erhellt den rot ausgeschlagenen Raum, in dem sich eine barock anmutende Sitzgruppe befindet.

Herzlich willkommen im Roten Salon (Landesmuseum Oldenburg)

Herzlich willkommen im Roten Salon

Das nachfolgende Idyllenzimmer geht in der Konzeption auf den Großherzog Peter Friedrich Ludwig zurück. In dessen Auftrag schuf der Hofmaler Johann Heinrich Wilhelm Tischbein den Idyllenzyklus, der ursprünglich in den Privaträumen der Söhne des Großherzogs hing.

Keine Spur von Marmor
Bisher ist der Besucher nicht aus dem Staunen herausgekommen, doch auch der einst als Festsaal genutzte Marmorsaal findet den einen oder anderen Bewunderer, auch wenn die Wandverkleidung aus Stuckgips und nicht aus Marmor besteht. 1778 feierten hier anlässlich des Fürstengeburtstags 300 Oldenburger mit dem Großherzog Friedrich August einen rauschenden Maskenball.

Tischbein und Strack – zwei Hofmaler
Wer sich für die Kunst Tischbeins erwärmen kann, der besucht den Weißen Saal, in dem Gemälde dieses Hofmalers zu sehen sind, so „Odysseus und Penelope“. Tischbein ist zwar der bekannteste Künstler, dessen Werke im Schloss zu bewundern sind, aber auch der Hofmaler Ludwig Philipp Strack und dessen Arbeiten haben im Oldenburger Schloss ihren Platz. Darunter ist das Ölgemälde „Golf von Neapel vom Posilipp“. Insgesamt sechs italienische Landschaften fertigte Strack speziell für den Speisesaal Peter Friedrich Ludwigs. Die Stuckdecken des vormaligen Speisesaals und heutigen Strack-Saals sind mit reichen Pflanzenornamenten verziert. (Mehr zum Landesmuseum...)

 

Weitere Informationen

Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte (Schloss)
Schlossplatz 26
http://www.landesmuseum-oldenburg.niedersachsen.de/


 



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