Der Schnoor
Zwischen Dom und Weser liegt Bremens ältestes Stadtviertel: der Schnoor. Wie an einer Schnur aufgezogen reihen sich kleine Häuser aneinander, daher der Name Schnoor (plattdeutsch Schnur). In früheren Zeiten wurde das Viertel hauptsächlich von Fischern und Seeleuten bewohnt, denn hier verlief die Balge, ein Nebenarm der Weser, und hier befand sich einer der ersten Häfen Bremens. Heute erinnern nur noch die Straßennamen 'Hinter der Balge' im und 'Balgebrückstraße' am Rande des Schnoors an das mittlerweile zugeschüttete Gewässer. Auch die Seeleute und Fischer sind verschwunden und in das Gewirr aus schmalen und verwinkelten Gassen sind vor allem seit den 1950er Jahren viele Kunsthandwerker und Künstler eingezogen. Kleine Läden mit nicht alltäglichem Warensortiment, Kunsthandwerkateliers, Cafés und Restaurants beleben das wirklich sehenswerte alte Viertel.

Häuschen wie an einer Schnur in der Straße Schnoor
Viele der kleinen Häuschen stammen noch aus dem 17. Jahrhundert. Das 1512 auf Grundmauern aus dem Mittelalter errichtete Haus Nr.15 in der Gasse Schnoor ist jedoch das älteste – allerdings stammt die Fassade 'erst' aus dem Jahre 1600. Während die von Franziskanern errichtet St. Johannis-Kirche ein paar Straßen weiter noch steht – das Franziskaner-Kloster existiert seit 1834 nicht mehr – erinnert an die Synagoge nur noch eine Gedenktafel in der Kolpingstraße 4/6. 62 Jahre lang, bis Männer der SA sie in der Reichsprogromnacht in Schutt und Asche legten, war hier das geistige Zentrum der jüdischen Gemeinde.

Moderne Bebauung in Farbe
In der Straße Marterburg, in Abwandlung so genannt, weil hier früher die Mehlsilos der Müller, die Matten, standen, trifft man auf die moderne Bebauung des Schnoors. In den 80er Jahren errichteten die Architekten Goldapp und Klump hier bunte Wohnhäuser in moderner interessanter Architektur, die sich dennoch in das alte Viertel integrieren.